Re^3: McZahn oder www.2te-zahnarztmeinung.de
Servus Susanne,
… schnipp …
Zunächst kann der Patient bei der 2te-Zahnarztmeinung Vorgaben
machen, inwieweit er Spezialisten sucht bzw. in welchem Umfang
er auf Erfahrung wert legt. Im übrigen weiß ich bei meinem
Zahnarzt auch nicht, inwieweit er Erfahrung gerade auf dem
Gebiet der Implantate hat oder diese Erfahrung nur vorgibt.
zwei Anmerkungen dazu: wie soll man das Ausmaß des Spezialistentums als Laie denn abgrenzen? Fachzahnärzte nach einer öffentlichen Weiterbildungsordnung gibt es bei uns nur wenige. Das wären die Fachärzte für Gesichts- und Kieferchirurgie, die Zahnärzte, die sich Oralchirurgen nennen dürfen, die Fachzahnärzte für Kieferorthopädie-, und in manchen Bundesländern jene für Parodontologie. Dazu kommen die ungeschützten Bezeichnungen, die bei Fachgesellschaften (GOI, BDIZ, GZI) erworben werden können. Wenn man die wirklich einordnen lernen will, muß man sich ganz schön lange umtun. Dann hat man allerdings einigermaßen verläßliches über ein Teilgebiet (zahnärztliche Implantologie) zur Verfügung. Kein Patient will aber eigentlich in erster Linie Implantate haben, alle wollen Zahnlücken geschlossen-, Kaufunktion und/oder Ästhetik wiederhergestellt haben. Über die Methode wollen die PatientInnen aufgeklärt werden, dann wollen sie sich entscheiden. Es geht also sowieso nicht ohne Dialog! Damit wäre ich bei meinem zweiten Punkt: was hindert Patienten, den Zahnarzt zu fragen, was er an Erfahrung hat, ob er sich die Behandlung zutraut, wie er sich die Gesamtversorgung vorstellt. Wenn ich einem Behandler nicht zutraue, daß er mir eine zutreffende Antwort gibt, trau’ ich ihm auch nicht zu, mich zu behandeln - so einfach wäre das eigentlich. Aber den vielzitierten ‚Halbgott in Weiß‘ haben die Patienten mit ihrer Autoritätsglaubigkeit und ihrem Wunsch nach hierarchischen Strukturen schon selbst bis ins dritte Jahrtausend erhalten.
Mein Zahntechniker war im Nachbardorf und ich
habe ihn drei- bis viermal in der Woche bei mir gesehen.
In der Vergangenheit habe ich meine Kronen (mit Ausnahme von
einer, von der berichte ich am Ende) von „meinem“ Zahnarzt
nach „seinen“ Preisen fertigen lassen. Einen Zahntechniker hab
ich da nie gesehen. Wenn was nicht geklappt hat, war der
nächste Termin 1 - 2 Wochen später angesagt. Und in der Zeit
ist auch ein Versand nach China und zurück möglich.
Stimmt
Häufig kommt es ja bei
Zahnersatz auf Ästhetik an.
Ja, häufig, aber nicht immer. Bei den jeweils hinteren beiden
Zähnen käme es mit nicht darauf an, ob die Farbe etwas
abweicht. Da ist es mir nur wichtig, DASS etwas im Mund ist.
Und das ist ganz eindeutig eine Preisfrage. Es gibt hier nur
schwarz oder weiß. Entweder kann ich den geforderten Preis
zahlen oder nicht. Ohne Ausweichmöglichkeit zu preiswerteren
Anbietern bliebe mir dann nur, die Lücke zu belassen. Und das
ist für mich unerträglicher als eine nicht ganz passende
Farbe.
Das ist eine klare Ansage. Wenn Du Deinem Zahnarzt traust, wenn Du ihn weiter zu Betreuung Deines Mundes haben willst, mach IHN doch zu Deinem Verbündeten - auch was die Kosten anbelangt. Zahnärztliche Behandlung ist eine auf Dauer angelegte, umfassende und betreuende Dienstleistung - nicht der ‚Kauf‘ von einzelnen Produkten oder Projekten. Dazu gehört Vertrauen, Dialog, Geduld. Ich glaube halt, daß der Zahnarzt Deines Vertrauens besser nach einem Spezialisten ‚shoppen‘ könnte als Du, wenn er einen Teil der Behandlung nicht selber machen kann.
Im übrigen noch ne Anmerkung: Bei meiner letzten Krone hat mir
mein Zahnarzt zunächst einen Kostenvoranschlag von €800,00
unterbreitet. Nachdem ich dann über meine Krankenkasse Infos
eingeholt habe und mit dem Zahnarzt gesprochen habe, meinte
er, er könne mir auch eine Krone für €350,00 fertigen. Mit der
sei ich aber dann garantiert nicht zufrieden. Ich habe mich
auf die € 350,00 eingelassen. Das ganze ist jetzt drei Jahre
her und ich bin mehr als zufrieden. Ich kann mir nicht
vorstellen, was bei einer €800,00-Krone besser sein soll.
Und ICH kann mir nicht vorstellen, daß man einer Patientin etwas anbietet, von der man von vorneherein annimmt, daß sie damit nicht zufrieden sein würde. Genau darin liegt ja der fachliche Vorsprung des Fachmannes: das anzubieten, was das richtige ist. Gibt es mehrere Möglichkeiten, muß man den Nichtfachmann entscheidungsfähig machen und ihm dann Zeit lassen. Basta.
Und nun mal ganz ehrlich: Wenn ich mit meinem „Hauszahnarzt“
handeln muss, kann ich auch die Konkurrenz unter den Ärzten
für mich „ausnutzen“.
S.
Kannst Du, aber Du weißt ja, wie die Welt ist ;-( Wenn man sich runterhandeln läßt, hat man ja immer noch die Möglichkeit, auch für weniger Geld weniger zu ‚verkaufen‘. Wer ist denn da am längeren Hebel?
Kai