Matratze bei einer Tür, was ist das?

Hallo!

In Heinrich Manns „Die Kleine Stadt“ steht folgendes:

„Er hob die Matratze von der Domtür und glitt hinein…“

Was ist eine Matratze in dem Fall?

Wer weiß das? Danke im Voraus, Grüße,
Bethje

Hallo,

leider hab ich nur eine Vermutung. In Kirchen (speziell großen) gab und gibt es oft an der Innenseite einen Vorhang. Wenn man also in die Kirche wollte, mußte man zuerst die Tür öffnen und dann noch den Vorhang.

Mit diesem Vorhang wollte man verhindern, daß die kalte Luft in die Kirche kam, und die warme raus, bzw. man wollte bei mehreren Türen verhindern, daß es zog.

Damit die Vorhänge diese Funktion auch erfüllen konnten, waren sie normalerweise dick und schwer, fast so wie (dünne) Matrazen.

Aber wie gesagt, das ist (m)eine Vermutung.

Gerhard

Hallo Gerhard,

das kann schon sein, dass der schwere Vorhang ein Ersatz ist für die Matratze, die man zuvor als „Wärmedänmmung“ von innen gegen die Türe stellte.

Es gibt übrigens „Matratzengottesdienste“ in der Ev. Kirche. Eine Erklärung dafür außer der des: „Wir schlafen heute in der Kirche“, habe ich allerdings nicht.

LG, Karin

Hallo Gerhard!

Dann wird es das wohl sein - scheint mir passend.

Danke! :o)

Grüße,
Bethje

Servus Bethje,

von den Nachbarn (konkret dem „Petit Robert“) kommt dabei folgende Unterstützung:

Einerseits ins Deutsche und ins Französische vom Italienischen her und dorthin aus dem Arabischen „matrah“ („etwas auf den Boden geworfenes“, wenn man Robert glauben darf). Also nicht unbedingt etwas Vorhangartiges daraus ableitbar.

Andererseits „matelasser“ = polstern, füllen. Der Petit Robert findet bei Maupassant „la porte matelassée, à battants garnis de cuir“. Dieses beschreibt diese Form von gepolsterten Schwingtüren, die es so wohl bloß in den Windfängen von Kirchen gibt: mit einer lederbezogenen Polsterung aus Filz und/oder Watte.

Schöne Grüße

MM

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Danke!
Hallo Martin!

Danke für die Information - hat mir sehr geholfen! :o)

Grüße,
Bethje