Massives Heizproblem / kaltes Haus

Hallo liebes Forum,

ich bin zusammen mit meiner Familie im Februar 06 in ein Wohnhaus (Eigentum) gezogen. Das Haus wurde 1964 erbaut. Wir sind zunächst in den ersten Stock gezogen, das Erdgeschoss wird noch renoviert.
Wir mussten direkt ein gravierendes Heizproblem feststellen: in den Räumen wurde es maximal 20 Grad C bei voll aufgedrehter Heizung – und das nur bei geschlossenen Türen, Rolläden etc. Die „Normaltemperetaur“ des Hauses liegt ca. bei 18 Grad C!
Zur Ausstattung: Die Therme und die Heizkörper wurden im Jahr 2000 erneuert. Die Rohre dazwischen blieben zunächst, wurden jetzt aber von uns auch komplett erneuert. Allerdings hat das auch keinen Erfolg gebracht. Dann haben wir den Speicherboden mit 10 cm Styropor ausgelegt – auch kein Erfolg. Bisher haben verschiedene Heizungsfirmen unser Haus besichtigt, hatten jedoch keine Idee. Auch die Heizkörper würden von der Größe her richtig „aussehen“ (denn Unterlagen über die Leistung fehlen mir leider).
Am unangenehmsten ist es im Schlafzimmer. Hier wird es bei voll aufgedrehter Heizung nur max. 16 – 17 Grad C. Ich glaube, dass die Therme in Ordnung ist, denn die Heizkörper werden gleichmäßig heiss.
Was noch nicht gedämmt ist: die Kellerdecke von unten und die Aussenwände. Kann denn ein Haus so schlecht gedämmt sein, dass direkt alle Energie nach außen geht? Oder liegt es doch an Therme und Heizkörper?

So langsam bin ich am verzweifeln, da die Energiekosten steigen und wir trotzdem im Haus frieren. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen – ebenso wie auf den Sommer!

Viele Grüße und schonmal vielen Dank,
Tim

Hallo lieber Tim,

Kann denn ein Haus so schlecht gedämmt sein, dass
direkt alle Energie nach außen geht?

bei einem Haus diese Jahrgangs ist es mit einer großen Wahrscheinlichkeit so

Oder liegt es doch an
Therme und Heizkörper?

Mit einer recht großen Wahrscheinlichkeit nicht.

Wie sieht es mit den Fenstern aus?
Einfachverglasung, vielleicht sogar undicht?

Ich hege die Vermutung, daß Du um eine umfangreiche Sanierung nicht herumkommst.
Die Planung und Ausführung sollte aber von Menschen gemacht werden, die wirklich! was davon verstehen, sonst gibst Du viel Geld für unnütze bis sogar schädliche Maßnahmen aus.

Gandalf

Hallo Tim,

ergänzend zu Gandalf:

Hast Du, unabhängig von den Fenstern, mal geschaut, wie dick und aus welchem Material die Außenwände sind? 20 Zentimeter Ziegel (wenn überhaupt Ziegel und nicht irgendein „Leichtbau“-Kruscht) und sonst nix war damals Standard - der Liter Heizöl kostete sowas wie 10-15 Pfennig, und andererseits waren 18° C im Winter etwas, was man als gemütlich warm fühlte.

Man kann bei so einem Teil allenfalls nach oben, zum Dachstuhl hin, mit vertretbarem Aufwand eine Isolierung anbringen.

Ich habe in den letzten Wochen öfter mal mit einem Eigentümer über sein Zweifamilienhaus 1964 gesprochen: Der hat sich mit der Gasrechnung von 1.500 € pro Etage bloß fürs Heizen beschäftigt und zu seinem gelinden Entsetzen feststellen müssen, dass nachträgliche ordentliche Isolierung nicht soo bedeutend weniger kosten würde als Abreißen und neu Bauen.

Schöne Grüße

MM

Hallo !

Was mir merkwürdig vorkommt, Du schreibst nicht ein Wort über die Vorlauftemperatur!!!

Wenn wir das Problem hätten, würde ich die Vorlauftemperatur höherstellen! Ganz einfach!

mfgConrad

hallo du,

ich kann nur ein wenig aus 2 hand beitragen - du könntest einen test machen lassen, bei dem wird mit unterdruck das haus eingenebelt und von aussen kann man dann alle stellen beoachten an denen der nebel austritt.
also egal ob fenster, wände, leitungen und sogar über steckdosen.

leider ist mir nicht bekannt wie sich dieser vorgang nennt…

über andere quellen zur überprüfung wurde hier ja schon was gesagt, das sollte man nat. vorher genauer anschauen. evtl sich da auch einen profi holen lassen (mal beim mieterverein nachfragen z.b).
sicher gibts noch andere quellen bei denen man sich informieren kann nach welchen möglichen ursachen man forschen kann/sollte.

LG
nina

Über eine Antwort
würde ich mich sehr freuen – ebenso wie auf den Sommer!

Tim

…nun steck mal nicht den Kopf in den Sand - dies Jahr wird ein sch… Jahr, das nächste wird besser.

Wenn deine Therme jüngeren Datums ist dann hat sie eine Programmierung, da gibt es neben der Vorlauftemperartur Dinge wie Nachtabsenkung (z.B. könnte deine Uhr falsch gehen), dann können noch Kurven angeglichen werden, Tage einzeln angepasst werden usw. usw… Das heißt erst einmal die Bedienungsanleitung lesen und umsetzen, das Verhalten beobachten, mitnotieren wenn man eine für die Jahreszeit die optimale Einstellung findet.

Dann zu 1964 - in den 60er bis zur Ölkrise hat Energie nur Peanuts gekostet… und so wurde auch gebaut.

Ich schließe mich meinen Vorpostern an. Eine Unsitte waren/sind z.B. Heizungsnischen unter den Fenstern… wenn das so wäre/ist dann hast du da evtl. 12,5 cm Wand - als fast nix. Dachschrägen wurden nach heutiger Beurteilung gar nicht gedämmt - damals wurden Holzzementplatten (das ist gleichzeitig die Dämmung) daruntergenagelt, verpuzt, fertig.

…dein Schlafzimmer - 1Kw sind nicht gleich 1Kw. Ist ein Raum grösser dann benötigst du evtl. zwei kleine Heizkörper die gegenläufig montiert sind. Der Grund dafür ist die Luftzirkulation im Raum.

Also ich würde an deiner Stelle einen Energiecheck für das Haus durchführen lassen ( www.gebaeudeenergiepass.de ), das ganze wird m.E. auch noch vom Staat gefördert - und dann würde ich einen Stufenplan für die nächsten Jahre machen wie es weiter geht.

Gruss vom Harz
Keuper

Fragen bezüglich der momentanen ‚Lage‘
Hallo Tim

An erster Stelle sollte, wie schon gesagt wurde, die Therme mal auf ihre Einstellung überprüft werden!

Dann, ganz wichtig. Anhand der Gebäudedaten bzw. Gebäudepläne muß eine Heizlastberechnung DIN EN 12831 durchgeführt werden, dann weisst du auch 100% wieviel KW das Gebäude und jeder einzelne Raum ganz genau benötigt!

Möglich das der Fehler bei den s.g. nannten Fachleuten lag und die nur überschlägig gesagt haben das die Heizkörper ausreichen.

Aber ein paar Daten wären nicht schlecht:

1.) Welche Bezeichnung und Leistung hat die Therme?
2.) Wieviel KW Leistung hat sie?
3.) Wieviel m² werden beheizt?
4.) Läuft die Therme ständig durch oder schaltet sie zwischendurch mal ab?
5.) Wie wurden die Leitungen für die Heizkörper dimensioniert?
6.) Wurde ein hydraulischer Abgleich durchgeführt?
7.) Anhand welcher Daten wurde die Therme überhaupt ausgelegt?
8.) Nenne alle bekannten aktuellen Einstellparameter der Therme!
Auf jeden Fall mal die Firma kontaktieren die diese Therme dimensioniert und eingebaut hat. Ist sie zu klein dimensioniert, muß die Firma sich um Abhilfe bemühen.

Schönen Sonntag noch :smile:
Gruß
Nelsont

Schau mal wieviel Antworten du liefern kannst.

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Dann, ganz wichtig. Anhand der Gebäudedaten bzw. Gebäudepläne
muß eine Heizlastberechnung DIN EN 12831 durchgeführt werden,
dann weisst du auch 100% wieviel KW das Gebäude und jeder
einzelne Raum ganz genau benötigt!

Ich würde die Vormieter oder Besitzer mal fragen, ob sie das Problem auch hatten.

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Hallo zuasmmen,

schonmal vielen, vielen Dank für die zahlreiche Beantwortung. Einiges von dem, was hier geschrieben wurde, hat mich in meiner Meinung auch bestätigt.
Noch ein paar fehlende Angaben: Die Fenster wurden auch ca. 2000 erneuert, es sind jetzt doppelt verglaste Isolierfenster. Die Heizungsnischen habe ich alle zugemauert und nochmal zusätzlich gedämmt. Die Vorlauftemperetur ist auf 70 Grad C eingestellt. Ich hatte sie auch mal auf 90 Grad C gestellt, was aber keine spürbare Verbesserung brachte. Die Dachschrägen sind noch ungedämmt.
Mein nächster Schritt wäre, eienn Energieberater zu kontaktieren. Hat hier jemand Erfahrung mit Thermografie (ich meine diese Fotos, die Heizverluste am Haus zeigen). Lohnt sich das?

Grüße und nochmals Danke für die bisherigen Antworten,
Tim

Wie sieht es denn mit dem Heizwasserdurchfluß aus?
Ist die Umwälzpumpe sauber??
Möglicherweise pumpt sie zu wenig.

mfgConrad

Frage
Hallo,

eins hab ich noch nicht gefunden, oder es nur überlesen:
Wie hoch waren denn bisher deine Heizkosten?
Das wäre eine wichtige Grösse, um das Problem mal quantitativ einschätzen zu können.

Was ich mich auch frage: Wie heizt ihr?
Lass doch mal 2 Tage am Stück in einem Zimmer die Heizung an.

Evtl. ist das Haus sehr massiv und braucht lange, um innen warm zu werden. Dafür wird es auch langsamer kalt.

Gruss,

Hi,

als Ergänzung.
Blower Door nennt sich das Ganze, ist im Neubau obligatorisch (wir haben es auch machen lassen) und kostet um die 300 EURO.
Wobei ein Altbau (von den neuen Fenstern) mal abgesehen sicher alles andere als dicht ist, daher würde ich auf jeden Fall ein Thermografie mit machen lassen.

Gruß
Marko

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Tim,

eine ganz simpele Sache ist mir noch eingefallen - hast du die Heizkörper entlüftet?

Gruss Keuper

Hallo,

hier noch ein paar fehlende Angaben als Ergänzung:
Wir hatten dieses Jahr eine Heizkostenrechnung von 950,- Euro (Gas). Wir haben nur das erste Stockwerk (ca. 75 qm) geheizt, und - naja - warm war es wie gesagt nicht.
Die Heizkörper sind alle entlüftet. Ob die Umwälzpumpe richtig arbeitet, kann ich ja mal überprüfen lassen.
Übrigens ist mir nochwas eingefallen: der Heizkörper im Schlafzimmer rauscht tierisch laut und wird nur sehr mühsam warm. Von der Länge der Rohre her ist er von der Therme am weitesten entfernt.
Und: die Vormieter hatten dasselbe Problem.

Vielen Dank für die Antworten, ist wirklich ein tolles Forum hier.
Grüße,
Tim

Für alle die aktuell auch das Problem haben, dass das Haus kalt ist. Man könnte Elektroheizungen oder Konvektoren nehmen, die dann beim Heizen mithelfen und so das Haus warm halten. Auf der Seite: http://elektroheizung-test.com habe ich ein paar Modelle gefunden die für so welche Zwecke interessant sein könnten.

LG