MCU bei Kleinkind

Hallo ihr Lieben!

Bei meinem gut 1 Jahr alten Sohn muss demnächst eine MCU unter Vollnarkose durchgeführt werden.

Ich frage mich jetzt verschiedene Dinge und hoffe, ihr könnt mir ein wenig Erhellung bringen :wink:

Ist es üblich, dass man beim Kind bleibt, bis es eingeschlafen ist (bekommt eine Intubationsnarkose), darf man wieder zu ihm, bevor es aufwacht?

Gibt es generell bei solchen Eingriffen die Chance, dass man auch währenddessen beim Kind bleibt, oder sperren sich da die Ärzte dagegen?
Und speziell bei diesem Eingriff, der ja unter Röntgenkontrolle stattfindet…kann ich mir das Fragen gleich sparen, oder ist es einen Versuch wert?

Daaaaann…wie lange dauert sowas denn? Also, wie lange bin ich wohl voraussichtlich „ohne Kind“?

Gibts sonst noch wissenswertes?

Ich bin keine hysterische Mutter, allerdings kenne ich mich selbst gut genug um zu wissen, dass Warten nicht meine Stärke ist. Mir reichts schon, dass es bis zu dem Termin noch gut 2 Wochen sind *seufz* Deswegen will ich schon im Vorfeld so viel wie möglich wissen, was da auf uns zukommen könnte. Der Termin mit dem Anästhesisten ist ja auch erst kurz vor dem „Eingriff“, so dass ich bis da hin viele offene Fragen habe.

Noch was kurzes drangehängt…wenn man eine Harnabflussstörung mit Rückstau in Richtung Niere hat, was wird denn dann gemacht?

Liebe Grüsse
Bine *ausnahmsweise mal ausgesprochen hibbelig und unruhig*

Hi Bine,

zum Medizinischen sollen dir andere was erzählen, aber ich
habe zwei Jahre lang in einem Krankenhaus Kinder auf
OPs und Eingriffe vorbereitet.

Ist es üblich, dass man beim Kind bleibt, bis es eingeschlafen
ist (bekommt eine Intubationsnarkose), darf man wieder zu ihm,
bevor es aufwacht?

Es kommt auf das Krankenhaus und den Arzt an. Aber die
Chancen stehen gut ,dass du das darfst.
Sprich vorher mit dem Arzt und dem Anästhesisten.
Wirke ruhig und nicht panisch. Wenn die denken, dass
du das Kind nervöser machst oder du die Ärzte nerven
könntest, lassen sie es nciht so leicht zu. Aber zumindest
auf das vorher und nachher dabei sein, kannst du drängen.

Gibt es generell bei solchen Eingriffen die Chance, dass man
auch währenddessen beim Kind bleibt, oder sperren sich da die
Ärzte dagegen?

Kommt auf die Ärzte an. Ich kenne beides. Wie gesagt,
je ruhiger und verständiger du rüberkommst, desto größer sind
die Chancen, wenn der Artz nicht von vorneherein dagegen ist.

Und speziell bei diesem Eingriff, der ja unter
Röntgenkontrolle stattfindet…kann ich mir das Fragen gleich
sparen, oder ist es einen Versuch wert?

Ist immer einen Versuch wert. Mach halt sicher (das weißt
du ja), dass sie dir eine Bleischürze verpassen.

Gibts sonst noch wissenswertes?

Auch einen Einjährigen kann man vorbereiten. U.U. sieht er
die Ärzte mit Maske (kommt auch aufs Krankenhaus an) - das
erschreckt Kinder manchmal. Besorg dir eine vorher und zeig
ihm, wie das aussieht. Erzähl ihm, was geschehen wird,
soweit du es weißt - zumindest den Teil, den er wach erlebt.
Erzähl ihm viel darüber, was ihr hinterher machen werdet.
Das mag bei einem Einjährigen übertrieben sein, aber ich weiß,
dass etwas ältere Kinder unspezifische Ängste haben, die
sie nicht artikulieren können (Todesängste). Sie müssen die
Gewissheit haben, dass es ein Hinterher gibt. Wie gesagt,
bei einem Einjährigen unwahrscheinlich, aber es kostet dich
ja nichts vom Hinterher zu erzählen, also warum nicht?

Ich bin keine hysterische Mutter, allerdings kenne ich mich
selbst gut genug um zu wissen, dass Warten nicht meine Stärke
ist.

Wie verhälst du dich, wenn du nebendran sitzt? Du kennst dich
selbst am besten - wärst du da so nervös, dass du stören
könntest? Davon würde ich es auch abhängig machen ,ob ich
dabei sein sollte.

Alle Gute,

Elke

Hallo Elke!

Danke erstmal für Deine Antwort, sie hilft mir schon sehr weiter!

Den Termin mit dem Anästhesisten haben wir ja noch, so dass ich da auf jeden Fall fragen werde, ob ich dabei sein kann.
Generell ist es bei mir so, dass ich lieber sehe, was passiert, als dass ich irgendwo warte und erst nach einer gefühlten Ewigkeit erfahre, was abgelaufen ist.
Ich kenne es von OPs bei meinen Tieren (Kind war bisher zum Glück verschont von sowas), dass ich wesentlich ruhiger und gelassener bin, wenn ich mit dabei sein kann. Ich bin niemand, der dann kopflos durch die Gegend hibbelt oder mit Tausend Fragen stört. Einfach in ein Eckchen stellen und das Gefühl haben, da zu sein, das reicht mir vollkommen. Es geht mir auch darum, als Mutter ernst genommen zu werden. Stellt man mich auf den Flur, nimmt mir mein Kind weg und macht einfach mal, komme ich mir eher vor wie ein Statist, der eigentlich genauso gut weg sein könnte…

Ist immer einen Versuch wert. Mach halt sicher (das weißt
du ja), dass sie dir eine Bleischürze verpassen.

Danke, das macht mir sehr viel Mut! :smile:

Auch einen Einjährigen kann man vorbereiten. U.U. sieht er
die Ärzte mit Maske (kommt auch aufs Krankenhaus an) - das
erschreckt Kinder manchmal. Besorg dir eine vorher und zeig
ihm, wie das aussieht.

Super, das ist eine prima Idee! Da fällt mir ein, er hat heute seinen Papi schon mit so einem ähnlichen Ding rumlaufen sehen, der hat eine Wand eingerissen und so einen Mundschutz als Staubfänger getragen *lach* DEN fand er schonmal nicht beängstigend.

Erzähl ihm, was geschehen wird,
soweit du es weißt - zumindest den Teil, den er wach erlebt.

Hm, bisher weiss ich ja nicht gerade viel…da muss ich also noch genauer nachfragen.

Erzähl ihm viel darüber, was ihr hinterher machen werdet.

Was denkst Du denn, ist so das sinnvollste…heimfahren und einfach nen ruhigen Resttag zu Hause auf dem Sofa mit viel Ruhe einlegen, an sowas hatte ich gedacht…?

Wie gesagt,
bei einem Einjährigen unwahrscheinlich, aber es kostet dich
ja nichts vom Hinterher zu erzählen, also warum nicht?

Eben, mir tuts nichts, und wenns ihm in irgendeiner Art und Weise nützt, klar doch!

Wie verhälst du dich, wenn du nebendran sitzt? Du kennst dich
selbst am besten - wärst du da so nervös, dass du stören
könntest? Davon würde ich es auch abhängig machen ,ob ich
dabei sein sollte.

Ich muss auch nochmal mit meinem Mann reden, er kommt mit in die Klinik. Vielleicht fühlt er sich auch besser, wenn ich mit ihm draussen warte. Wobei er generell wesentlich weniger angespannt ist als ich. Er nimmt es, wie es kommt, während ich immer ein wenig mit den „was wäre, wenn“-Gedanken kämpfen muss.
Kommt ja auch drauf an, wie lange das Ganze überhaupt dauern soll. Das konnte mir die Schwester, die den Termin mit uns ausgemacht hat, auch nicht sagen.
Aber, ganz für mich selbst, wäre es am Besten, dabei sein zu können. Da lobe ich mir andere Länder, in denen die Verwandten ihre Leute quasi nie alleine lassen und wo das auch gar nicht erwartet wird.

Liebe Grüsse und nochmal ganz herzlichen Dank!
Bine :smile:

Hi Bine,

Den Termin mit dem Anästhesisten haben wir ja noch, so dass
ich da auf jeden Fall fragen werde, ob ich dabei sein kann.

Löcher ihn (auf nette und „ich bin ja ganz ruhig und rational“-e
Weise! :wink: )

Generell ist es bei mir so, dass ich lieber sehe, was
passiert, als dass ich irgendwo warte und erst nach einer
gefühlten Ewigkeit erfahre, was abgelaufen ist.
Ich kenne es von OPs bei meinen Tieren (Kind war bisher zum
Glück verschont von sowas), dass ich wesentlich ruhiger und
gelassener bin, wenn ich mit dabei sein kann. Ich bin niemand,
der dann kopflos durch die Gegend hibbelt oder mit Tausend
Fragen stört. Einfach in ein Eckchen stellen und das Gefühl
haben, da zu sein, das reicht mir vollkommen.

Sag das doch dem Anaesthesisten, dass du diese Erfahrung
bei OPs bei deinen Tieren schon gemacht hast.

Es geht mir auch
darum, als Mutter ernst genommen zu werden. Stellt man mich
auf den Flur, nimmt mir mein Kind weg und macht einfach mal,
komme ich mir eher vor wie ein Statist, der eigentlich genauso
gut weg sein könnte…

So wurden die Eltern früher auch gesehen, aber das ändert
sich zum Glück. Dem Sohn einer Freundin wurden gerade letzte
Woche die Rachenmandeln mit Laser herausoperiert und sie
durfte die ganze Zeit dabei sein und ihn sogar auf dem Schoß
behalten (das ging anscheinend bei der Art OP).

Erzähl ihm, was geschehen wird,
soweit du es weißt - zumindest den Teil, den er wach erlebt.

Hm, bisher weiss ich ja nicht gerade viel…da muss ich also
noch genauer nachfragen.

Mach das.

Erzähl ihm viel darüber, was ihr hinterher machen werdet.

Was denkst Du denn, ist so das sinnvollste…heimfahren und
einfach nen ruhigen Resttag zu Hause auf dem Sofa mit viel
Ruhe einlegen, an sowas hatte ich gedacht…?

Natürlich ja. Ich hatte an weiter gedacht: Wir gehen
dann in den Zoo, wenn das Wetter wieder schön wird.
Ein Beispiel: In Amerika gibt es in manchen Kinderkrankenhäuser
eine geniale Art der Narkose (mit Gas). Die Kinder bekommen
ein Telefon. Oben kommt eine Geschichte (bei kleineren Lieder),
aus dem Mundteil das
Gas (bis sie einschlafen, dann natürlich Maske). Nun der geniale
Teil: das Kind wird NICHT veräppelt. Es bekommt vom Anaesthesisten
genau erzählt, was da passiert. Und dann kommt der wichtige
Satz: Und hinterher (oder am nächsten Tag) kriegst du das
Telefon nochmal und DARFST DIE GESCHICHTE DANN ZU ENDE HÖREN.
Das sagt den Kindern ganz konkret: es gibt ein Hinterher.
Eine andere Methode (auch für ältere Kinder): man gibt ihnen
was zum aufbewahren (z.B. einen SChlüsselbund) und sagt, dass
man den am Tag danach wieder von ihnen zurückhaben möchte.
Also ganz konkrete Pläne für das Hinterher.

Ich muss auch nochmal mit meinem Mann reden, er kommt mit in
die Klinik. Vielleicht fühlt er sich auch besser, wenn ich mit
ihm draussen warte.

Du meinst, er könnte dich mehr brauchen als dein Sohn?
Kann natürlich sein :wink:

Kommt ja auch drauf an, wie lange das Ganze überhaupt dauern
soll. Das konnte mir die Schwester, die den Termin mit uns
ausgemacht hat, auch nicht sagen.

Vielleicht weiß hier ja jemand was Genaueres.

Aber, ganz für mich selbst, wäre es am Besten, dabei sein zu
können. Da lobe ich mir andere Länder, in denen die Verwandten
ihre Leute quasi nie alleine lassen und wo das auch gar nicht
erwartet wird.

Also bei OPs ist das auch in anderen Ländern nicht gang und
gäbe, jedenfalls nicht in meiner Erfahrung. Allerdings das
sonstige DAbeisein, vor und nach der OP und später dann, wenn
es einen stationären Aufenthalt gibt, das ist wieder was anderes.

Nochmal: alles Gute,

Elke

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