Hallo,
ich hatte in dieser Angelegenheit schon vor 10 Tagen geschrieben, finde diesen Artikel aber nicht mehr wieder. (Vielleicht gelöscht? Wenn ja, warum?)
Nun ja, ich hab ein paar Antworten erhalten, die mich aber noch nicht zufrieden stellen konnten.
Wenn ich eine zweite Marone zur Befruchtung brauche, müßte ich doch eigentlich über 25 Jahre warten, bis diese das erste mal Früchte trägt, oder?
Wie schon erwähnt, gibt es hier weit und breit keinen anderen Baum.
Trotzdem trägt mein Baum Früchte- die sind aber irgendwie platt und Inhaltlos.
Nun habe ich gestern 3 Kastanienkerne gefunden, die rund und prall waren. Wie wurden die denn dann befruchtet? Kann das auch eine "normale " Kastanie oder sogar eine Buche?
Leider finde ich weder hier im Archiv noch bei Wiki… darüber etwas.
Buchen sind zwar mit den Esskastanien relativ näher verwandt als Rosskastanien, aber eine Buche kann eine Esskastanie etwa so gut bestäuben, wie ein Bonobo mit einer Frau ein Kind zeugen kann.
„Weit und breit“ ist eine ziemlich ungefähre Angabe: Wie weit ist der nächste Esskastanienbaum entfernt? Sowohl Wind- als auch Insektenbestäubung kann über große Entfernungen stattfinden.
genau das denke ich auch, aber wieso sind dann überhaupt Früchte auf dem Baum, und woher kommen die drei „Prallen“?
Weit und breit heißt, daß ich hier in unserer Gegend (kurz vorm Harz) noch nirgendwo eine gesehen habe und jeder der zu uns zu Besuch kommt, erst einmal frage;
im Schlosspark von Ballenstedt hab ich eine Esskastanie gesehen. Falls das die einzige weit und breit ist, geht es um - je nachdem, auf welcher Seite vom Harz Du sitzt - etwa sechzig bis siebzig Kilometer Entfernung. Das ist bei Windbestäubung zu machen. Ich schätze aber, an der klimatisch relativ begünstigten Nordflanke vom Harz wird es in Parks und Gärten noch mehr Esskastanienbäume geben.
Ich schätze zwar auch, daß die einzelnen befruchteten Kastanien von den eigenen männlichen Blüten kamen - in der Botanik gibt es kaum Sachverhalte, die nach Art von Kippschaltern bloß Stellung 0 und 1 kennen. Aber auch eine Bestäubung durch den Ballenstedter Baum oder einen anderen ist möglich.
Wenn ich eine zweite Marone zur Befruchtung brauche, müßte ich
doch eigentlich über 25 Jahre warten, bis diese das erste mal
Früchte trägt, oder?
Nein, das kann viel früher sein. Es gibt da Buschformen, die ziemlich bald blühen. Ein Besuch im Gartenzentrum und Gespräch mit einem Mitarbeiter dort gibt Dir genauere Auskunft.
Wie schon erwähnt, gibt es hier weit und breit keinen anderen
Baum.
Trotzdem trägt mein Baum Früchte- die sind aber irgendwie
platt und Inhaltlos.
Ja, die sind eben nicht befruchtet.
Nun habe ich gestern 3 Kastanienkerne gefunden, die rund und
prall waren. Wie wurden die denn dann befruchtet? Kann das
auch eine "normale " Kastanie oder sogar eine Buche?
Da war entweder die Windbestäubung am Werk oder Dein Baum hat doch ausnahmsweise Selbstbefruchtung geübt. Beides ist möglich!
Und was Deine Annahme angeht, dass weit und breit kein anderer Baum vorhanden ist, so muss das ja nicht unbedingt einer in einem Garten sein. Bei einer Wanderung bei uns in der Gegend haben wir vor ein paar Wochen einige wilde Bäume mitten im Wald entdeckt. im Burgenland gibt es sogar richtige Edelkastanienwälder, wo sich viele Leute Vorräte holen. Das ist zwar eine kleine Sorte, aber sie schmeckt trotzdem.
im Burgenland stehen mutmaßlich genauso wie im deutschen Rheintal Bestände von Maronen, die von den Römern angesiedelt worden sind: Diese haben den Baum überall in den Provinzen angepflanzt, wo es klimatisch möglich war, weil er gleichzeitig wohlfeiles Legionärsfutter und auch ein relativ leicht zu bearbeitendes und gleichzeitig ein sehr fäulnisresistentes Holz (für Palisaden, Schreibstubenmöbel etc.) brachte.
In den Gegenden Deutschlands, wo die Römer nicht oder nur auf einzelnen Feldzügen hinkamen, wie z.B. im Harz, sind Maronen nicht vor dem 18./19. Jahrhundert heimisch geworden; aus dieser Epoche immer als Garten- und Parkbäume, nicht an Waldsäumen und in Wäldern - das ist eine römische Kulturtechnik.
Kastanien sind nicht 100%ig autosteril, es gibt nur sehr wenige Früchte. Mehrer Bäume erhöhen natürlich enorm den Fruchtertrag, wobei immer auch „taube“ Früchte darunter sind (meißt 1 von 3 in der Schale). Das kommt auch daruf an, wie die Temperaturen sind (sind ja im Harz sehr unterschiedlich). Ein kühles Frühjahr verzögert die Blüte im Juni um bis zu 1 Monat. Dann reifen die Früchte nicht aus und bleiben „taub“. Das ist in diesem Jahr vielerorts in der Pfalz passiert, da Mai und Juni recht kühl waren. In diesem Fall kann man nichts machen, außer nach sehr früh blühenden Selektionen suchen.
Es hilft mir schon weiter, zu wissen was mit meinem Baum los ist. Ändern kann ich es ja doch nicht.
Ich habe mittlerweile 3 weitere „volle“ Früchte gefunden. Ich weiß auch nicht, wie lange ich sie liegen lassen kann, bis ich sie zubereiten muß - denn einmal wollte ich wenigstens probieren, wie sie schmecken.(So lohnt sich das noch nicht)
Auf jeden Fall :
im Kühlschrank halten sie sich schon 3-4 Wochen lang. Auf dem Küchentisch sind sie nach 1-2 Wochen schon ausgetrocknet. Sind dann zwar noch keimfähig, schmecken aber nicht mehr so toll. Das merkt man ja beim Zusammendrücken, ob sie schon verschrumpeln.
Hallo Fleißiges Dorchen!
Alle Bäume,Sträucher und viele andere Pflanzen werden von unseren Bienen befruchtet.Bienen fliegen bis zu 4 Kilometer weit weg von ihrem Stock um Nektar zu sammeln.Hierbei befruchten sie nebenbei die Blüten.Wenn es jedoch nur ein Einzelexemplar einer Sorte weit und breit gibt,kann der Pollen nicht durch die Bienen übertragen werden.Auch wird der Pollen durch den Wind übertragen und dies Kilometer weit.Eine Kastanie kann keine Marone befruchten denn dies ist eine artfremde Frucht.Was du brauchst ist einen vierjährigen männlichen Maronenbaum,dieser blüht dann schon im kommenden Jahr.Damit sich Bäume gegenseitig bestäuben können,sollte der Abstand nicht weiter als den dreifachen Kronen Durchmesser haben beim ausgewachsenen Baum.In Windrichtung kann der Abstand einige Kilometer betragen.