Matthäus 10.34: Brauche Interpretationshilfe

„Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“

Das sagt, wenn ich es richtig verstehe, Jesus. Trotz Lesens der vorhergehenden Verse, will sich mir die „friedliche“, wohlmeinende Bedeutung nicht erschließen.
Wer kann mir helfen?

Danke, Stucki

Hallo Stucki

„Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu
bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu
bringen, sondern das Schwert.“

Das sagt, wenn ich es richtig verstehe, Jesus. Trotz Lesens
der vorhergehenden Verse, will sich mir die „friedliche“,
wohlmeinende Bedeutung nicht erschließen.
Wer kann mir helfen?

Die nachfolgenden vier Verse werfen mehr Licht auf die Bemerkung.
Es geht hier darum, dass Menschen mit Schwierigkeiten rechnen müssen, wenn sie Christus nachfolgen. Sie müssen mit Verfolgung und Feindschaft rechnen, wobei sich die Feindschaft sogar auf die Familie erstrecken kann.(Vergleiche mit dem Paralleltext in Lukas 12:51)
Kurz vorher in Matthäus 10:21,22 wird wird etwas ähnliches ausgesagt.
Zur Zeit Jesu Christi stellte dies ein extremes Problem dar. Die Familie stellte Schutz und Versorgung dar. Das Zusammenhalten war für das Überleben wichtig.

Es ist keine friedliche wohlmeinde Bemerkung sondern eine Warnung. Christen müssen damit rechnen gehasst und verfolgt zu werden, und das bis in die Familie hinein.

Gruß
Carlos

Nachtrag Matthäus 10:35-39
35 Denn ich bin gekommen, um zu entzweien: einen Menschen mit seinem Vater und eine Tochter mit ihrer Mutter und eine junge Ehefrau mit ihrer Schwiegermutter. 36 In der Tat, eines Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. 37 Wer zum Vater oder zur Mutter größere Zuneigung hat als zu mir, ist meiner nicht würdig; und wer zum Sohn oder zur Tochter größere Zuneigung hat als zu mir, ist meiner nicht würdig. 38 Und wer seinen Marterpfahl nicht annimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. 39 Wer seine Seele findet, wird sie verlieren, und wer seine Seele verliert um meinetwillen, wird sie finden.

„Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu
bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu
bringen, sondern das Schwert.“

Das sagt, wenn ich es richtig verstehe, Jesus. Trotz Lesens
der vorhergehenden Verse, will sich mir die „friedliche“,
wohlmeinende Bedeutung nicht erschließen.
Wer kann mir helfen?

das zentrale anliegen jesu ist es den weg ins „himmelreich“ zu zeigen. und dieses „reich gottes“ soll auch nicht irgendwann im jenseits erreicht werden, sondern hier und jetzt. so wie er an anderer stelle sagt: „für euch ist jede stunde die rechte zeit.“

jeder der nun also „dahin“ kommen will muss dazu jedwede „abhängigkeit“ von weltlichen dingen in sich quasi mit dem schwert (nur eine rigorose metapher und nicht wörtlich zu nehmen) kappen. dazu muss man nicht im wörtlichen sinne familie, haus, job, etc. verlassen, aber all diese dinge dürfen keine bedeutung mehr haben. an anderer stelle ist das umschrieben mit: „in der welt sein, nicht von der welt.“

schöne grüsse

atos

kurze Frage

38
Und wer seinen Marterpfahl nicht annimmt und mir nachfolgt,
ist meiner nicht würdig. 39 Wer seine Seele findet, wird sie
verlieren, und wer seine Seele verliert um meinetwillen, wird
sie finden.

Also nach den mir zur Verfügung stehenden Quellen heißt es in (38) nicht Marterpfahl, sondern Kreuz. und (39) lautet Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden

Seele und Leben - wie unterschiedlich ist das auszulegen ?

Hallo Herr Meyer,

Also nach den mir zur Verfügung stehenden Quellen heißt es in
(38) nicht Marterpfahl, sondern Kreuz. und (39) lautet Wer
sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben
verliert um meinetwillen, der wird’s finden

Seele und Leben - wie unterschiedlich ist das auszulegen ?

Das hängt mit der Neuen-Welt-Übersetzung zusammen, die ich hier verwende.

Das Wort, das hier mit Marterpfahl übersetzt wurde, ist das Wort „staurós“. Im klassischen Griechisch bedeutet dieses Wort lediglich einen Stamm oder Pfahl. Entgegen der religiösen Tradition gehen Jehovas Zeugen davon aus, dass Jesus an einen einfachen Pfahl geschlagen wurde.

Das Wort das Wort, das hier mit Seele übersetzt wurde, ist das Wort „psyche“.
Es entspricht dem hebräischen Wort „Nephesch“ und wird in der Übersetzung, die ich verwende einheitlich mit Seele übersetzt.
Das gleiche Wort findet sich beispielsweise in Matthäus 6:25, Philiper 1:27, 1. Thessalonicher oder Hebräer 4:12.

Du wirst das gleiche Wort in deiner Bibel unterschiedlich übersetzt finden. Der Grund hierfür ist, dass die Vorstellung einer unsterblichen Seele als ein Bestandteil von Mensch und Tier im ursprünglichen Juden- und Christentum unbekannt war.
Mit den heutigen Vorstellungen klingt es natürlich seltsam seine Seele zu verlieren.

Gruß
Carlos

Hallo Stucki!

Da kann nur Jesus helfen, wenn er in der Offenbarung durch Lorber selbst erklärt, um was es hier geht:
(Texterläuterung in Himmelsgaben HiG.03_64.03.21.)

[02] „Ihr sollt nicht wähnen, daß Ich gekommen sei, Frieden auf Erden zu streuen. Ich bin nicht gekommen, euch den Frieden dieser Welt zu geben, sondern das Schwert zum Kampfe. Denn Ich bin nur gekommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater, die Tochter wider ihre Mutter und die Schnur wider ihre Schwieger. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.“

[03] Wer diese drei Verse buchstäblich nimmt, die noch dazu sehr mangelhaft übersetzt sind, der kommt notwendig in ein Labyrinth von Irrtümern, aus denen er auch mit dem Lichte einer Urzentralsonne nicht heraus-kommen kann. Denn wie aus dem Vorhergehenden ersichtlich, lehre und begehre Ich alle erdenkliche Nachgiebigkeit, Friedlichkeit und Freundlichkeit unter den Menschen; und Moses selbst lehrt in seinem vierten Gebote aus Meinem Munde: „Ehre und achte und liebe Vater und Mutter, auf daß du lange lebest und es dir wohlergehe auf Erden.“

[04] Wie könnte Ich dann allem dem schnurstracks entgegen eine Lehre aufgestellt haben, nach der der Sohn mit seinem Vater, die Tochter mit ihrer Mutter, die Schnur mit ihrer Schwieger usw. mit dem Schwerte in der Hand in fortwährendem Unfrieden, in einem Hause noch dazu, miteinander leben sollten! –

[05] Um diese Texte, die ursprünglich richtig von Mir sind, zu verstehen und sie als Meine Lehre zu würdigen, muß man zuerst wissen, bei welcher Gelegenheit Ich sie ausgesprochen habe und wie infolge einer richtigen Übersetzung.

[06] Die Gelegenheit war, als Ich in einem Orte Galiläas das Volk lehrte die Pflichten, die sie Gott und sich selbst untereinander schuldig seien. Und Ich sagte zu ihnen: „Ich lehre euch nichts anderes, als was Mich Mein Vater von Ewigkeit her gelehret hat, von dem ihr zwar auch saget, daß Er euer Vater sei, den ihr aber dennoch nicht erkennet und noch nie erkannt habt. Denn würdet ihr Ihn kennen, so würdet ihr auch Mich kennen, da Mich dieser Vater zu euch gesandt hat.“

[07] Sie sagten: „Was machest du aus dir selbst; sind wir nicht Kinder Abrahams und sagte Gott nicht zu Abraham, daß wir alle, die von ihm abstammen, Seine Kinder sind?“

[08] Da aber wurde Ich erregt und sagte: „Ihr sollet ja nach der Abstammung von Abraham Gottes Kinder sein; aber ihr seid es schon lange nicht mehr, sondern euer Vater ist der Satan, eure Mutter ist die Legion von allen Teufeln, und eurer Schnur Schwieger ist eure kaum ermeßbare Blindheit, Trägheit und Bosheit. Und diese größten Menschenfeinde sind eure eigenen Hausgenossen! – Und wer aus euch wieder zur wahren Kindschaft Gottes gelangen will, der ergreife das Schwert der Wahrheit, die Ich zu euch rede, und kämpfe so lange wider solche seine Hausgenossen, bis er sie besiegt hat.“

[09] Da fragte freilich das Häuflein Pharisäer und Schriftgelehrte, wie Ich es wagen könne, sie für Kinder des Satans, aller Teufel und ihrer eigenen Blindheit, Trägheit und Bosheit zu erklären, indem sie erwiesenermaßen alle aus dem Stamme Levi abstammten!

[10] Ich aber sagte: „Dem Fleische nach wohl, aber dem Geiste nach seid ihr nicht dem Levi gleich von Oben her, von wo auch Ich her bin, sondern von unten her; darum ihr Mich denn auch verkennet, hasset und verfolget.“

[11] Aus dem wird jedem einleuchtend sein und besonders einem tüchtigen und wohlbewanderten der hebräischen Schrift Kundigen, daß Ich diese von dem Pseudo-Evangelisten Matthäus oder besser von dem euch schon bekannt gegebenen l’Rabbas in Sidon aufgeschriebenen drei euch auffallenden Verse im 10. Kapitel eben nur bei der Gelegenheit ausgesprochen habe, die Ich euch soeben bekanntgab, und wörtlich in der Weise, wie Ich sie euch nun wiedergegeben habe. Denn jene in der Übersetzung, die ihr als ganz widersprechend mit Meinem Geiste aus dem Evangelisten herausgehoben habt, würden ja selbstverständlich Meine Hauptlehre von der Nächstenliebe, wie auch das Gesetz Mosis schnurstracks zunichte machen. –

[12] Wer aus euch allen, so er nur einen Funken Glauben an Mich und Meine Lehre besitzt, kann es Mir zumuten, daß Ich heute auf das heiligste allen Menschen ans Herz legte, Gott über alles zu lieben und zu erkennen und seinen Nächsten wie sich selbst, und morgen mit einem andern Gebote käme und sagte: Hasset und verfolget euch gegenseitig nach Möglichkeit mit dem Schwerte in der Hand. – Ich meine, daß man solch einen Lehrer aus dem Reiche der Barbaren offenbar in eine starke Sicherheitsanstalt zu bringen genötigt finden müßte, da so ein Lehrer doch offenbar ins Tollhaus gehörte.

[13] Und da Ich euch noch diese Texte im rechten und wahren Geiste erklärt habe, so werdet ihr doch einsehen, daß Ich dadurch nicht im geringsten Meiner göttlichen Weisheit widerstrebt habe und somit auch kein Tollhäusler bin, als was Mich schon so manche Schriftsteller der neuen Zeit erklärt haben, was Mich aber dennoch mit keinem Grimme wider sie erfüllt, sondern Ich vergebe es ihnen, weil sie wirklich nicht wissen, was sie tun. Und somit über diese fraglichen Verse gut für jetzt. Amen.

Gruß Helmut

danke für die ausführliche Antwort ! :smile:

HM

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