Mathe-Diplom, und dann?

Hi,

ich habe mich nun ein bisschen durch die alten Links auf dieser Seite geklickt, auf anderen Seiten gesurft und Freunde befragt:
„Was kann man mit einem Mathe-Diplom eigentlich machen?“
Dabei erhalte ich folgende Antworten:
a) Finanzmathe, also Bank, Versicherung etc
b) Informatik+ Mathe. Webdesign und anderes
c) Unternehmensberatung. Die nehmen eh jeden und Mathematiker sind rar
d) Karriere an der Uni

Ich bin nun fast fertig und hatte immer gedacht ich würde d) machen. Das fällt nun doch flach.
Ich arbeite gerne kreativ (gibts das bei a)?) und im Team. Ich kenne mich nicht besonders mit PCs aus, weshalb b) wegfällt. Ich habe keine großen Ansprüche an Geld in meinem Leben und will mich nicht kaputt-arbeiten fürs Geld. Daher finde ich c) fragwürdig.
Die Frage die ich mir nun immer wieder stelle ist die: „Was denn dann?“
Habt Ihr da Ideen? Irgendwas anderes als die 4 Möglichkeiten da oben? Ich wäre sehr dankbar.
Liebe Grüße
Tremer

Hallo,

ich habe selber Mathe studiert. Wir haben uns damals weitgehend über das Nebenfach definiert. Die Informatik als Nebenfach hatten, gingen dahin, die Medizin als Nebenfach hatten, gingen dahin etc.

Für deine Berufswahl stellen sich also folgende Fragen:

  • Was ist dein Nebenfach?
  • Worauf hast du dich spezialisiert (angewandte Mathematik: Numerik, Stochastik etc.; reine Mathematik: Analysis, Algebra etc.)?

Viele Grüße,

Bombadil2

Hi Bombadil,

das ist ein Problem! Ich habe Mathe mit Nebenfach Mathe gemacht. Genauer: Mathe mit Nebenfach Logik. In der Logik habe ich mich (mehr oder minder gezwungener Weise) auf Mengenlehre spezialisiert. Das ist ein ganz kleiner Fachbereich dessen Fragen die Grundlagen der Mathematik betreffen, der allerdings (bislang) noch keinerlei Anwendung in der Physik/Chemie/Philosophie oder whatsoever gefunden hat. Das es jemals Anwendungen geben wird ist sehr zweifelhaft.
Sonst habe ich mich für Statistik als angewandtes Fach entschieden. Mochte es aber nie besonders und habe nur das Minimum gemacht.
Die reine Mathe war zwar immer ganz nett, habe Algebra und dann FA (Funktional Analysis) gemacht, war aber immer eher Logiker.

Danke schonmal für die schnelle Antwort, ich hoffe auf mehr.

Lieben Gruß

Tremer

Hey !

war aber immer eher
Logiker.

Im IT-Bereich bei den künstlichen Intelligenzen ist Logik gefragt. Wie siehts damit aus?

Gruß, Leebo

Hallo Tremer,

und wie wäre es als Lehrer zu arbeiten?

Ich habe keine Ahnung, was für Voraussetzungen Du da brauchst - ist nur so eine Idee…

Viele Grüße
Aquilegia A.

Hi Leebo,

IT ist generell ganz interessant. Nur wenn ich mir die Jobs ansehe wollen die alle (gute) Kenntnisse in C, C++ und ähnlichem. Ich kann sowas abe leider nicht. Kämpfe zZ noch mit LaTeX.
Fällt dir was ein wofür man nicht direkt ein Informatik-Studium braucht?

Gruß, Tremer

Hey,

ich denke, dass du in IT-bezogenen Forschungsinstituten oder F&E-Einrichtungen in Unternehmen Chancen hättest. Da gehts meist eher um … naja … „Kopfsachen“ :wink: Die Feinkonzepte zur Implementierung machen dann die richtigen Informatiker.

Natürlich setzt das ein gewisses Maß an IT-spezifischem Denken voraus, z.B. dass du weißt, WAS überhaupt möglich ist aufgrund gegebener Ressourcen etc.

Hoffe, das hilft dir weiter.

Gruße, Leebo.

Hallo,

ich denke, dass du in IT-bezogenen Forschungsinstituten oder
F&E-Einrichtungen in Unternehmen Chancen hättest. Da gehts
meist eher um … naja … „Kopfsachen“ :wink: Die Feinkonzepte
zur Implementierung machen dann die richtigen Informatiker.

Die „Programmierer“ :wink:

Natürlich setzt das ein gewisses Maß an IT-spezifischem Denken
voraus, z.B. dass du weißt, WAS überhaupt möglich ist aufgrund
gegebener Ressourcen etc.

Ich denke auch, letztendlich wird logisches Denken schon „überall“ benötigt.
Eventuell helfen dir auch die Stichworte Projektmanagement, Prozessmanagement, Prozessmodellierung?

Beatrix

Hi. Du hast gesagt:

ich denke, dass du in IT-bezogenen Forschungsinstituten oder
F&E-Einrichtungen in Unternehmen Chancen hättest.

Darufhin bin ich rübers in Informatik Forum und habe folgende Antwort bekommen:

Ohne Programmier-Kenntnisse wird es für dich sehr schwierig in
der Informatik-Branche. Dabei ist es gar nicht mal so schlimm,
dass du keine Programmiersprache beherrschst. Viel schlimmer
ist, dass du nicht wie ein Programmierer denkst. Das
Hauptproblem in der Informatik besteht darin, sehr komplexe
Zusammenhänge zu erfassen und in kleine, handhabbare
Teilprobleme zu zerlegen. Und genau das lernst du beim
Programmieren.

Du schreibst, dass du Turing-Maschinen kennst, aber das
braucht niemand. Wichtig wären Kenntnisse in: .NET, COM,
CORBA, MFC, SQL, XML, XSLT, HTML, Java, C++, C#, VB, …
Kennst du irgendwas davon?

Du kennst dich mit Logik aus. Aber auch das ist „gefährlich“.
In der Mathematik ist z.B. ein Quadrat ein Spezialfall von
einem Rechteck. In der Informatik nicht! Bei einem Rechteck
kannst du nämlich die Länge der Seiten unabhängig voneinander
verändern. Bei einem Quadrat nicht. [Stichwort: Denken wie ein
Programmierer]

Da du bisher nichts mit Computern gemacht hast, außer dem
üblichen Office-Kram und Surfen, rate ich dir dringend von
einem Job in der IT-Branche ab. Damit wirst du nicht
glücklich.

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer:
Jedes Mal wenn ich jemanden frage was man mit Mathe machen kann sagt man mir: Alles mögliche, nur grade mein Spezialgebiet, das nicht so recht.
Der Informatiker sagt, wie oben, „Mach alles, nur kein IT-Kram“. Der Versicherungsmensch sagt: „Mathe? Mach alles, nur für Versicherungen ist Finanzmathe besser“. Und die Lehre sagen: „Klar, Mathe ist ein Magelfach, aber du hast leider nichts in Päda gemacht.“

Ich hatte eine Antwort hier bekommen, ich solle mich über mein Nebenfach definieren. Das ist aber Logik, Mengenlehre. Und somit auch Mathe. Es muss doch einfach was geben was man noch machen kann!

Suchende Grüße

Tremer