Maßnahmen nach Schimmelbildung im Keller

Hallo,
in meiner Doppelhaushälfte (Baujahr 2007) ist im Kellerbereich an mehreren Stellen hinter Fußleisten aus Holz bzw. Pappe Schimmel aufgetreten. Der Schimmel trat nur im Bodenbereich und nur an Innenwänden auf. Ebenso ist eine Leiste an der Oberseite geschimmelt, die auf dem Boden in einem Kellerraum lag, also auf einer Seite, die nicht zur Wand zugewandt war. Die Wände dahinter sind staubtrocken, ebenfalls der Estricht. Der Bodenbelag auf dem Estricht ist mindestens ein Jahr nach Verlegung des Estricht eingezogen worden, so dass ich Restfeuchte im Estricht auch ausschließe. Da keine Wasserleitungen an diesen Stellen verlegt sind und ich keinen Druckabfall hatte, schließe ich Undichtigkeiten an den Wasserleitungen aus.
Ich denke, dass der Grund die Sommerkondensation ist, was meint Ihr dazu?
Was können wir zukünftig unternehmen, um Schimmelbildung zu vermeiden? Wir lüften im Sommer nur nachts, wenn die Temperatur außen unter der Kellertemperatur ist. Trotzdem scheint das ja nicht ausreichend zu sein. Was kann ich tun, wenn ich eine günstige Lösung ohne große bauliche Veränderungen anstrebe? Wäre ein Luftentfeuchter zu empfehlen oder vielleicht ein Ventilator mit Zeitschaltuhr?
Bin für jeden Rat dankbar.
Viele Grüße
Guido

Hallo,

> Ich denke, dass der Grund die Sommerkondensation ist, was
> meint Ihr dazu?

ich meine, daß Du jemanden kommen lassen solltest, der die Wände und des Bodens auf Feuchtigkeit mit etwas mehr prüft als mit bloßen Händen. Viele Stadtwerke bieten günstig (~ 50 Euro) Schimmelberatung an und die Leute laufen dann auch mit entsprechenden Meßgeräten auf.

Gruß
C.

Fußboden wahrscheinlich nicht ausreichend gedämmt. Perimeterdämmung?

Hallo C-Punkt,
vielen Dank für die Info. Ich habe sofort die Stadtwerke angerufen. Hier war aber die Antwort, dass ich ja schon selbst gesehen habe, dass Wände und Estricht trocken sind, so dass er mir von einer Messung abgeraten hat. Stattdessen hat er mir empfohlen, den Laminat durch Fliesen zu ersetzen. Als letztes Mittel wird mir wahrscheinlich nichts anderes übrig bleiben. Wäre ein Luftentfeuchter sinnvoll, um den Austausch des Laminats abzuwenden - oder ist es herausgeschmissenes Geld?
Viele Grüße
Guido

Meist ist es so das in Kellerräumen nicht vernünftig gelüftet werden kann. Wenn das Problem nur im Sommer auftaucht dann wird dies wohl mit der Luftfeuchtigkeit zu tun haben. Versuch es doch einfach mal mit einem Luftentfeuchter. In diesem Fall kann ich sonst nix raten.

Hallo Mandy78,
vielen Dank für die Hilfe. Ich denke, dass ich es so auch erst einmal versuchen werde.
Viele Grüße
Guido

Hallo Guido, nach Deiner Beschreibung tippe ich auch auf Kondensationsfeuchte. Du bist eh einer der seltenen die dieses Problem kennen und auch grundsätzlich richtig darauf reagieren indem nur nachts gelüftet wird. Abhilfe kann ein Luftentfeuchter schaffen, dieser erwärmt jedoch auch den Keller. Ventilator mit Zeitschaltuhr ist keine so gute Idee weil Du ja nicht weißt wann die passenden Bedingungen sind. Besser ist da schon eine Temperaturdifferenz - Steuerung welche mit einem Fühler die Innen- und die Außen- Temperatur vergleicht und bei ausreichend großem Unterschied den Ventilator aktiviert. Der Ventilator soll übrigens als Zuluft-Ventilator eingebaut werden, bei einem Abluft-Ventilator besteht die Gefahr dass die Zuluft aus den falschen Bereichen angesaugt wird. Oder gleich einen Ab- und einen (stärkeren) Zuluft- Ventilator. Es reichen da kleine Ventilatoren mit 10cm bis 12.5cm Durchmesser, eine Luftwechselrate von 2 bis 3 mal pro Tag ist Ausreichend. Die optimale Methode ist eine Luftfeuchtigkeitsabhängige Steuerung welche aber wirklich die ABSOLUTE Feuchte als Wert heranzieht und nicht die rel. Luftfeuchtigkeit. Google mal nach Kellerlüftung o.ä.
Falls Du noch Fragen hast oder nichts passendes findest melde Dich nochmal. Würde mich auch über eine Erfolgsmeldung freuen.
lg, Lois

Hallo Lois,
vielen Dank für die Tipps, ich habe mir heute einen Entfeuchter bestellt. Sobald ich Ergebnisse habe, melde ich mich wieder. Da der Entfeuchter später im Dauerbetrieb nicht ständig laufen wird, hält sich die Erwärmung hoffentlich in Grenzen.
Viele Grüße
Guido

Hallo Guido,

das könnte schon Sommerkondensat sei. Die Außenwände dürften gut gedämmt sein, daher tritt das Problem nur an den Innenwänden, wenn diese auf der nicht von unten gedämmten Bodenplatte errichtet wurden, auf. Der Einsatz des Luftentfeuchters dürfte eine preisgünstige Variante sein, um Schimmel vorzubeugen. Verwenden Sie einen mit Feuchtesteuerung, dem sogenannten Hygrostat, dann läuft das Gerät nur, wenn die eingestellte Luftfeuchtigkeit erreicht wird.
Gruß
JM

Hallo,
eine Sommerkondensation wäre durchaus möglich. Das könnte durch eine entsprechende Messung der Oberflächen- und Raumtemperatur sowie Oberflächenfeuchtigkeit und Raumluftfeuchtigkeit kontrolliert werden.

Der Einsatz eines Luftentfeuchter in Verbindung mit einem Luftreiniger mit HEPA Filter würde ich jedoch empfehlen. Abschließend eine Feinreinigung um sicher zu gehen das keine Sporen zurück geblieben sind. Einen Ventilator würde ich nicht empfehlen da dadurch die vornehmen den Sporen verteilt werden könnten.
Beste Grüße und viele Erfolg

Ich würde die Wanflächentemperaturen zu erst mal feststellen.
Das mit dem Lüften ist ja in Ordnung, aber wenn die Wand zu kalt ist nützt das nicht so viel.

Als weitere, etwas aufwändigere Maßnahme schlage ich eine Wandflächenheizung vor, elektrisch, oder die von der Warmwasserhzeitzung der Heizkörper, ggf. genügt auch schon das Verlegen eines Heizungsrohres, Rücklauf, an der Fussbodenleiste, die aufsteigende Luft, führt dann schon zu einer etwas höheren Oberflächentemperatur, durch die Lufbewegung wird auch die Feuchtigkeit, durch die Strahungswäre dürfte es dann auch keine Probleme im Bereich der Fussleiste geben.
Viel Erfolg, K. Taeubig