Grüß Dich.
Grundsätzlich wäre zu unterscheiden, ob der junge Mann sein Abitur verschwenden möchte und einen Lehrberuf ergreift, oder das Abitur wie vorgesehen ausschöpft und ein Studium antritt.
Studiengänge mit hohem mathematischen Anteil:
- Elektrotechnik
Die Ingenieurwissenschaft, die mit Abstand am meisten Mathematik bedeutet. Du hast abgesehen von den Vorlesungen Elektrotechnik, Chemie und Physik das ganze Grundstudium ausschließlich Mathe. Das heißt nur immer anders. Und selbst die genannten 3 Sachen sind voll mit Mathe bis Oberkante Unterkiefer.
Was du später davon brauchst, hängt von der Vertiefung ab. Differentialgleichungen lauern hinter allen Ecken, die Theorie der Wellen und Felder heutigen Tags sowieso. Bloß wenn du zu sehr in bestimmte Niederungen herabsteigst, verengt sich das Bild ein bißchen. Ob er allerdings zum Ingenieur geeignet ist, liegt nicht an der mathematischen Leidensfähigkeit oder am Knall im Kopf für Mathe, sondern das korreliert stark mit dem Verstehen von Physik und, noch wichtiger, dem Gefühl für Technik. Letzteres vernachlässigen unsere Gymnasien bekanntlich sträflich und man kann jedes Wintersemester wieder Unmengen Abiturienten absaufen sehen, die sich einbilden mit Mathe- und Physik-LK auftrumpfen zu können.
Bei den Ingenieuren ist es so: Das viele Fachwissen liest du dir peu à peu an. Erfahrung und ständig neue Dinge machen spielt die größte Rolle und wiegt viel schwerer als bspw. in der theoretischen Physik et cetera. Von der Uni (und FH) kommt der Jungingenieur höchstens als Rohdiamant ohne echte Ahnung von der Welt draußen.
Wenn er mathematisch veranlagt ist, solltester des weiteren unbedingt die Finger vom FH-Studium lassen. Die paar Monate Praxis, die die FH-Studenten während des Studiums mehr im Stundenplan stehen haben, holt er ohne Hürden wieder auf. Aber die Uni vermittelt die Hintergründe und das Fachwissen bedeutend besser. Langlebiger vor allem.
- Maschinenbau
Im Prinzip siehe Elektrotechnik, aber spürbar weniger Mathe.
Gleiches gilt für alle anderen Ingenieurwissenschaften
- Chemie
Wenn er sich auf die Pfade der physikalischen Chemie begibt, mußt er mit Sicherheit nicht über Mathemangel klagen. Orbitale, Quantenmechanik usf…
- Physik
Hier vor allem die theoretische Physik, die mit dem alternativen Wort mathematische Physik sinngebender beschrieben ist. Die Grenzen zwischen Mathe und Physik verschwimmen in den Gefilden aber zusehends, trotzdem ist es angewandter als die reine Mathematik. 
möchte aber später auch nicht den 9-to-5 Job haben
In allen oben genannten Berufsfeldern arbeiten die Leute anständig, mindestens 40 Wochenstunden. Ingenieure baumeln um 42-44, speziell in den neuen Ländern.
Die Arbeit trägt ihm keiner ins Haus und wenig Arbeit für viel Kohle kannst er sich aus dem Kopf schlagen.
Reich wird er auch nicht in solchen Berufen.
Tschüß