Master Elektrotechnik nach Bachelor Mechatronik

Guten Abend,

ich habe folgendes Problem. Ich machte meinen Bachelor an einer Berufsakademie (duale Hochschule) in Mechatronik. Nun möchte ich an einer FH den Master in Elektrotechnik machen.
Ist das vom Schwierigkeitsgrad machbar? Die BA vermittelt ja bekannterweise nicht die tiefgreifendste Theorie…
Mach mir da echt einen Kopf drüber und wäre um Hilfe sehr dankbar!

Viele Grüße
Christian

Moin,

Ist das vom Schwierigkeitsgrad machbar?

das wird Dir hier keiner sagen können.

Am besten fragst Du Studenten vor Ort und klärst die Fragen in Gesprächen.
Meist gibt es auch detailierte Studienpläne auf den Seiten der Hochschulen.

Gandalf

Grüß Dich.

Ich habe ein wenig gelesen, um besser auf Dein Problem antworten zu können.

Bachelor an einer Berufsakademie (duale Hochschule) in Mechatronik

an einer FH den Master in Elektrotechnik machen

Du mußt als erstes klären, ob Du überhaupt mit Deinem Bachelor in Mechatronik den Master in Elektrotechnik machen darfst. Klingt komisch, ist vielen auch unbekannt, ist aber tatsächlich die wesentliche Hürde.

Einen Master in einem vom Bachelor abweichenden Fach zu machen, ist nicht automatisch möglich. Von Hochschule zu Hochschule gelten unterschiedliche Regelungen dafür. Ein Beispiel, um es Dir plastisch zu vermitteln: Die Universität hier erlaubt einem Studenten mit Bachelor in einem geisteswissenschaftlichen Fach, z.B. Soziologie, den Master in Philosophie nur, wenn der Student im Soziologie-Bacherlor 2/3 der Module bzw. vergleichbare Leistungsnachweise des Philosophie-Bachelors erfüllt hat.

Mit dem Bachelor irgendeinen Master hinterherstudieren, wie es z.B. im Ausland vorkommt, kannst Du vergessen. Das liegt daran, daß die Bologna-Reform in Deutschland zumindest gegenwärtig auf halbem Weg abgebrochen wurde und die meisten Bachelor-Master-Programme konsekutiv entworfen sind, in Zahlen: Ca. 85% der Masterstudiengänge bauen auf dem zugehörigen Bachelorstudiengang auf und können nicht über einen Quereinstieg studiert werden.

Mechatronik klingt zwar im ersten Augenblick so ähnlich wie Elektrotechnik und der Unkundige würde ein verwandtes Fach vermuten, doch die Wirklichkleit sieht anders aus.

Mechatronik gehört in vielen, vielen Hochschulen größtenteils zum Maschinenbau. Die Inhalte der Maschinenbauer überwiegen. Es kommt sehr stark auf Deine Vertiefung an. Nur Mikrotechnik oder Antriebstechnik bringen Dich auf die Straße der Elektrotechnik. Ist der Mechatronik-Bachelor, den Du studierst, ein mikrotechnischer, bietet Dir die Elektrotechnik z.B. Mikrosystemtechnik als eine der klassischen Spezialrichtungen, ist der Mechatronik-Bachelor ein antriebstechnischer, könntest Du bei den Energieanlagentechnikern unterkommen.

Du solltest die Elektrotechnik des weiteren nicht unterschätzen. Sie gilt als schwierigste der Ingenieurwissenschaften und beinhaltet im Rahmen der klassischen Ingenieurstudienfächer die mit Abstand größte Menge Mathematik und Physik.

Das BA-Studium hingegen hat aus verschiedenen Grunden keinen überzeugenden Ruf, und die Neubezeichnung als „duale Hochschule“ ändert das nicht.

Gandalf, der Dir schon antwortete, meint z.B., daß die Fachhochschulen aufgeholt haben und spätestens seit der Bologna-Reform ein vergleichbar gutes Studium wie die Universitäten bieten. Ich sehe das differenzierter, weil ich den Ingenieurberuf nicht so einschätze wie Gandalf, aber laß mich einfach für eine Sekunde unterstellen, daß Gandalf goldrichtig liegt. Dann bist Du in Schwierigkeiten, denn Du müßtest theoretisch gut sein - so gut, daß Du das bestenfalls moderate Niveau der BA überwinden kannst und das FH-Niveau bewältigst.

Ein erster wichtiger Eindruck wäre die Literatur. Überfliege Fachliteratur, die dezidiert für Fachhochschulen und Universitäten geschrieben wurde. Mathematik, Physik, Chemie, Grundlagen der Elektrotechnik, theoretische Elektrotechnik (das Königsfach, seltener auch technische Elektrodynamik genannt) usw. usf.
Widme Dich vielleicht auch den kleineren Nebenfächern wie z.B. Nachrichtentechnik, Werkstoffkunde, Informatik usw.
Beachte hierbei die Gegebenheiten der BA-Ausbildung und des angestrebten Masters. Soll es z.B. das Fachgebiet der Mikrosystemtechnik werden, darfst Du keine Schwächen in Werkstoffkunde haben oder in sonstigen Nebenfächern, die die Hauptfächer des Masters vorbereiten, bspw. Konstruktionslehre, technische Mechanik, elektronische Schaltungstechnik. Das gleiche gilt für die Möglichkeit der Antriebstechnik, wo Du elektromagnetische Felder und elektrische Maschinen gut verstehen solltest. Halbleiterphysikalischen Grundlagen sollten solide entwickelt sein wie auch ein grundlegendes Verstehen elektronischer Schaltungen.

Die Grundlagen des Ingenieurstudiums werden in der Phase des Bachelorstudiums gelehrt, und Du mußt sicherstellen, daß Du diese Grundlagen zwar nicht vollständig, doch zum größten Teil verstehst und einzusetzen in der Lage bist. Ansonsten könnte das Masterstudium für Dich eine sehr unangenehme, kurze Erfahrung werden.

Vor allem mußt Du die Gepflogenheiten der Hochschule beachten, wo Du Elektrotechnik weiterstudieren möchtest. Suche im Internet die Studienordnung für den Bachelor, schreibe eine eMail an die Studienberatung der Fachhochschule und lasse Dir nötigenfalls Einzelheiten zu den Lehrveranstaltungen erklären. Es könnte durchaus sein, daß die Berufsakademie eine Reihe von Fächern mit der gleichen Bezeichnung führt, und Du solltest nicht der Illusion erliegen, daß ihr betrieblichen Studenten der BA das gleiche lernt wie die Vollstudenten der FH.

Inwieweit der Praxisbezug der BA von Vorteil ist, ist schwer einzuschätzen. Die FH hat im Gegensatz zur Uni noch den großen Vorteil, daß die FH-Studenten vielmals eine Berufsausbildung mitbringen und keine im theoretischen Äther betäubten Abiturienten darstellen, die teilweise noch nichtmal einen Lötkolben in der Hand hielten.

Die BA ist darüber hinaus dafür bekannt, daß die praktischen Inhalte manchmal stark vom Betrieb geprägt sind und es BA-Absolventen gibt, die deswegen eigentlich zu speziell ausgebildet wurden, zu sehr auf den Betrieb ausgerichtet, und vor allem beim Verlassen des alten Arbeitgebers Probleme im neuen Unternehmen haben.

Wie gut Deine BA wirklich ist, merkst Du erst in der FH.

Viele Grüße
reinerlein

Wenn du in der Firma bleibst, geht auch ein Fernstudium oder wenigstens berufsbegleitend. Nur wurd da fast immer reichlich Berufserfahrung verlangt, was für den Praxisteil der BA nicht zählt.

An dieser Hochschule gibt es auch Brückenkurse, um Wissen zu vertiefen, was für den Studiengang wichtig ist.

http://www.masteronline-iems.de

Dort wird bei der Zulassung auch geprüft, ob der Elektroanteil reicht.

http://www.eit.h-da.de/studium-eit/elektrotechnik-m-…

http://www.zfh.de/zfh/elektro/Studienbroschuere_Mast…

http://www.zfh.de/zfh/elektro/FlyerET.pdf