Maulkorb in der Firma?

Hallo,

ein Vorgesetzter ermahnt einen Mitarbeiter mit der Begründung, dass ihm von mehreren Kollegen Beschwerden zugegangen seien, dass er unfreundlich, unkollegial und nicht teamfähig sei.

Der Mitarbeiter, der sich keiner Schuld bewusst ist, spricht mehrere Kollegen an und fragt sie, ob sie sich über ihn beschwert haben und gegebenenfalls warum.

Daraufhin verbietet (so wörtlich) der Vorgesetzte dem Mitarbeiter, Kollegen in der Sache anzusprechen.

Gibt es irgendeine juristische Berechtigung für den Vorgesetzten, ein soldes Verbot auszusprechen?

Gr+üße
Carsten

Hallo,

Der Mitarbeiter, der sich keiner Schuld bewusst ist, spricht
mehrere Kollegen an und fragt sie, ob sie sich über ihn
beschwert haben und gegebenenfalls warum.

Liegt nahe. Bringt aber nicht immer was, wenn Kollegen einem nicht ins Gesicht sagen können/wollen, was ihnen an der Nase des Anderen nicht passt.

Daraufhin verbietet (so wörtlich) der Vorgesetzte dem
Mitarbeiter, Kollegen in der Sache anzusprechen.

Gibt es irgendeine juristische Berechtigung für den
Vorgesetzten, ein soldes Verbot auszusprechen?

Auf den ersten Blick nicht. Aber vielleicht will der Vorgesetzte einfach, dass der AN sich nur freundlicher, teamfähiger und kollegialer verhält. Gabs denn überhaupt konkrete Vorwürfe?

MfG

Hallo,

Auf den ersten Blick nicht. Aber vielleicht will der Vorgesetzte einfach, dass der AN
sich nur freundlicher, teamfähiger und kollegialer verhält.

Der AN hält die Vorwürfe für völlig unberechtigt und vermutet etwas anderes dahinter, er weiß nur nicht was.

Gabs denn überhaupt konkrete Vorwürfe?

Zunächst, wie gesagt, gar nichts. Erst nach dem Kontaktverbot bekam er auf Nachbohren vier Vorwürfe mitgeteilt, die aber alle (nachweislich!) unzutreffend sind.

Der AN wüsste gerne, ob ein solches Verbot ihn irgendwie bindet.

Grüße
Carsten

Hallo,

manches ist mehr eine Frage der Betriebssoziologie als des
Arbeitsrechts.

Der AN hält die Vorwürfe für völlig unberechtigt und vermutet
etwas anderes dahinter, er weiß nur nicht was.

Also Verschwörungstheorie statt Selbstkritik.

Zunächst, wie gesagt, gar nichts. Erst nach dem Kontaktverbot
bekam er auf Nachbohren vier Vorwürfe mitgeteilt, die aber
alle (nachweislich!) unzutreffend sind.

Zum Nachbohren: Wenn sich ein Kollege diskret und vertraulich
beim Chef über jemanden beschwert hat dieser garantiert keine
Lust das bei ihm ‚nachgebohrt‘ wird und der Chef hat sogar die
Verpflichtung ihn vor dem ‚Nachbohren‘ zu schützen.

Das offenbar mehrere Kollegen den Weg über den Chef wählen und
sich auch auf dem Weg gegen das Nachbohren wehren, zeigt schon
ziemlich deutlich das der AN sehr wenig Fingerspitzengefühl
hat und sozial noch sehr viel lernen muss.

Zu den Vorwürfen: Bei sowas kommt es nicht darauf an ob diese
nachweislich zutreffen oder nicht sondern darauf, dass mehrere
Kollegen mehrere Vorwürfe so ernst nehmen, dass sie sich offen-
sichtlich untereinander über den AN austauschen und sich an den
Chef wenden.

Dabei gilt das Gesetz ‚Der Wurm muss dem Fisch schmecken - nicht
dem Angler‘ umgekehrt: Wenn die anderen das Verhalten dieses AN
so einschätzen, hat er ein Problem. Wenn er so dusselig ist sich
mit ihnen rumzustreiten ob die ‚Vorwürfe‘ nachweisbar sind oder
nicht und sie womöglich einzeln ‚in die Mangel nimmt‘ um per
‚nachbohren‘ zu erfahren was alle über ihn denken, beweisst er
seine mangelnde Teamfähigkeit so sehr, dass er damit möglicher-
weise vom Problemfall zum Kündigungskandidaten wird.

Der AN wüsste gerne, ob ein solches Verbot ihn irgendwie
bindet.

Wenn er sich nicht so verhält als sei es bindent, ist er
garantiert beim Vorgesetzten unten durch und hat damit
bewiesen das die Vorwürfe zurecht erhoben wurden.

Viele Grüße

Jake