Medikamente bei Liebeskummer?

Hallo Experten,

ich hoffe ihr könnt mir helfen. Ich habe in den letzten Jahren mit mehreren psychischen Erkrankungen (Selbstverletzung, Depression, Magersucht, Angstattacken, letztes Jahr Vergewaltigung) zu kämpfen gehabt, die nie durch eine Therapie behandelt wurden, es ging mir aber irgendwann von selbst besser, zumindest so gut, das ich mein Leben ganz gut auf die Reihe bekommen habe.

Ich bin im Januar mit meinem Feund zusammengekommen und habe nach langer Zeit einem Menschen mein Vertrauen und meine Liebe geschenkt, nur leider hat sich das als Fehler erwiesen. Er hat sich gestern von mir getrennt, weil er mich nach seinen Angabe nicht mehr liebt. Ich liebe ihn aber immer noch immens und mir geht es im Moment sehr schlecht, ich fühle mich furchtbar und ich habe den Drang, mich selbst zu verletzen, damit ich meinen inneren Schmerz nicht mehr fühle. Ich kann mich auf nichts mehr konzentrieren und fühle mich völlig überfordert und merke, dass ich in alte Gewohnheiten zurückfalle.

Jetzt stellt sich mir die Frage, ob ich dagegen Medikamente (natürlich im Rahmen einer Therapie) bekommen würde. Ich habe nicht den Eindruck, dass ich im Moment in der Lage bin etwas anderes zu tun als zu weinen. Ich habe aber mit Psychologen bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht und ich weiß im Moment nicht mehr weiter. Auch wenn ich weiß, dass das Leben weitergeht und ich mich irgendwann wieder verlieben werde, sind die selbstzerstörerischen Tendenzen sehr stark und ich glaube nicht, dass ich es diesmal wieder ohne Hilfe schaffen werde. Habe aber den Verdacht, dass wenn selbst eine Vergewaltigung kein ausreichender Behandlungsgrund ist (wurde mir wirklich gesagt), dass ich mit Liebeskummer erst recht abgewiesen werde.
Bitte helft mir.

Liebe Grüße, Oimeline

Liebe Oimeline!

Ich bin erschüttert! Eine Vergewaltigung IST ein ausreichender Behandlungsgrund und es ist brutal, dass du mit solch einer Begründung abgewiesen wurdest.

Alles was du nennst - Depressionen, Magersucht, Angstattacken, Selbstverletzung - reicht für sich allein aus, um dir zu einer psychotherapeutischen Hilfe zu raten.

Das Problem dabei ist es, den richtigen Therapeuten zu finden. In einer solchen Situation ist es oft so, dass man gar nicht die Kraft hat, für seine Rechte zu kämpfen. Deshalb möchte ich dich hier ausdrücklich ermutigen, dir einen Therapeuten zu suchen!!! Lass dich nicht abweisen und probiere auch verschiedene aus, bis du jemanden gefunden hast, bei dem du dich aufgehoben fühlst. Das ist ganz wichtig für den therapeutischen Erfolg.

Medikamente können immer nur begleitend zum Einsatz kommen, denn lösen können sie die Probleme nicht! Sie verhelfen aber dazu, dass du therapierbar wirst, wenn es dir sehr schlecht geht.

Von selbst geht so etwas keineswegs weg. Der Mensch hat nur einfach sehr subtile Methoden der Verdrängung entwichelt, damit er sich einreden kann, er hätte etwas überwunden. Du siehst an deinen vielfältigen Problemen, dass dem nicht so ist.

Eine erste Anlaufstelle ist immer der Hausarzt.
Für die medikamentöse Therapie wäre ein Neurologe der richtige Ansprechpartner; er kann dir dann Psychotherapeuten nennen, an die duch dich wenden kannst.

Ich wünsche dir von Herzen Alles Gute!

Gruß, ChrisTine

Hallo,

stimme völlig zu, nur:

Für die medikamentöse Therapie wäre ein Neurologe der richtige
Ansprechpartner

  • der Psychiater ist’s! Neurologen sind für das „körperliche“ Nervensystem zuständig, also Taubheitsgefühle, Schwindel u.ä. Manche Krankheitsbilder gehen ineinander, daher gibt es (noch) „Nervenärzte“, die Neurologie und Psychiatrie betreiben. Und, nein, man muss nicht „verrückt“ sein, um zum Psychiater zu gehen.

Alles Gute!

Jule

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sorry, stimmt! (owT)

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Medikamente bei Liebeskummer?- hoffentlich nicht

Für die medikamentöse Therapie wäre ein Neurologe der richtige
Ansprechpartner

  • der Psychiater ist’s!

hi,

beide sind´s!

auch dass der hausarzt immer der erste ansprechpartner sein muss, stimmt nicht, denn man kann direkt mit der kk-karte zum psychologen gehen.

ausserdem könnte man selbst entscheiden, bevor man sich medikamente verschreiben lässt, dass man es zunächst mit gesprächen versucht. das ist ja bisher noch nicht richtig geschehen.

Hallo,

ausserdem könnte man selbst entscheiden, bevor man sich
medikamente verschreiben lässt, dass man es zunächst mit
gesprächen versucht. das ist ja bisher noch nicht richtig
geschehen.

Allerdings, aus dem einfachen Grund, dass man mir gesagt hat, ich brauche keine Therapie, weil nach ärztlichen Angaben kein Leidensdruck erkennbar sei. Und das ist jedesmal passiert, wenn ich um Hilfe gebeten habe. Und ich habe im Moment das Gefühl, Gespräche bringen mich erst weiter, wenn ich auch in der Lage bin, mit jemand zu sprechen, aber momentan breche ich beim kleinsten Anlass in Tränen aus und bringe kein Wort mehr raus.

Grüße, Oimeline

Hallo

Allerdings, aus dem einfachen Grund, dass man mir gesagt hat,
ich brauche keine Therapie, weil nach ärztlichen Angaben kein
Leidensdruck erkennbar sei. Und das ist jedesmal passiert,
wenn ich um Hilfe gebeten habe. Und ich habe im Moment das
Gefühl, Gespräche bringen mich erst weiter, wenn ich auch in
der Lage bin, mit jemand zu sprechen, aber momentan breche ich
beim kleinsten Anlass in Tränen aus und bringe kein Wort mehr
raus.

Also ch hab nicht alles gelesen oder zumindest das Gefühl irgendwo ein Posting überspungen zu haben (und hoff dies gehörte zu dem was ich meine, das hier das Thema ist), doch kann das nicht der Grund sein, weshalb du bisher noch bei keinem PSychodoc. warst.
Weil du dich beim Arzt zu sehr zusamennimmst, möglichst um den heißen brei redest um eben NICHT in Tränen auszubrechen. Irgendwie das Thema wegdrückst, u. so dem Arzt oder der Sprechstundendame vom Psychiater das gefühl gibst eigentlich ganz gut klarzukommen.

NAch Hilfe zu bitten, konkrete Worte für deinen Seelischen Zustand zu finden und dabei in Tränen auszubrechen könnte deinen Leidensdruck evtl unterstreichen, so dass der Behandlungsbedarf erkennbar wird.

Versuch doch mal die beiden Sätze miteinander zu vergleichen, wie die auf einen Therapeuten wirken.

„Guten tag ich wurde vergewaltigt/Liebeskummer, ich bräuchte Psychotherapie“

oder
„Ich fühl mich miserabel, nun hat mich mein Freund verlassen und ich weiß nicht wie ich damit zusätzlich klarkommen soll, ich hab das Bedürfnis mich zu ritzen seitdem, denn er ihm konnte ich als einzigen vertauen seit der Vergewaltigung letztes Jahr…“

Daserste wirkt zwar kurz und knapp aber auch abgeklärt. Auch wenn es ein einfacher Selbstschutz wär.
Das andere textet das Gegenüber zwar zu und zugleich wird es dir evtl schwerfallen so offen zu reden und vermutlich wirst du dabei auch in Tränen ausbrechen, doch wenn damit nicht der Leidensdruck deutlich wird, und der Behandlungsbedarf, dann hat derjenige andere den Beruf verfehlt.

Wo es doch grad so akut ist, du kannst auch selbst in eine Psychiatrische Klinik gehen und dort in der Ambulanz auflaufen. Die haben ebenso einen Notdienst, wie zB. die Chirurgie. Das ist vielleicht besser als wenn du dir wieder wehtust oder vor lauter Liebeskummer nichts isst oder sonst irgendeiner deiner Vorgeschichten wieder hochkommt.
Gegen leichteren Liebeskummer hilft sonst auch Schokolade :wink:http://www.liebeskummerpillen.de/start.html

Gruß Susanne