Hallo STENZ,
das Mauersägeverfahren und Eintreiben von Edelstahlblechen ist die sicherste (und teuerste) Methode, die vertikalen Kapillarwirkungen im Mauerwerk zu unterbrechen.
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Gruß: Klaus
Ja danke Klaus,
kannst du mir denn auch noch kurz schildern wie man da vorgehen muss.
Ich meine sägt man einfach mit einer handelsüblichen Säge Fugen in die Wand und treibt dann Bleche ein.
Sind diese Bleche, bereits zugeschnitten auf ein Mauerwerk, erhältlich?
Beide genannten Verfahren sind aber „nur“ für Gegenmaßnahmen gegen aufsteigende Feuchte,die im Mauerwerk aufsteigt,weil unten auf dem Fundament keine „Horizontalsperre“ eingebaut wurde.
Sollte die Feuchtigkeit von außen seitlich durch das Mauerwerk kommen,dann muß man andere Abdichtungsmaßnahmen anwenden,teurer und noch aufwändiger,weil man aufgraben muß(wenn fachgerecht und dauerhaft).
Die nachträgliche Einbringung von Edelstahlblechen als Horizontalsperre kann man NICHT in Eigenleistung machen !
Man kann ja nicht die Fugen komplett durchschneiden,das Haus sackt doch ab und bekommt Risse !
Das wird in Abschnitten gemacht und die Bleche mit einem Vibrationshammer eingetrieben.
Das an den Stößen überlappende Blech trennt unteren und oberen Teil des Mauerwerks und unterbricht die Kapillaren des Materials.
Feuchtigkeit kann nun nicht mehr aufsteigen.
Bei dem chemischen Verfahren bildet sich ebenfalls so eine Trennschicht aus,hier werden Lochreihen gebohrt(von Innen) bis zur Mauermitte etwa und Tropffläschen mit der Flüssigkeit eingesteckt(Schrägbohrung). Die Flüssigkeit tropft rein und breitet sich aus und „verkieselt“ die Kapillare im Mauerwerk.
Nun kann ebenfalls kein Wasser mehr aufsteigen.
Es gibt weitere Injektionsverfahren vergleichbarer Art.
Ich rate zu einer Vor-Ort-Beratung durch einen Baufachmann(Architekt,Sachverständiger f. Bauschäden o.ä.),der wird es abschätzen können,ob es sich um Feuchte wegen fehlender Horizontalsperre handelt oder ob die Feuchte über die ganze Wandfläche kommt.
Je nach Befund kann man dann die Maßnahmen beraten und einleiten.
Du bist Dir SICHER, dass es sich um aufsteigende Feuchtigkeit handelt?
Ich frag einfach mal so, weil mir das gleiche eingeflüstert wurde, und das obwohl wir durchgängige Granitblöcke als unteren Wandabschluss haben - die sind tendenziell ja eher als dicht bekannt…
Als Anregung: Unsere teilweise feuchten Wände kommen von
a) Taubildung. Warme Innenraumluft kühlt dort ab, wo die Wand am kältesten ist (Ecken, unten, oben, Fensterlaibungen) und kann daher weniger Wasser halten. Das schlägt ich dann dort nieder und die Wand wird feucht - von innen.
b) Regen. Oberhalb der Granitblöcke haben wir 45cm Wand aus Vollziegel (Bj 1846). Ein bis zwei Tage Regen und das Haus braucht mindestens genauso lang, bis es eine wieder halbwegs normale Luftfeuchte drinnen hat. Gerade alte Ziegel sind nicht immer Klinker, sonder oft auch noch ungebrannt oder dermaßen „offen“, dass ein oben gegen die Außenwand gegossenes Glas Wasser nie unten ankommt/die Wand hinunterrinnt, sondern von der Wand aufgenommen wird.
c) teilweise war auch nur der Putz innen feucht, da er bis ins Erdreich reichte (ebenerdig, keine Unterkellerung) und dementsprechend kapillar tätig war, jedenfalls konnte ich mir das nicht anders erklären. Putz durchtrennt, 4 Wochen gewartet zum Wand trocknen lassen, neu verputzt, dieses mal mit Sperre zw. Putz und Erde - Problem war gelöst.
Das heisst aber alles nicht, dass das bei Dir auch so sein muss.
Hallo,
sorry leute, aber waren denn früher alle doof?
Warum sind denn nicht alle Häuser die schon etwas betagter sind „nass“?
Ich will ja niemanden etwas unterstellen, aber ist die Kapilarwirkung nicht ein physikalisches Problem, welches an die Naturgesetze gebunden ist und deshalb überall im Universum auftritt?
Haben also unsere Vorfahren in verschimmelten und nassen Buden gehaust?
Wären sie doch dann mal lieber in den Höhlen geblieben.
Nein im Ernst:
Ja, es gibt Situationen, da kann es durchaus zu „Aufsteigender Feuchtigkeit“ kommen.
In 90% der diagnostizierten Fällen ist dem aber nicht so (zumindest kommt die Feuchtigkeit nicht von außen oder dem Boden).
Als erstes wäre zu prüfen, wo das Wasser herkommt.
Wenn es tatsächlich vom Boden hochdrückt, wird eine Horizontalsperre auch nur oberhalb der Sperrebene funktionieren und darunter schimmelt es munter weiter.
Egal ob mit Edelstahlblech, Injektionsverfahren, oder Drahtspiralen und was es das sonst noch so alles gibt, ist es ähnlich.
Das Problem ist nicht die Nasse Wand, sondern das Wasser (das muss weg).
Wenn du dir mit dem Hammer auf die Finger schlägst könntest du Schmerztabletten kaufen (oder einen Horizontalsperre einbauen), oder du lernst das Hämmern (sorgst für ein „gesundes“ Klima).
Ich weiß, das ist ein sehr komplexes Thema, deshalb müssen auch viele Leute lange zur Schule gehen (und wir sind nicht alle nur doof).
Ich kann dir nur Empfehlen:
suche dir einen unabhängigen Bauingenieur mit Erfahrung im Altbau, am Besten Kirchen und Fachwerk.
Schau auch mal auf die Seite des Konrad Fischer (ja jetzt werden wieder einige sagen: ach der quatsch … grün, ökologisch …).
Nicht alles auf der Seite erhält meine vollste Zustimmung, aber prinzipiell ist das schon richtig da. http://www.konrad-fischer-info.de/
Ich habe übrigens ein Haus aus dem Jahr 1856. Bei mir war der Erste Meter der Wand innen mit Styropor und dann Nut- und Federbrettern verkleidet. Als ich das Zeug weg gemacht habe, war da schon was lebendig … .
Ich habe bei mehreren Sanierungen von Kirchen und Museen mitgewirkt und bin immer wieder mit einer Fundament- und/oder Wandheizung konfrontiert worden.
Deshalb habe ich bei meinem Haus ein Fußbodenheizungsrohr innen um das Fundament gelegt. Die Energie dafür nehme ich im Winter aus dem Rücklauf der Heizkörper und im Sommer von der Solaranlage, da eine Temperatur von 20-25°C vollkommen ausreichend ist.
Denn der Tauwasseranfall nach Norm entsteht bei einer Oberflächentemperatur (in Abhängigkeit der rel. Luftfeuchte) bei etwa 13°C.
Was bitte soll da eine Horizontalsperre (egal ob chemisch oder mechanisch) bringen (ist doch keine Heizung)?
Heiz die Wand mit Strahlungswärme auf (von mir aus auch elektrisch) und das Problem ist weg.
Mir ist bewusst, dass ich wieder einmal zuviel geschrieben habe, aber die Materie ist auch zu kompliziert um sie ein paar „Fachleuten“ zu überlassen, die entweder in der Schule nicht aufgepasst haben oder den Ingenieurtitel in der Wirtschaftsschule erworben haben.
Eine Empfehlung ohne bauliches Gutachten zu machen ist in diesen Fällen meiner Meinung sogar fahrlässig (sogar vorsätzlich, weil er es wissen müsste).