Hallo Carolin!
…ob wir uns den
urchschnitt leisten können.
… keine goldenen Armaturen
Ich nehme an, Du willst in dem Haus nicht nur heute leben, sondern darin alt und womöglich gebrechlich werden können. Außerdem nehme ich an, daß Du in 10 oder 20 Jahren in der Hütte nicht frieren willst, weil Öl und Gas unbezahlbar geworden sind. Aus diesen Vorgaben ergeben sich Konsequenzen: Das Haus muß alten- und behindertengerecht, also barrierefrei gebaut werden oder sich in den wichtigsten Funktionsbereichen mit wenig Aufwand barrierefrei herrichten lassen. Deshalb darf es keine engen, steilen Treppen geben, keine Tür unter 90 cm Breite, kein zu enges Bad. Die thermische Isolierung des Hauses sollte über Niedrigenergiestandard hinaus üppig und vom Allerfeinsten sein. Außerdem kein Leichtbau, sondern Außenwände mit hohem Wärmedurchgangswiderstand und hoher Wärmekapazität. Automatische Belüftung mit Wärmerückgewinnung. Großflächige Heizkörper für niedrige Vorlauftemperatur, am besten Fußbodenheizung. Bodenbelag durchgängig Steingut. Außerdem an zentraler Stelle ein Kaminofen mit hohem Wirkungsgrad, der es erlaubt, mit 2 Eimern Holz das ganze Haus einen Tag lang zu temperieren. Konstruktiv und bei der Ausrichtung des Hauses und der Dachflächen sollten mindestens Vorbereitungen getroffen werden, um notfalls das ganze, hervorragend isolierte Haus nur mit thermischen Solarelementen auf dem Dach zu heizen. Dafür braucht man an geeigneter Stelle Platz für einen gut isolierten Puffertank. Der hat einige Kubikmeter Inhalt, wiegt also mehrere 1000 kg und wandert deshalb in den Keller. Der Keller hat knochentrocken zu sein, braucht einen automatischen Kondenswasserschutz, dicht schließende Fenster und Türen, hat von außen eine thermische Isolierung und steht mit Sohle und Außenwänden komplett im Kiesbett, hat also keinerlei Berührung mit bewachsenem Erdreich. Haustür und Fenster bestehen aus einheimischem, offenporig belassenen Holz. Fenster sind 3-fach verglast. Üppige Dachüberstände schützen Fassade, Türen und Fenster vor zu direkter Bewitterung.
Mit solchen Vorgaben fallen vermutlich die meisten Typenhäuser kläglich durch. Es wird also ein individuell geplantes Architektenhaus. Das hört sich extravagant und teuer an, muß es aber nicht sein. Wenn der Architekt etwas taugt, spart er mehr ein als er kostet. Natürlich braucht er klare Vorstellungen der Bauherren. Die Gesamtkosten des Gebäudes sind dann eine Frage eines intelligenten Grundrisses und geeigneter Materialauswahl. Damit meine ich: Man kann Bad, Küche und Gäste-WC so unüberlegt anordnen, daß das komplette Haus kreuz und quer von Wasser- und Abwasserleitungen durchzogen werden muß. Man kann aber auch nur durch Planung erreichen, daß ein einziger Installationskanal ausreicht, der alles aufnimmt. Man kann einen Haufen Elektroleitungen unter Putz legen und sich damit gleichzeitig fürchterlich festlegen. Man kann aber auch (von wenigen ganz sicher festliegenden Verbrauchsstellen abgesehen) einen umlaufenden Kabelkanal nehmen, der zwar sichtbar ist, aber nicht häßlich sein muß und sich im Laufe des Lebens veränderten Anforderungen anpassen läßt.
1.000 €/qm sind arg knapp gerechnet und vermutlich nur mit viel Eigenleistung realisierbar, die über Malerarbeiten und Außenanlage deutlich hinaus gehen. Wenn man zusammen mit einem pfiffigen Architekten gründlich plant, z. B. Solaranlage, Puffertank und Kaminofen für die spätere Nachrüstung vorsieht und Eigenleistung einbringen kann, wird die Größenordnung von 1T€/qm (ist eine wichtige Vorgabe für den Architekten) jedenfalls nicht zu heftig überschritten.
Gruß
Wolfgang