MBA Vertrag

Hallo,
Arbeitnehmer XY möchte sich einen MBA (5 Semester) vom Unternehmen voll sponsern lassen. Die reinen Kursgebühren liegen bei 9.000 EUR (z.B. Fernstudium RheinAhr Campus Remagen).

Seine Fragen:

  1. Ist es üblich, dass ein Unternehmen 100 % übernimmt?
  2. Ist es auch üblich, dass das Unternehmen die Fahrt- und Übernachtungskosten (ca. 1000 EUR) übernimmt oder zumindest die Bahncard zahlt?
  3. Sofern das Unternehmen nur 50 % anbietet, was kann XY tun, ohne selber zahlen zu müssen? Gibt es Alternativen( z.B. 100% Übernahme der Kosten, dafür 2 oder 3 weitere Jahre Verpflichtung)?
  4. Im Falle einer Verpflichtung, wie kommt xy da zur Not wieder raus (Zurückzahlung in Raten)?
  5. Was muß alles in einem „MBA Sponsoringvertrag“ festgehalten werden?
    (wichtig: Wenn z.B. der MBA nicht bestanden wird; bei 3 Jahren Bindung die monatliche Reduzierung der Erstattungssumme 1/36 festschreiben etc.)
  6. Karriereverlauf: Bisher wird das Gehalt von xy jährlich verhandelt (250 EUR jährlich brutto dazu - nun ist xy bei 2500 EUR brutto mit fast 3 Jahren Berufserfahrung und einem M.A.). Wie sollte es unter einem MBA Vertrag jährlich verhandelt werden? Ist es sinnvoller, einen 5-Jahres Vertrag aufstellen zu lassen mit fixen Gehaltserhöhungen? Wie hoch (10%, 20%) könnten diese jährlichen Erhöhungen sein?

Kann xy eigentlich schon an Parallelgehältern erkennen, wo DAS unternehmensspezifische Gehaltslimit ist?

Vielen Dank!

Hallo,
Arbeitnehmer XY möchte sich einen MBA (5 Semester) vom
Unternehmen voll sponsern lassen. Die reinen Kursgebühren
liegen bei 9.000 EUR (z.B. Fernstudium RheinAhr Campus
Remagen).

Seine Fragen:

  1. Ist es üblich, dass ein Unternehmen 100 % übernimmt?

Nein. Aber es ist alles möglich. Ich kenne einen Fall, da hat das Unternehmen die Studentin freigestellt. In anderen Fällen wird alles bezahlt. (ZB. beim berufsbegleitenden Master --> BA Mannheim)

  1. Ist es auch üblich, dass das Unternehmen die Fahrt- und
    Übernachtungskosten (ca. 1000 EUR) übernimmt oder zumindest
    die Bahncard zahlt?

Nein und ja. Das ist ganz unterschiedlich, was die Unternehmen ihren Studenten dazugeben. Die einen bekommen nix, die anderen bekommen aber auch wirklich alles: Wohnung, Fahrten, Gebühren, Notebooks…

  1. Sofern das Unternehmen nur 50 % anbietet, was kann XY tun,
    ohne selber zahlen zu müssen? Gibt es Alternativen( z.B. 100%
    Übernahme der Kosten, dafür 2 oder 3 weitere Jahre
    Verpflichtung)?

Du bist geizig, gell.

  1. Im Falle einer Verpflichtung, wie kommt xy da zur Not
    wieder raus (Zurückzahlung in Raten)?

Die FRage ist eher: wie kommt Dein Unternehmen da wieder raus. Wer keine Lust hat arbeitet schlecht, wer schlecht arbeitet bringt nix, wer nix bringt, den lässt man gerne gehen. Kurz: das erledigt sich von alleine. Mach doch erst mal den Master.

  1. Was muß alles in einem „MBA Sponsoringvertrag“ festgehalten
    werden?
    (wichtig: Wenn z.B. der MBA nicht bestanden wird; bei 3 Jahren
    Bindung die monatliche Reduzierung der Erstattungssumme 1/36
    festschreiben etc.)

Versteh ich nicht. Was für eine Erstattungssumme?

  1. Karriereverlauf: Bisher wird das Gehalt von xy jährlich
    verhandelt (250 EUR jährlich brutto dazu - nun ist xy bei 2500
    EUR brutto mit fast 3 Jahren Berufserfahrung und einem M.A.).
    Wie sollte es unter einem MBA Vertrag jährlich verhandelt
    werden? Ist es sinnvoller, einen 5-Jahres Vertrag aufstellen
    zu lassen mit fixen Gehaltserhöhungen? Wie hoch (10%, 20%)
    könnten diese jährlichen Erhöhungen sein?

Man muss nicht alles vorher absprechen und schon gar nicht auf diese Zeiträume. Das Gehalt kommt ganz auf die Brance an. ALDI zahlt schon vor dem Master 50.000, bei anderen Firmen bringst Du damit den Personalchef zum lachen.

Kann xy eigentlich schon an Parallelgehältern erkennen, wo DAS
unternehmensspezifische Gehaltslimit ist?

Vielen Dank!

Hallo Anna,

ich will ehrlich zu Dir sein. Du bekommst von der Firma vermutlich eine ganz große Chance, dich weiterzuentwickeln und Du machst SOOOOO ein Geschiß darum. Du versuchst dich nach aber auch wirklich allen Seiten abzusichern und willst für jede Eventualität eine Regelung treffen. Wenn ich Dein Personalchef wäre würde mir aber ehrlich der Kragen platzen. Du machst den MBA für DICH. Das ist keine Gefälligkeit, die Du deiner Firma tust.

Wenn Du dich NUR fürs Geld interessierst - geh zur Bank.

Gruß

Peter

  1. Sofern das Unternehmen nur 50 % anbietet, was kann XY tun,
    ohne selber zahlen zu müssen? Gibt es Alternativen( z.B. 100%
    Übernahme der Kosten, dafür 2 oder 3 weitere Jahre
    Verpflichtung)?

Du bist geizig, gell.

"Hallo,
ich bin nicht geizig - ich habe kein Geld. Trotz M.A. werde ich mittelprächtig bezahlt - so mancher ehemaliger Industriekaufmann verdient mehr Geld. Woher nehmen und nicht stehlen? Ich habe schon einen Bildungskredit, den ich abbezahlen muß (bei Studenten ohne reiche Eltern ist das die Realität)- daher halte ich mich diesbezüglich dezent zurück. Zudem fahre ich auch kein dickes Auto oder verschwende mein Geld für andere Dinge - ich gebe 1/4 meines Gehaltes nur für die Fortbewegung zum Arbeitsplatz aus (für meine spezif. Situation gibt es diesbezüglich auch keine andere Lösung - Umzug etc. ist ausgeschlossen). Klar, wenn das nicht wäre, dann würde ich sofort den MBA allein bezahlen. Ehrlich gesagt nerven mich mittlerweile derartige Anpielungen - ich bitte hier freundlich um Hilfe und muß mir andauernd Sprüche anhören.
So, das mußte jetzt mal gesagt werden :o)

  1. Im Falle einer Verpflichtung, wie kommt xy da zur Not
    wieder raus (Zurückzahlung in Raten)?

Die Frage ist eher: wie kommt Dein Unternehmen da wieder raus.
Wer keine Lust hat arbeitet schlecht, wer schlecht arbeitet
bringt nix, wer nix bringt, den lässt man gerne gehen. Kurz:
das erledigt sich von alleine. Mach doch erst mal den Master.

Und für den Fall, dass ich ein super Jobangebot bekomme und wechseln möchte? Oder mein Partner wegziehen kann/muß und ich mitgehen möchte? Sich spontan meine Lebensplanung ändert, weil ich krank oder schwanger werde? Ich habe keine Lust, einen auf unmotivierten
Mitarbeiter zu machen, nur um aus dem Vertrag rauszukommen. Ich habe ein gutes Verhältnis zum Chef. Miese Tricks sind nicht mein Stil.

  1. Was muß alles in einem „MBA Sponsoringvertrag“ festgehalten
    werden?
    (wichtig: Wenn z.B. der MBA nicht bestanden wird; bei 3 Jahren
    Bindung die monatliche Reduzierung der Erstattungssumme 1/36
    festschreiben etc.)

Versteh ich nicht. Was für eine Erstattungssumme?

Bei 3 Jahren Verpflichtung bedeutet jeder „abgearbeitete“ Monat 1/36 weniger Rückzahlung (für den Fall, dass man eine mögli. Rückzahlung vereinbart).

  1. Karriereverlauf: Bisher wird das Gehalt von xy jährlich
    verhandelt (250 EUR jährlich brutto dazu - nun ist xy bei 2500
    EUR brutto mit fast 3 Jahren Berufserfahrung und einem M.A.).
    Wie sollte es unter einem MBA Vertrag jährlich verhandelt
    werden? Ist es sinnvoller, einen 5-Jahres Vertrag aufstellen
    zu lassen mit fixen Gehaltserhöhungen? Wie hoch (10%, 20%)
    könnten diese jährlichen Erhöhungen sein?

Man muss nicht alles vorher absprechen und schon gar nicht auf
diese Zeiträume. Das Gehalt kommt ganz auf die Brance an. ALDI
zahlt schon vor dem Master 50.000, bei anderen Firmen bringst
Du damit den Personalchef zum lachen.

ich will ehrlich zu Dir sein. Du bekommst von der Firma
vermutlich eine ganz große Chance, dich weiterzuentwickeln und
Du machst SOOOOO ein Geschiß darum. Du versuchst dich nach
aber auch wirklich allen Seiten abzusichern und willst für
jede Eventualität eine Regelung treffen. Wenn ich Dein
Personalchef wäre würde mir aber ehrlich der Kragen platzen.
Du machst den MBA für DICH. Das ist keine Gefälligkeit, die Du
deiner Firma tust.

Ich sehe das 50/50. Ich mache den MBA, um mein BWL Wissen aufzubauen. Ich will mich dadurch für eine bessere Position qualifizieren. Natürlich erwarte ich dadurch auf Dauer auch ein besseres Gehalt.
Der Arbeitgeber investiert in seine Manpower - diese trägt zum Erfolg des Unternehmens bei. Motivierte Arbeitnehmer sind nicht alltäglich - ich würde sie mir halten wollen. Klar, man kann alle 2 Jahre jemanden vom „Arbeitslosenmarkt“ einstellen und ihm suggerieren, dass er dankbar sein muß - trotz wenig Gehalt hat er ja nun schließlich einen
Job. Auch ich bin dankbar, ganz gewiss. M.A. Leute landen selten in der Industrie. Aber die Dankbarkeit muß irgendwann einmal ein Ende haben - schließlich arbeite ich Fulltime und nehme eine Menge Nachteile für diesen Job in Kauf.
Wofür habe ich studiert? Wenn sich das alles relativiert, dann wechsel ich demnächst von der Verwaltung in die Produktion - da habe ich meine Ruhe und mich nicht nachdenken.

Wenn Du dich NUR fürs Geld interessierst - geh zur Bank.

Wie schon oben beschrieben ist das keine Lösung für mich.

Aber trotzdem vielen Dank!

Gruß!
Anna

Gruß

Peter

Hallo Anna,

du schreibst, du verstehst dich gut mit deinem Chef aber arbeitest für einen Hungerlohn. Du willst von ihm eine Ausbildung bezahlt haben aber keine zeitliche Bindungen eingehen.

Dann wirst Du ihn überzeugen müssen, dass du in der vielleicht wenigen Zeit, die du noch im Betrieb verbringst deine Kosten wieder einspielst. Ich denke unter 3 Jahren wird da nichts gehen. Natürlich kannst du auch ausmachen, dass du eine anteilige Erstattung der Kosten trägst, wenn du früher gehst. Aber ich bin mir nicht so sicher, ob die Idee gut ist, das Gespräch auf das Thema GEHEN zu bringen.
Wenn du schwanger wirst ist eh alles gelaufen. Wegzug dürfte wohl eher dein eigenes Risiko sein. Warum sollte der AG dieses Risiko abfangen.

Du bist übrigens nicht die Einzige, die ihr Studium selbst bezahlt hat und du bist auch nicht die Einzige, die nur ein geringes Einstiegsgehalt bekommt. Und wenn deine Fahrtkosten zu hoch sind, ist das auch Dein Problem. Du wohnst zu weit weg. Dafür kann dein AG doch nichts.

Berufserfahrung zählt mehr als MBA. Und meistens muss man wechseln wenn man mehr verdienen will.

Absolut unüblich ist eine Klausel, dass du die Kosten zurückzahlen musst, wenn du nicht bestehst. So was macht man nicht.

Du kannst es ja mal mit einem berufsbegleitenden Master versuchen. Da bleibst Du dem Unternehmen erhalten und bekommst gleich neue Aufgaben. Das ist auf jeden Fall für das UNternehmen besser als wenn du nach 2 - 3 Jahren wieder kommst und diech erst mal wieder einarbeiuten musst und deine bisherige Tätigkeit von einem anderen gemacht wurde. In der Zeit vom MBA kann das Gehalt ja etwas sinken, danach aber sofort auf volle Höhe steigen. (Das machen einige Firmen so)

Gruß

Peter

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