Hallo,
die Franzosen haben die Academie Francaise, die Spanier und Lateinamerikaner die Real Academia als Institutionen mit sprachlicher Richtlinienkompetenz. Die englischsprachige Welt kann nichts Vergleichbares aufweisen; die Sprache entwickelt sich durch „trial and error“, und es gibt zu jeder Zeit eine Grauzone dessen, was als richtig bzw. als falsch gilt.
Wie verhält es sich bei der deutschen Sprache? Es gibt einen Verein, ein Institut und eine Gesellschaft der deutschen Sprache; es gibt den Duden; es gibt die Kultusministerkonferenz. Hat eine dieser Institutionen (oder eine andere) letztendlich das Sagen darüber, was als richtig und was falsch angesehen wird? Wenn ja, wodurch ist diese Autorität legitimiert?
Ich bin gespannt auf eure Antworten!
Vielen Dank und einen schönen Gruß,
John.
Duden
Hallo,
die Franzosen haben die Academie Francaise, die Spanier und
Lateinamerikaner die Real Academia als Institutionen mit
sprachlicher Richtlinienkompetenz. Die englischsprachige Welt
kann nichts Vergleichbares aufweisen; die Sprache entwickelt
sich durch „trial and error“, und es gibt zu jeder Zeit eine
Grauzone dessen, was als richtig bzw. als falsch gilt.
Verbindlich laut Beschluss der Kultusminister vom 18. und 19. November 1955.
eine andere) letztendlich das Sagen darüber, was als richtig
und was falsch angesehen wird? Wenn ja, wodurch ist diese
Autorität legitimiert?
Englisch
Mit S. Johnsons „Dictionary of the English Dictionary“ (1755) war die englische Rechtschreibung bereits weitgehend festgelegt.
Hi Franz,
Verbindlich laut Beschluss der Kultusminister vom 18. und 19.
November 1955.
das stimmt nicht mehr!
Hab jetzt leider keine Quelle zur Hand. Es wurde allerdings vor einiger Zeit hier im Forum darüber geschrieben.
Gandalf
Hi Franz,
Verbindlich laut Beschluss der Kultusminister vom 18. und 19.
November 1955.
Hier wird meine Behauptung von eben bestätigt
http://www.zeit.de/archiv/1996/40/duden.txt.19960927…
Gandalf
Hi Gandalf,
meine Quelle ist schon 24 Jahre alt.
Hier wird meine Behauptung von eben bestätigt
http://www.zeit.de/archiv/1996/40/duden.txt.19960927…
Gandalf
Richtig, Gandalf,
die Duden-Redaktion gab 1969 von sich aus die normierende Aufgabe auf und begnügte sich mit der beschreibenden Funktion.
Fritz
Englisch
Mit S. Johnsons „Dictionary of the English Dictionary“ (1755)
war die englische Rechtschreibung bereits weitgehend
festgelegt.
Hallo Franz,
zunächst vielen Dank für Deine schnelle Antwort!
Allerdings möchte ich Dir an dieser Stelle widersprechen: Samuel Johnson’s Wörterbuch und alle, die ihm bis heute folgten, hatten deskriptiven und nicht normativen Charakter (auch, wenn ihre Autoren das gerne gehabt hätten) – und darin unterschied sich ihre Funktion von der Rolle, die Institutionen wie die Real Academia oder die Academie Francaise (bzw. in Deutschland die zwischenstaatliche Kommission für die deutsche Rechtschreibung am Institut für deutsche Sprache – ZKDRIDS?) spielten.
Einen schönen Gruß,
John Endres.
Vgl. Bill Bryson’s „Mother Tongue“, S. 128ff.
http://www.zeit.de/archiv/1996/40/duden.txt.19960927…
Hallo Gandalf,
vielen Dank für den Link, das war genau die Information, die ich suchte! Weißt Du, ob die zwischenstaatliche Kommission für die deutsche Rechtschreibung auch für andere Aspekte der Sprache zuständig und maßgeblich ist – z.B. für die Grammatik oder die Aufnahme von Fremdwörtern?
Viele Grüße,
John.