Matyas Seiber - Aussprache

Liebe Experten!

Wie wird der Name des ungarischen Komponisten Matyas Seiber korrekt ausgesprochen? Speziell der Anlaut beim Familiennamen: Ist er stimmhaft oder stimmlos, ein dentaler Frikativ /z/ oder palatal /sch/?

Besten Dank und Gruß,
Wolfgang Zimmermann

Szervusz, Wolfgang:smile:

zur Hilfe:

sz = stimmloses s
z = stimmhaftes s
s = stimmloser sch-Laut
zs = stimmhafter sch-Laut
cs = stimmloser tsch-Laut
dzs = stimmhafter tsch-Laut
c = z

das ty = entspricht einem [tj] (palatalisiertes t wie in dt. Metier)
und lange Vokale werden durch Akzent dargestellt

Also: Ma:tja:sch Sche-iber

Da es im Ungarischen eigentlich keine Diphtonge gibt, müsste das E und das I in dem Namen getrennt ausgesprochen werden. Wie immer bei Eigennamen gibt es da aber auch im Ungarischen kleine Unterschiede.

Lieben Gruss aus Wien und ich hoffe, Gyuri koriigiert mich nicht postwendend:smile:
jenny

ich hoffe, Gyuri koriigiert mich nicht postwendend:smile:

ich frage mich nur, ob das ein kompliment oder irgendwas anderes war :wink:

Also: Ma:tja:sch Sche-iber

Da es im Ungarischen eigentlich keine Diphtonge gibt, müsste
das E und das I in dem Namen getrennt ausgesprochen werden.

das ist nicht ganz richtig… denn diphthonge in fremd- und lehnwörtern (autó) werden nicht ganz getrennt.

Wie immer bei Eigennamen gibt es da aber auch im Ungarischen
kleine Unterschiede.

tja, das ist das stichwort… besonders, wenn der eigenname offensichtlich nicht ursprünglich ungarisch ist. daher kann man leider aus der schreibweise nicht eindeutig erkennen, ob das „s“ nun als s oder sch gemeint war…

da er über die hälfte seines lebens in england verbracht hat, nehme ich fast an, daß man ihn dort ähnlich wie [cyber] ausgesprochen haben dürfte…

der langen rede kurzer sinn: am besten in einem lexikon nachschauen :wink: leider liefern weder wikipedia (en und de) noch die website für seinen 100er (http://www.seiber2005.org.uk/index.html) die korrekte aussprache…

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Szervusz, Gyuri:smile:

ich frage mich nur, ob das ein kompliment oder irgendwas
anderes war :wink:

Die Anerkennung deiner (vermute ich mal) wesentlich grösseren Kompetenz:smile: Denn trotz meines ungarischen Stiefvaters habe ich diese Sprache leider nie wirklich gelernt:frowning:

das ist nicht ganz richtig… denn diphthonge in fremd- und
lehnwörtern (autó) werden nicht ganz getrennt.

Mein Vater sagte Zeit seines Lebens immer E-uropa…*lächel**

da er über die hälfte seines lebens in england verbracht hat,
nehme ich fast an, daß man ihn dort ähnlich wie [cyber]
ausgesprochen haben dürfte…

tatsächlich habe ich gerade folgende website gefunden:
http://www.allbiographies.com/biography-MatyasSeiber…

Lieben Gruss aus Wien nach??
jenny

Mein Vater sagte Zeit seines Lebens immer E-uropa…*lächel**

das kann leicht sein, aber der diphthong eu wird so ziemlich überall anders ausgesprochen… ob [oö], [ju], [ö] oder anders…
da ist [eu] schon am nächsten dran… wie sehr man im ungarischen die einzelnen diphthonge trennt, dürfte individuell unterschiedlich sein. und durch die betonung der ersten silbe (in diesem fall des e) wird der diphthong wahrscheinlich stärker getrennt.

was auf jeden fall richtig ist: im ungarischen zählen dipthonge in der regel als zwei silben… eben außer bei namen.

tatsächlich habe ich gerade folgende website gefunden:
http://www.allbiographies.com/biography-MatyasSeiber…

gut, das dürfte die antwort sein (solange jemand nicht eine andere seite mit einer anderen aussprache findet :wink: also hört auf zu suchen!).

Lieben Gruss aus Wien nach??

nach bécs :wink:

Dank an Jenny und gyuri!

Natürlich hatte ich vorher schon auch mal in ein Aussprachewörterbuch geschaut, konnte von der dortigen Angabe zu „Seiber“ /z/ aber eben keine eindeutigen Bezüge zu dem Komponisten herstellen.
Ich bleibe also bei „schaiber“ (wenn nur die Lautschrift nicht so umständlich zu tippen wäre), denn dies hat den Ruch des Gebildeten! …

In unserem Ort lebte der unlängst verstorbene tschechische Dirigent, Komponist und Musiklehrer Alexander Brezina, mit einem Häkchen auf dem „r“! Trotzdem meldete er sich am Telefon als „bre`zi:na“, was sicher nichts mit der ursprünglichen Aussprache zu tun hat. Gewöhnung an den Wohnort und die Tatsache, dass es auf Dauer peinlich ist, ständig mit quasi falschem Namen angesprochen zu werden!? Er hat es mir so erzählt!

Viele Grüße, Wolfgang

OT
wenn man im ausland lebt, wird man sich dran gewöhnen müssen, daß man seinen namen fast nie korrekt ausgesprochen hört… manche sprachen sind da natürlich stärker betroffen, und ungarisch gehört sicherlich dazu.

es gibt verschiedene strategien, damit umzugehen… viele passen sich an und verwenden ihren eigenen namen so, wie es alle anderen aussprechen… die ganzen palatalisierten konsonanten (gy, ty, ny, ly) werden dann zu konsonant + i.

manche halten konsequent an der richtigen aussprache fest und müssen halt immer alles buchstabieren…

ich habs mir einfacher gemacht - ich habe fast überall gyuri durchgesetzt, obwohl das nur eine kurzform meines namen ist, aber halbwegs richtig ausgesprochen werden kann. den rest verrate ich nur, wenn es sein muß.

ich will aber gar nicht erst dran denken, was viele asiaten, zb. chinesen erleiden müssen… dort gehört ja auch die wortmelodie zur aussprache, und die meisten wörter haben mit einer anderen melodie eine ganz andere bedeutung… es kann also leicht sein, daß man einen chinesen ärgstens beschimpft, wenn man seinen namen ausspricht :wink: