Masochismus

Hi Psychos,
ein Thema im L&L-Brett über (Sado-)Masochismus im sexual-(pathologischen?) Sinne hat bei mir das Interesse darüber geweckt, eine Antwort auf die Hypothese (?), wonach geprügelte Frauen, die trotz aller Demütigung und Qual bei ihrem Partner bleiben, Masochistinnen seien. (Wobei m.E. nach impliziert wird, dass mit dem Masochismus per se ein Lustgewinn einhergeht.) Es gab/gibt ein Buch über den „Mythos des Masochismus“, das ich vor Jahren mal gelesen habe, allerdings ist mir der Inhalt nicht mehr präsent. Kann mir jemand von Euch etwas dazu sagen?
Interessiert:
Anja

Hi,

wer sind denn bitte die Psychos? Aber auch wenn ich mich nicht einer solchen Gruppe zugehörig fühle, hier mal eine kurze Antwort:

Nein. Wenn bestimmte Frauen sich prügelnde Männer suchen, hat das nichts mit der Sexualität zu tun. Also kann man nicht von Sadomasochismus sprechen.

Häufig sind solche Beziehungen so gestaltet, daß beide Partner von der Konstellation profitieren, für den Mann besteht nicht die unangenehme Notwendigkeit, seine aggressiven Impulse besser kontrollieren zu lernen, die Frau zieht ihren Vorteil z.B. aus den emotional intensiv erlebten Versöhnungsritualen oder aus einer Bestätigung ihres Selbstbildes als aufopfernd liebende Frau.

Ob und wie ausgeprägt pathologisch das Verhalten ist, auch welche Art von Persönlichkeitsstörung damit einhergeht, kann man nur im Einzelfall entscheiden.

Gruß

Yoyi

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Hallo Anja,

Wobei m.E. nach
impliziert wird, dass mit dem Masochismus per se ein
Lustgewinn einhergeht

und das ist meiner Meinung nach nicht der Fall. mit Lustgewinn hat das sicherlich wenig zu tun, sondern u.U. eher damit, dass die Frauen kein anderes Verhaltensmuster gelernt haben, als dass z.B. ihre Mutter auch vom Vater geprügelt wurde, das also irgendwo als normales Beziehungsmuster und -verhalten gesehen wird.

noch nicht ausgeschlafenen Grüße
Gerry

Das Buch ist noch im Handel
Hallo Anja,

ISBN 3922166555 Buch anschauen [Buch anschauen]

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Mönsch Yoyi,

wer sind denn bitte die Psychos? Aber auch wenn ich mich nicht
einer solchen Gruppe zugehörig fühle,

war doch eher liebevoll gemeint. Oder nennst du deine Patienten so und fühlst dich deshalb auf den Schlips getreten???
Aber danke für deine Antwort…
Gruß,
Anja

Was unterscheidet in der Psychiatrie eigentlich den Arzt vom Patienten? Der Arzt hat einen Schlüssel! Haha!

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Hallo Freunde,

hab gerade meinen „Branden“-Emulator aktiviert! Hier das Ergebnis:

Was unterscheidet in der Psychiatrie eigentlich den Arzt vom
Patienten? Der Arzt hat einen Schlüssel! Haha!

Was unterscheidet in der Psychiatrie eigentlich den Arzt vom
Patienten? Der Arzt hat einen Schlüssel und das Geld! Haha!

löl - nicht böse gemeint…

Oliver-Michael

Hallo Anja,

beruflich habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich ein Grossteil der Frauen geradezu darin „badet“ wieder mal vergewaltigt, verprügelt, schlecht behandelt - oder was auch immer - worden zu sein. Ein Aspekt könnte der Masochismus sein, ein anderer die Aufmerksamkeit und das Zuhören von Dritten.

Ein weiteres eigenartiges Phänomen ist, dass umgekehrt viele Männer darüber berichten, wie ihre Freundin oder Frau es geradezu provoziert und immer wieder zu diesem Mann um die Beziehung bettelnd zurückkehren.

Ich denke, dass eine bedingt das andere. Es gibt keine ausschl. Opfer.

Gruss
BM

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Hi Bitter Moon,
ich kenne das ganz anders, nämlich dass diese Frauen immer noch die Hoffnung haben, dass sie aufgrund ihrer Liebe ihren Kerl doch irgendwann besänftigen/ändern können. Es ist doch hier in diesen Antworten wieder ersichtlich, wie den Frauen die Schuld zugeschoben wird (Schwäche diagnostiziert) aufgrund behaupteter (und damit: hypothetischer Eigensucht).
Genau das halte ich für fragwürdig.
Gruß,
Anja

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Hallo Yoyi,

die meisten Frauen die verprügelt werden (die ich kennen gelernt habe und mit denen ich gesprochen habe) ziehen gar kein Vorteil draus, sondern sind schlicht und ergreifend zu schwach um was daran zu ändern, obwohl sie sehr darunter leiden - wohl gemerkt ohne Lust dabei zu empfinden (das für die Anja).

Gruß,
Maja

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Hi Maja,

die meisten Frauen die verprügelt werden (die ich kennen
gelernt habe und mit denen ich gesprochen habe) ziehen gar
kein Vorteil draus, sondern sind schlicht und ergreifend zu
schwach um was daran zu ändern, obwohl sie sehr darunter
leiden

So sehe ich das auch. Mit jedem erneuten gewalttätigen Übegriff wird das Selbstwertgefühl weiter geschwächt, bis die geprügelte Frau schon über die Tatsache glücklich ist, einen Tag mal nichts „abzukriegen“. Jedes freundliche Wort wird dankbar aufgesogen und mit der Hoffnung verknüpft, doch geliebt zu werden. Daher sind diese Frauen in dieser Position auch immer wieder bereit, den Beteuerungen ihres Peinigers zu glauben, dass dies nie mehr geschehen wird.

  • wohl gemerkt ohne Lust dabei zu empfinden (das für
    die Anja).

Das sagte ich ja, deshalb erwähnte ich das Buch „Mythos des Masochismus“, denn auch ich kenne nur Frauen, die in derartigen Beziehungen völlig verzweifelt aber nicht mehr in der Lage waren, an ihrer Lebenssituation etwas zu ändern.
Ein ganz guter Buchtipp ist auch:
Kate Millet
„Im Basement. Meditationen über ein Menschenopfer“
Broschiert - 373 Seiten - DTV, Mchn.
Erscheinungsdatum: 1990
ISBN: 3423111933 Buch anschauen
Einen schönen Sonntach Euch.
Anja

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*aaargh* Ich kriege hier gleich die Krätze!
Hallo Anja,

ein Thema im L&L-Brett über (Sado-)Masochismus im
sexual-(pathologischen?) Sinne hat bei mir das Interesse
darüber geweckt, eine Antwort auf die Hypothese (?), wonach
geprügelte Frauen, die trotz aller Demütigung und Qual bei
ihrem Partner bleiben, Masochistinnen seien.

Bei soviel Schwachsinn spucke ich echt Gift und Galle!

BDSM ist eine Spielvariante zwischen zwei gleichberechtigten (auch wenn es nach außen anders aussieht) Partnern, die sich freiwillig darauf einlassen; die die Spielregeln im Vorfeld festgelegt und Sicherheitsmechanismen eingebaut haben und die ganz genau wissen, was sie da treiben. Sie ziehen beide ihren Lustgewinn daraus, wobei Prügeleien bei BDSM nur eine marginale Rolle spielen - da geht es um etwas ganz Anderes… Bei einer Masochistin wirst Du niemals ein Veilchen entdecken, sie läßt sich auch nicht die Treppe hinunterstoßen oder die Rippen brechen, oder das Kind aus dem Bauch treten. Wenn eine Masochistin Striemen bzw. blaue Flecken trägt, dann höchstens unsichtbar und auch das nur dann, wenn es vorher vereinbart wurde.

Die von Dir erwähnten Frauen, sind dagegen häufig durch äußere Umstände schlicht gezwungen, bei ihrem prügelndem Partner zu bleiben. Sie haben häufig keine Ausbildung, sind früh schwanger geworden (womöglich durch Vergewaltigung in der Ehe/Partnerschaft wieder schwanger), sind von dem Typen finanziell abhängig, sind auch nicht selten extrem eingeschüchtert (‚geh nur, dann siehst du aber deine Kinder nie wieder‘ oder ‚ich werde dich finden und mache dich fertig‘, etc.). Häufig ist Alkohol im Spiel. Das hat nichts mit Masochismus zu tun, denn dieser ist immer (!!!) freiwillig!

Die Frauen, die von ihren Männern regelmäßig verprügelt werden, sind keine Masochistinnen! Das sind verzweifelte Frauen, die dringend Hilfe brauchen, weil sie allein weder den Mut noch die Kraft haben, aus der Scheiße in der sie stecken, auszubrechen.

Gruß

Renee

erst lesen, dann begreifen, dann schreiben Danke
owT passte nicht mehr in die „Headline“

Wie meinen? (owT)

owT passte nicht mehr in die „Headline“

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