Ein junges Mädchen, Anfang 20, hat auf einem Reiterhof ein Pferd. Das Pferd selbst stammt von den Besitzern des Reiterhofes, die es 2004 vom Pferdeschlachter aus Mitleid gekauft hatten. Damals soll das junge Pferd wohl massive Störungen gehabt haben, so dass es angeblich unreitbar war. Die Besitzer des Pferdehofes sagten nun zu dieser jungen Frau im November 2006, dass sie mit diesem Pferd nicht viel anfangen könnten und machten folgenden Vorschlag: Sollte dieses Mädchen interesse an dem Pferd haben und mindestens ein Jahr lang die geforderte Stallmiete begleichen, so würde das Eigentum des Pferdes an sie übergehen, ohne weitere Kosten (der Wert dieses Gauls lag damals bei cirka 400 EUR Schlachtpreis). Die Frau ging darauf ein und bezahlt seit dem 01.12.2006 bis heute monatlich 160 EUR Stallmiete, wie von den Besitzern gefordert, also bis zum heutigen Tag insgesamt 2880 EUR. Hinzu kam, dass sie die Kosten für den Hufschmid in Höhe von cirka 150 EUR in dieser Zeit übernommen hat und außerdem dieses Pferd eingeritten und somit reitbar gemacht hat (auch dieses Einreiten soll einen Wert von cirka 1500 EUR haben, sofern es dann von einem Laien und nicht von einem Profireiter übernommen wird).
Jetzt im Moment geht es nur also darum, wer der Eigentümer dieses Pferdes am heutigen Tage ist. Das junge Mädchen erinnert sich nun natürlich an die Abmachung von damals; ebenfalls erinnert sich eine Rechtsanwältin, die dieses Gespräch damals mit angehört hat sowie ein weiterer Einsteller dieses Stalles. Auch eine weitere Frau dürfte diese mündliche Vereinbarung damals gehört haben, zu der jedoch noch kein Kontakt hergestellt worden ist. Die Hofbesitzer, die nun aber mit diesem, mittlerweile reitbaren Pferd, noch Gewinn erzielen wollen, erinnern sich nicht mehr an diese Abmachung und behaupten, dass sie noch im Besitz der Papiere des Pferdes und somit rechtmäßige Eigentümer wären und von dieser jungen Frau eine Summe in Höhe von 2200 EUR fordern; dann wäre sie schließlich die rechtmäßige Besitzerin. Die neutralen Zeugen hingegen behaupten, dass eben das zuvor Geschilderte vereinbart worden sei, also dass Nutzen und Lasten binnen eines Jahres auf dieses Mädchen übergehen sollen.
Darf diese junge Frau dieses Pferd einfach mitnehmen und darüber verfügen oder ist dieser mündliche Vertrag so nichtig und gegestandslos? Sollte der weitere Weg über einen Rechtsanwalt bestritten werden oder macht sie sich einer Straftat schuldig, wenn sie das Pferd (welches ja ihrer Meinung nach ausschließlich ihr
gehört) einfach mitnimmt? Weiterhin befürchtet sie, dass die Hofbesitzer das Pferd unverzüglich zum Schlachter verbringen würden, sollte ein Schreiben eines Rechtsanwaltes in dieser Sache auf diesem Pferdehof eingehen.
Macht es denn in diesem Fall Sinn, den zivilen Rechtsweg zu bestreiten oder ist es eher aussichtslos weil eben nichts schriftlich vereinbart worden ist?