Hallo,
beim ersten Medikament handelt es sich um ein Diclofenac
Präparat mit einer HWZ bis zu 6 Stunden.
Beim zweiten um Omeprazol mit einer HWZ von bis zu 2 Stunden,
jedoch einer Wirksamkeit von bis zu 24 Stunden.
Bei begründeter Indikation macht diese Kombination schon Sinn,
eine längerfristige Auswirkung sollte eigentlich nicht möglich
sein, da es sich nicht um Depotpräparate handelt und
vorausgesetzt, Du nimmst keine anderen Medikamente ein.Gruss na_nu?
Guten Tag,
man kann allerdings mit der HWZ an sich wenig anfangen. Wenn man es genau wissen will, muss neben der HWZ auch die Eliminationskinetik, Verteilungsvolumen und Clearanceleistung berücksichtigt werden.
Die meisten Pharmaka werden nach der Eliminationskinetik nullter Ordnung abgebaut, d.h. in einem proportionalem Verhältnis. Andere werden nach der Eliminationskinetik erster Ordnung abgebaut, also in einem exponentiellem Kontext. Es gibt auch Mischformen, z.B. bei Organinsuffizenzen.
Weiterhin ist das Verteilungsvolumen wichtig, d.h. wenn sich ein Stoff aufgrund chemischer Eigenschaften (besonders fettaffin (lipophil) oder wasseraffin (hydrophil)) in unterschiedlichen Organkompartimenten lösen kann, ist das Volumen, in dem er gelöst ist, u.U. größer als das Volumen eines anderen Pharmakons und wird deswegen bei angenommener gleichartiger Kinetik und Clearance trotzdem langsamer eliminiert, d.h. die HWZ ist länger.
Ist die Ausscheidung des Stoffes durch Organinsuffizienzen beeinträchtigt, sinkt die Clearanceleistung, was die HWZ wiederum beeinflusst.
Das Problem ist, dass man sich die HWZ bezüglich Medikamente nicht konstant wie bei radioaktiv zerfallenden Stoffen vorstellen kann, sondern u.a. durch die drei genannten Umstände beeinflusst werden. Wichtig wird dieses Wissen z.B. bei Behandlung älterer Menschen mit langsamerem Stoffwechsel, verändertem Verteilungsverhalten etc.
Kleiner Exkurs in Allgemeiner Pharmakologie, Kapitel 1. 
HG
sunconure