MdB/MdL-soziales und berufliche Jahr vor Mandat ?

Liebe Forumsteilnehmer,

Bundestags- und Landtagsabgeordnete sollten nach meiner Auffassung bevor sie kandidieren düerfen, den Nacxhweis erbringen, dass sie ein soziales Jahr oder mindestens ein Jahr in einem Beruf ausserhalb des öffentlichen Dienstes gearbeitet haben und entweder die Bundeswehr oder Zivildienst absolviert haben. Was meint Ihr ? Nur wer gearbeitet hat, weiss, von was er im Bundestag oder Landtag redet.

Gruss Günter

Mahlzeit!

Grundsätzlich stimme ich Dir ja zu. Die Herrschaften sollten schon vor ihrer Karriere im Deutschen Versorgungsapparat auch mal ein bis zwei Jahre in der Wirtschaft geschwitzt haben.

Allerdings verstehe ich nicht, warum Du das auf ausserhalb des Öffentlichen Dienstes Beschränken willst. Sollte ich das als Andeutung verstehen, das dort nicht gearbeitet wird? Dem kann ich keinen Millimeter zustimmen.

Zunächst mal denke ich, das die Angestellten im ÖD genau wie jeder andere arbeiten müssen. Und das nicht zu knapp. Und lernen tut man dabei auch was. Stell Dir doch nur mal die armen Schweine bei der Stadtreinigung vor. Das ist auch Öffentlicher Dienst. Und mit Sicherheit kein Schlafplatz.

Aber sonst hast Du recht. Reale Arbeit könnte den Herrschaften nicht schaden. Dann wüßten sie wenigstens mal, wie man sich fühlt, wenn man die Hälfte seines sauer erkämpften Monatlichen Almosens an die SV und den Fiskus abdrücken darf.

So long.

Der Dicke MD.

Mahlzeit!

ebenso Mahlzeit,

Grundsätzlich stimme ich Dir ja zu. Die Herrschaften sollten
schon vor ihrer Karriere im Deutschen Versorgungsapparat auch
mal ein bis zwei Jahre in der Wirtschaft geschwitzt haben.

Allerdings verstehe ich nicht, warum Du das auf ausserhalb des
Öffentlichen Dienstes Beschränken willst. Sollte ich das als
Andeutung verstehen, das dort nicht gearbeitet wird? Dem kann
ich keinen Millimeter zustimmen.

Nein, bedauere,w enn es hier zu einem Miussverständnis kommt. Ich wollte damit ausdrücken, dass wir mehr Praktiker und weniger Bürokraten in den Parlamenten haben sollten und sich zumindest in den Landtagen doch oftmals Berufslandräte als Abgeordnete finden. Habe selbst fast 15 Jahte im ö.D. gearbeitet und kenne die Vor- und Nachteile, bevor ich in die freie Wirtschaft gegangen bin.

Zunächst mal denke ich, das die Angestellten im ÖD genau wie
jeder andere arbeiten müssen. Und das nicht zu knapp. Und
lernen tut man dabei auch was. Stell Dir doch nur mal die
armen Schweine bei der Stadtreinigung vor. Das ist auch
Öffentlicher Dienst. Und mit Sicherheit kein Schlafplatz.

Aber sonst hast Du recht. Reale Arbeit könnte den Herrschaften
nicht schaden. Dann wüßten sie wenigstens mal, wie man sich
fühlt, wenn man die Hälfte seines sauer erkämpften Monatlichen
Almosens an die SV und den Fiskus abdrücken darf.

So long.

Der Dicke MD.

Also, noch viel Spass bei der Arbeit.

Günter

Nein.
Moin.

Nein, ich denke nicht dass eine Beschränkung des passiven Wahlrechts eine Verbesserung des politischen Alltages mit sich bringt.

Außerdem höre ich schon die Frauen schreien: Die meisten Männer haben so oder so gedient, da sind Frauen klar im Nachteil. Darüber hinaus sehe ich eher das Problem, dass die Bevölkerung mit ihren Berufen nicht in den Parlamenten repräsentiert wird; d.h. zuviele Juristen und Beamte. (Nichts gegen Juristen und Beamte an sich, nur mehr Ingenieure, Händler, Maurer, Berufsfussballer a.D., Ärzte, Pfleger, Langzeitarbeitslose -warum nicht? Haben auch so ihre Lebenserfahrung- Kraftfahrer, Floristen, etc… -alles weiblich wie mänlich- in die Parlamente).

Schönen Tag noch

Leo

Hallo,

Darüber hinaus sehe ich eher das Problem, dass die
Bevölkerung mit ihren Berufen nicht in den Parlamenten
repräsentiert wird; d.h. zuviele Juristen und Beamte. (Nichts
gegen Juristen und Beamte an sich, nur mehr Ingenieure,
Händler, Maurer, Berufsfussballer a.D., Ärzte, Pfleger,
Langzeitarbeitslose -warum nicht? Haben auch so ihre
Lebenserfahrung- Kraftfahrer, Floristen, etc… -alles
weiblich wie mänlich- in die Parlamente).

Nur: liegt das an den Beamten und Juristen oder eben an den Ärzten, Maurern etc., daß davon zu wenige in die Politik gehen.

Gruß
Jürgen

Hallo Günter,

Du hast schon recht, daß Du wünscht, die Volksvertreter sollten den Querschnitt des Volkes wiederspiegeln und daher aus verschiedenen Berufen stammen.

Soweit ich die Lebensläufe der meisten prominenten Politiker kenne, haben es die in jungen Jahren verstanden, das Berufsziel Berufspolitiker anzusteuern. Da hast Du keine Zeit, einen ordentlichen Beruf zu lernen. Man versucht Klassen-/Studentensprecher zu werden. Geht in eine Jugendorganisation, paukt Rhetorik und übt an Rednerpulten viel zu reden und nichts zu sagen. (Von mir keine Kritik sondern eher Bewunderung)

Als Alternative, aber erfolgreich sind dabei nur starke Persönlichkeiten, gehst Du Demonstrieren und Steinewerfen um später einmal im Europa-Parlament zu sitzen oder Außenminister zu werden.

Die Leute mit normalem Beruf kommen, auch wenn sie wollten, in die Berufspolitikerclique nicht mehr hinein. Da schirmen sich die Amtsinhaber schon gut ab. Man bekommt ja schöne Gehälter, Diäten und letztendlich auch eine gute Pension.

Grüße Rudolf

ebenso Mahlzeit,

Jetzt nicht mehr. Eher Guten Abend :smile:

Nein, bedauere,w enn es hier zu einem Miussverständnis kommt.
Ich wollte damit ausdrücken, dass wir mehr Praktiker und
weniger Bürokraten in den Parlamenten haben sollten und sich
zumindest in den Landtagen doch oftmals Berufslandräte als
Abgeordnete finden. Habe selbst fast 15 Jahte im ö.D.
gearbeitet und kenne die Vor- und Nachteile, bevor ich in die
freie Wirtschaft gegangen bin.

So versteh ich Dich schon besser. Jetzt stimme ich Dir voll und ganz zu. Glaub mir, ich kenne auch die Vor- und Nachteile des ÖD. Auch wenn zur Zeit kaum noch Vorteile da sind. Die werden Stück für Stück weg rationalisiert. Wobei die Bezahlung bescheiden bleibt :frowning:

Also, noch viel Spass bei der Arbeit.

Hab Feierabend. Schon lääängst. Trotzdem Danke :smile:

So long.

Der Dicke MD.

Hallo!

Nur: liegt das an den Beamten und Juristen oder eben an den
Ärzten, Maurern etc., daß davon zu wenige in die Politik
gehen.

Das liegt daran, daß eben nur Juristen, Beamte (insbes. Lehrer) und Steinewerfer überhaupt die Zeit haben, sich neben dem Job aktiv mit Politik (in größerem Stil) auseinenderzusetzen.

Die Berufspolitker ohne jegliche Berufserfahrung rekrutieren sich ohnehin zum allergrößten Teil aus den Jurafakultäten, da dort traditionell auch die Jugendorganisationen der großen Parteien am aktivesten werben.

Ich als BWLer wurde während des Studiums lediglich einmal von einem Vertreter der JU angesprochen. Die Jusos hat man bei uns gar ncht erst gesehen.

Außerdem hätte ich schlichtweg keine Zeit, mich mit Politik beruflich zu beschäftigen, da mein Job nur 120% oder 0% Einsatz erlaubt. Nichts dazwischen.

Grüße,
Mathias

Hallo!

Nur: liegt das an den Beamten und Juristen oder eben an den
Ärzten, Maurern etc., daß davon zu wenige in die Politik
gehen.

Beamte und Juristen sind nun wirklich nicht schul, wenn sonst sich niemand um Politik kümmert.

Das liegt daran, daß eben nur Juristen, Beamte (insbes.
Lehrer) und Steinewerfer überhaupt die Zeit haben, sich neben
dem Job aktiv mit Politik (in größerem Stil)
auseinenderzusetzen.

Ich habe früher im Organisationsbereich als BWLer gearbeitet und hatte noch Zeit für Politik, das ist alles eine Ausrede, weil bedi uns kaum noch jemand - leider - zwischenzeitlich auch in der freien Wirtschaft - verantwortung übernimmt, geschweige denn Verantwortung für das eigene Tun hat.

Die Berufspolitker ohne jegliche Berufserfahrung rekrutieren
sich ohnehin zum allergrößten Teil aus den Jurafakultäten, da
dort traditionell auch die Jugendorganisationen der großen
Parteien am aktivesten werben.

Ich als BWLer wurde während des Studiums lediglich einmal von
einem Vertreter der JU angesprochen. Die Jusos hat man bei uns
gar ncht erst gesehen.

Außerdem hätte ich schlichtweg keine Zeit, mich mit Politik
beruflich zu beschäftigen, da mein Job nur 120% oder 0%
Einsatz erlaubt. Nichts dazwischen.

Auch Du hast Zeit, wenn Du Dir Zeit nimmst. Und. Was hierbei zu beachten wäre, die Neidnation Deutschland muss eben den Politikern auch - wenn Leistungen erwartet werden - entsprechende Einkommen garantieren. Was ist das für ein Staat, der seine Repräsentanten abspeisen will, bei geringsten Fehler den Rücktritt fordert, während Nieten in nadelstreifen großzügig entschädigt tausende von Arbeistlosen hinterlassen, weil das Interesse der Aktionäre und des eigenen fünfstelligen Einkommens wichtiger als der Bestand eines Unternehmens ist. Gerade wir BWLer sollten hier einmal reinhauen, denn gerade bei uns sind fähihe Leute für die Politik, teilweise fähiger als an ihren wirtschaftlichen Plätzen.

Günter

Grüße,
Mathias

Liebe Forumsteilnehmer,

Bundestags- und Landtagsabgeordnete sollten nach meiner
Auffassung bevor sie kandidieren düerfen, den Nacxhweis
erbringen, dass sie ein soziales Jahr

das wäre sehr angebracht. Doch so ein kommender entscheidungsträger kann sich ja nicht mit solcher Arbeit infizieren!
.oder mindestens ein Jahr

in einem Beruf ausserhalb des öffentlichen Dienstes gearbeitet

Das machen allerdings ein großtei: es sind extrem viel Rechtsanwälte dabei. Meist kommst Du auch nur vorwärts, wenn Du RA bist.
Grüße
Raimund

hallo, Jürgen,
hättest Du Dich schon mal politisch engagiert, dann wüsstest du, woran das liegt. Es gäbe genug, die sich politisch betätigen würden… wenn man sie in den Parteien auch ließe. Wenn Du den „Alten Herren“ nicht Honig ums Maul schmierst, gut buckelst, und nicht in jahrelanger Intrigenarbeit Dir eine Lobby aufbaust, hast Du keine Chance weiter zu kommen.
Grüße
Raimund

Hi!

Nur: liegt das an den Beamten und Juristen oder eben an den
Ärzten, Maurern etc., daß davon zu wenige in die Politik
gehen.

Beamte und Juristen sind nun wirklich nicht schul, wenn sonst
sich niemand um Politik kümmert.

Falsch, denn genau diese Leute schaff(t)en die Rahmenbedingungen dafür, daß nur noch sie das tun können.

Das liegt daran, daß eben nur Juristen, Beamte (insbes.
Lehrer) und Steinewerfer überhaupt die Zeit haben, sich neben
dem Job aktiv mit Politik (in größerem Stil)
auseinenderzusetzen.

Ich habe früher im Organisationsbereich als BWLer gearbeitet
und hatte noch Zeit für Politik, das ist alles eine Ausrede,
weil bedi uns kaum noch jemand - leider - zwischenzeitlich
auch in der freien Wirtschaft - verantwortung übernimmt,
geschweige denn Verantwortung für das eigene Tun hat.

Bitte keine Moralpredigt. Als Mitglied der Geschäftsleitung übernehme ich weisgott genug Verantwortung.

Des weiteren gleube ich nicht, daß Du großartig aus der Kommunalpolitik herausgekommen bist, daher zählt das nicht.
Ich sprach von interessanten Posten.

Die Berufspolitker ohne jegliche Berufserfahrung rekrutieren
sich ohnehin zum allergrößten Teil aus den Jurafakultäten, da
dort traditionell auch die Jugendorganisationen der großen
Parteien am aktivesten werben.

Ich als BWLer wurde während des Studiums lediglich einmal von
einem Vertreter der JU angesprochen. Die Jusos hat man bei uns
gar ncht erst gesehen.

Außerdem hätte ich schlichtweg keine Zeit, mich mit Politik
beruflich zu beschäftigen, da mein Job nur 120% oder 0%
Einsatz erlaubt. Nichts dazwischen.

Auch Du hast Zeit, wenn Du Dir Zeit nimmst. Und. Was hierbei
zu beachten wäre, die Neidnation Deutschland muss eben den
Politikern auch - wenn Leistungen erwartet werden -
entsprechende Einkommen garantieren.

Moment: das sehe ich genauso. Nur führen die hohen Gehälter offensichtlich dennoch nicht zu einer höheren Qualifikation der Politiker. Anscheinend wird hier doch noch gemauert…

Was ist das für ein
Staat, der seine Repräsentanten abspeisen will, bei geringsten
Fehler den Rücktritt fordert, während Nieten in nadelstreifen
großzügig entschädigt tausende von Arbeistlosen hinterlassen,
weil das Interesse der Aktionäre und des eigenen fünfstelligen
Einkommens wichtiger als der Bestand eines Unternehmens ist.

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Und: jeder macht Fehler, das ist normal.
Aber bewußt den Wähler und Steuerzahler zu betrügen und dann auch zu sagen, man sei „ruhig“ reicht eindeutig für einen Rücktritt und eine Schadenersatzklage.

Gerade wir BWLer sollten hier einmal reinhauen, denn gerade
bei uns sind fähihe Leute für die Politik, teilweise fähiger
als an ihren wirtschaftlichen Plätzen.

Das sehe ich auch so.

Nur gibt es aus o.g. Gründen eben die Chance nicht.

Grüße,

Mathias

Hi Mathias,

Bitte keine Moralpredigt. Als Mitglied der Geschäftsleitung
übernehme ich weisgott genug Verantwortung.

Des weiteren gleube ich nicht, daß Du großartig aus der
Kommunalpolitik herausgekommen bist, daher zählt das nicht.
Ich sprach von interessanten Posten.

Sorry, ich war bis auf Landesebene tätig und habe Wahlkampforganisation im grossen Tross bei Landtags- und Bundestagswahlen mitorganisiert, aber ich bin aus persönlichen Gründen ausgestiegen. Ich persönlich war - obwohl noch andere Möglichkeiten offen gestanden haben - auf Grund eines Vorganges nicht mehr bereit, meine persönliche Meinung, mein Ich der Parteipolitik unterzuordnen. Deshalb habe ich sämtliche Positionen eines Kreisvorsitzenden, eines Bezirksvorstandsmitgliedes, eines DGB-Vertreter der Partei auf Landesebene und den Vorsitz eines Kommunlapolitischen Ausschusses innerhalb weniger Wochen niedergelegt. Politik durfte für mich nie bis zur Selbstverleugnung gehen und ich erkannte irgendwann, dass ich nicht für höhere Aufgaben bereit bin, weil ich - je höher die Stellung - desto mehr die eigene Meinung und Einstellung im Interesse des Wahlsieges verleugnen müsste.

Die Berufspolitker ohne jegliche Berufserfahrung rekrutieren
sich ohnehin zum allergrößten Teil aus den Jurafakultäten, da
dort traditionell auch die Jugendorganisationen der großen
Parteien am aktivesten werben.

Ich als BWLer wurde während des Studiums lediglich einmal von
einem Vertreter der JU angesprochen. Die Jusos hat man bei uns
gar ncht erst gesehen.

Außerdem hätte ich schlichtweg keine Zeit, mich mit Politik
beruflich zu beschäftigen, da mein Job nur 120% oder 0%
Einsatz erlaubt. Nichts dazwischen.

Auch Du hast Zeit, wenn Du Dir Zeit nimmst. Und. Was hierbei
zu beachten wäre, die Neidnation Deutschland muss eben den
Politikern auch - wenn Leistungen erwartet werden -
entsprechende Einkommen garantieren.

Moment: das sehe ich genauso. Nur führen die hohen Gehälter
offensichtlich dennoch nicht zu einer höheren Qualifikation
der Politiker. Anscheinend wird hier doch noch gemauert…

Selbstverständlich wird gemauert, weil eingesessene Gruppen ihre Pfründe sich erhalten wollen.

Was ist das für ein
Staat, der seine Repräsentanten abspeisen will, bei geringsten
Fehler den Rücktritt fordert, während Nieten in nadelstreifen
großzügig entschädigt tausende von Arbeistlosen hinterlassen,
weil das Interesse der Aktionäre und des eigenen fünfstelligen
Einkommens wichtiger als der Bestand eines Unternehmens ist.

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Nun ja, Ansichtssache,

Und: jeder macht Fehler, das ist normal.
Aber bewußt den Wähler und Steuerzahler zu betrügen und dann
auch zu sagen, man sei „ruhig“ reicht eindeutig für einen
Rücktritt und eine Schadenersatzklage.

Leider in der Politik nein.

Gerade wir BWLer sollten hier einmal reinhauen, denn gerade
bei uns sind fähihe Leute für die Politik, teilweise fähiger
als an ihren wirtschaftlichen Plätzen.

Das sehe ich auch so.

Nur gibt es aus o.g. Gründen eben die Chance nicht.

Grüße,

Mathias

Wünsche Dir ein schönen Wochenende, wir sind uns weitgehend einig, nur, ändern werden wir tatsächlich nur etwas wenn wir Einfluss auf Wahlen nehmen.

Grüsse

Günter

Hi Günter!

Sorry, ich war bis auf Landesebene tätig und habe
Wahlkampforganisation im grossen Tross bei Landtags- und
Bundestagswahlen mitorganisiert, aber ich bin aus persönlichen
Gründen ausgestiegen. Ich persönlich war - obwohl noch andere
Möglichkeiten offen gestanden haben - auf Grund eines
Vorganges nicht mehr bereit, meine persönliche Meinung, mein
Ich der Parteipolitik unterzuordnen. Deshalb habe ich
sämtliche Positionen eines Kreisvorsitzenden, eines
Bezirksvorstandsmitgliedes, eines DGB-Vertreter der Partei auf
Landesebene und den Vorsitz eines Kommunlapolitischen
Ausschusses innerhalb weniger Wochen niedergelegt. Politik
durfte für mich nie bis zur Selbstverleugnung gehen und ich
erkannte irgendwann, dass ich nicht für höhere Aufgaben bereit
bin, weil ich - je höher die Stellung - desto mehr die eigene
Meinung und Einstellung im Interesse des Wahlsieges verleugnen
müsste.

Finde ich gut.
Und zwar erstens, daß Du es trotz anderem Job so weit gebracht hattest und auch, daß Du Dich gerade gemacht hast.

Die Berufspolitker ohne jegliche Berufserfahrung rekrutieren
sich ohnehin zum allergrößten Teil aus den Jurafakultäten, da
dort traditionell auch die Jugendorganisationen der großen
Parteien am aktivesten werben.

Ich als BWLer wurde während des Studiums lediglich einmal von
einem Vertreter der JU angesprochen. Die Jusos hat man bei uns
gar ncht erst gesehen.

Außerdem hätte ich schlichtweg keine Zeit, mich mit Politik
beruflich zu beschäftigen, da mein Job nur 120% oder 0%
Einsatz erlaubt. Nichts dazwischen.

Auch Du hast Zeit, wenn Du Dir Zeit nimmst. Und. Was hierbei
zu beachten wäre, die Neidnation Deutschland muss eben den
Politikern auch - wenn Leistungen erwartet werden -
entsprechende Einkommen garantieren.

Moment: das sehe ich genauso. Nur führen die hohen Gehälter
offensichtlich dennoch nicht zu einer höheren Qualifikation
der Politiker. Anscheinend wird hier doch noch gemauert…

Selbstverständlich wird gemauert, weil eingesessene Gruppen
ihre Pfründe sich erhalten wollen.

Daher ist auch die Diskussion um die Gehälter obsolet, denn einerseits über hohe Gehälter Spitzenkräfte aus der Wirtschafts rekrutieren zu wollen, andererseits aber faktisch keine Quereinsteiger zuzulassen beißt sich irgendwie, nicht wahr?

Was ist das für ein
Staat, der seine Repräsentanten abspeisen will, bei geringsten
Fehler den Rücktritt fordert, während Nieten in nadelstreifen
großzügig entschädigt tausende von Arbeistlosen hinterlassen,
weil das Interesse der Aktionäre und des eigenen fünfstelligen
Einkommens wichtiger als der Bestand eines Unternehmens ist.

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Nun ja, Ansichtssache,

Klar.
Für mich gibt es einen riesigen Unterschied zwischen Politik und freier Wirtschaft.

Und: jeder macht Fehler, das ist normal.
Aber bewußt den Wähler und Steuerzahler zu betrügen und dann
auch zu sagen, man sei „ruhig“ reicht eindeutig für einen
Rücktritt und eine Schadenersatzklage.

Leider in der Politik nein.

Es ist an uns, das zu ändern.
Wenn man natürlich immer bequem die CDU oder die SPD wählt, wird sich an dem Filz gar nichts ändern.
Gibt man aber mal den kleineren eine Chance, könnte das ja evtl. was werden. Den Versuch wäre es wert.

Gerade wir BWLer sollten hier einmal reinhauen, denn gerade
bei uns sind fähihe Leute für die Politik, teilweise fähiger
als an ihren wirtschaftlichen Plätzen.

Das sehe ich auch so.

Nur gibt es aus o.g. Gründen eben die Chance nicht.

Wünsche Dir ein schönen Wochenende, wir sind uns weitgehend
einig, nur, ändern werden wir tatsächlich nur etwas wenn wir
Einfluss auf Wahlen nehmen.

Das stimmt schon. Nur sehe ich hier für mich die Möglichkeiten als eher engeschränkt an.
Seis drum, ein Freund von mir ist politisch aktiv hier (er ist Anwalt…) und er nimmt mich jetzt mal mit zu einer seiner Podiumsdiskussionen. Vielleicht mache ich ja doch im kleinen mit.

Grüße,

Mathias