Medikation bei vaskulärer Demenz

Hallo zusammen,

Herr X wohnt in einem Pflegeheim.

Er ist (erst) 69 Jahre alt, Diabetiker und leidet an vaskulärer Demenz.

Folgenden Medikamentenplan hat sich seine Tochter vom Pflegepersonal zeigen lassen:

Akineton (Dosierung:0,5-0,5-0-0)
Haloperidol (Dosierung: 0-0-0,25-0
Melneurin (Dosierung: 1-1,5-2-0)
Nitrazepam (Dosierung: 0-0-0-1,5)

Die Medikation für den Diabetes wurde hier nicht aufgeführt.

Kann die o.g. Medikation zu extremer Schläfrigkeit und Teilnahmslosigkeit des Herrn X beitragen?
Die Tochter des Herrn X wollte jetzt das Pflegepersonal nicht direkt fragen, ob ihr Vater „vollgepumpt“ und „ruhig gestellt“ ist durch diese Medikation.

Kann einer hier im Forum etwas dazu sagen??

Vielen Dank vorab!!

Terry2009

Hallo

Ich habe einmal bei Wikipedia nur nach Nitrazepam geschaut.

Man kann auch einmal Suchmaschinen benutzen.

Ich würde einmal fragen, in welchem Zustand er denn eingeliefert wurde.

Bei Wikipedia steht etwas zur Behandlung genannter Krankheit.

Beruhigungsmittel sind nach meiner Meinung durchaus Gegentand kontroverser Betrachtungen; eine wischlappenähnliche Kinetik ließe mich ziemlich sauer werden.

MfG
Matthias

Haloperidol:
hochpotentes Neuroleptikum, stark antipsychotisch, schwach bis gar nicht sedierend (Müdigkeit, schalfanstoßender Dämpfungseffekt);
soll jetzt 25 mg sein?
Hochpotente Neuroleptika lassen sich sehr schwer dosieren, diese Dosierung ist aber allgemein was für starke psychotische Zustände
(halluzinationen, Uneinsichtigkeit, verfolgungswahn)
Am Anfang der Behandlung ist auch Müdigkeit möglich.

Akinteon:
Gegenmittel zum Halop., um unerwünschte Nebenwirkungen (etrapyramidalmotorische, Bewegungstörungen)
zu unterdrücken;
prophylaktische Gabe umstritten
Müdigkeit nicht zwangsläüfig als Nebenwirkung, aber möglich, insbesondere mit anderen sedierenden Medikamenten

Melneurin:
schwachpotentes Neuroleptikum,
schwach antipsychotisch, stark sedierend (müdigkeit),
hängt auch von der Dosierung ab, kenne mich jetzt mit dem Melneurin nicht so gut aus

Nitrazepam:
Beruhigungsmitel, Benzodiazepine
Nebenwirkungen u.a. Müdigkeit, insbesondere am Anfang der Behandlung,
Suchtgefahr (psychische Abhängigkeit)

Scheint ja eine Menge passiert zu sein…

Die Wirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente sind immer nur für die Einzelgabe erforscht;
bei der Gabe von zwei Psychopharmaka hat man schon das Problem von
unerwünschten bzw, unvorhersehbaren Interferenzwirkungen

Zweitens sind die Medkamente auch wenig erforscht für ältere Menschen.

Drittes Problem ist die Möglichkeit der potenzierenden Wirkung (überadditive Wirkung) bei der Gabe mehrer Psychopharmaka.

Viertes Problem ist die Entwicklung von deliranten Syndromen (Verwirrtheit und ähnliches) bei der Gabe von mehreren Psychopharmaka, insbesondere in Verbindung mit Akineton.

Auf dauer ist das in der Regel nicht empfhelenswert, wegen der neigung zu Tagesmüdigkeit, Schläfrigkeit;
kommt sicherlich auch auf die indviduelle Neigung an.
Ruhigstellen kann man meistens auch mit einem Medikament.

Die Sinnhaftigkeit von dem Haloperidol würde ich auch noch mal hinterfragen.

Hi,

Akineton (Dosierung:0,5-0,5-0-0)
Haloperidol (Dosierung: 0-0-0,25-0
Melneurin (Dosierung: 1-1,5-2-0)
Nitrazepam (Dosierung: 0-0-0-1,5)

Angenommen, allein das Melneurin bei der geringsten Dosis von 25mg (ratiopharm) pro Tablette und einer Tagesdosis von 1 - 1,5 - 2 - 0 wären das schon über 100mg pro Tag. Plus das Nitrazepam zur Nacht UND das Haldol?
Der gute Mann wird quasi zu jeder Medikamenteneinnahmezeit ruhig gestellt, er wird ja garnicht mehr richtig wach.

Ich muss sagen dass ich - vor allem beim Melneurin - so eine Dosierung von Downern zwar schon gesehen habe, es aber eigentlich nicht der gängigen Praxis entspricht es so zu dosieren, da ein gewisser Wachgrad schon vorhanden sein sollte. Nun weiss ich natürlich auch nicht wie agitiert der Mann ist, aber das ist schon ein ordentlicher Hammer. Hatte auch mal jemanden, der morgens 4mg Rohypnol gegessen hatte und nicht die Spur benebelt war.

Kann die o.g. Medikation zu extremer Schläfrigkeit und
Teilnahmslosigkeit des Herrn X beitragen?

Definitiv.

Die Tochter des Herrn X wollte jetzt das Pflegepersonal nicht
direkt fragen, ob ihr Vater „vollgepumpt“ und „ruhig gestellt“
ist durch diese Medikation.

Letztendlich sollte da ein Gespräch mit dem Arzt gesucht und die Medikamentendosierung neu evaluiert werden, wenn der Mann nicht mehr aus dem Knick kommt. Vielleicht etwas als Bedarsmedikation ansetzen lassen, falls unruhige Episoden auftauchen.

GDA

Hallo und vielen Dank nochmal für die Informationen1

Die Tochter des Herrn X hat nochmal die genaue Bezeichnung und Dosierung der einzelnen Medikamente zur bereits genannten täglichen Gabe notiert:

Akineton (2mg) / Dosierung 0,5-0,5-0-0

Haloperidol 2mg/Lösung / Dosierung 0-0-0,25-0

Melneurin Lösung 5mg/ml / Dosierung 1-1,5-2-0

Nitrazepam 5mg Tbl / Dosierung 0-0-0-1,5

Könnten Sie darauf basierend nochmal auf die Auswirkung eingehen (wenn Sie möchten)?

Das Gespräch mit dem Arzt wird auf jeden Fall nochmal gesucht!

Vielen lieben Dank nochmal!

Hallo und vielen DAnk!

Es wird auf jeden Fall ein Gespräch mit dem Arzt stattfinden!

terry2009

Hallo Matthias,

es wurde natürlich auch im Netz nach den ganzen Medikamenten gegoogelt.

In der Frage ging es sich alleine um die Dosierung und die Auswirkung.

Vielen Dank nochmal!

terry2009

Das Halop. scheint jetzt wohl auch nur zur Nacht zu sein;
müßte man wissen, welcher Dosierung die Lösung bzw. die Tropfen in mg entsprechen.

Halop. zur Nacht gibt eigentlich nur einen Sinn, wenn der Patient mit den anderen Medikamenten noch nicht ruhig ist;
und dann noch mit Wahnssymptomen, Verwirrtheit oder ähnlichem in der Gegend herumzaubert.

Möglich ist alles, über den psychischen Zustand des Patienten ist ja nichts gesagt worden.

Hallo,
habe nochmal die genaue Dosierung zu den täglichen GAben notiert:

Akineton (2mg) / Dosierung 0,5-0,5-0-0

Haloperidol 2mg/Lösung / Dosierung 0-0-0,25-0

Melneurin Lösung 5mg/ml / Dosierung 1-1,5-2-0

Nitrazepam 5mg Tbl / Dosierung 0-0-0-1,5

Es wurde mit dem Arzt gesprochen. Er sagte, daß die in den täglichen Gaben verabreichte Dosis pro Arznei sehr gering sei.
Herr X ist sehr unruhig und rastlos, halluziniert zum Teil.
Außerdem besteht der Verdacht einer altersbedingten Parkinson.
Herr X hat sehr große Einschlafschwierigkeiten.

Das ist nun der aktuelle Stand.

Danke nochmal für Ihre Antwort + Mühe!
Terry 2009

Hallo,

wollte einen Zwischenstand durchgeben:
Es wurde mit dem Arzt (Psychiater) des Pflegeheimes gesprochen. Er sagte, daß die in den täglichen Gaben verabreichte Dosis pro Arznei sehr gering sei.
Herr X ist sehr unruhig und rastlos, halluziniert zum Teil.
Außerdem besteht der Verdacht einer altersbedingten Parkinson.
Herr X hat sehr große Einschlafschwierigkeiten.

Das ist nun der aktuelle Stand.

Danke nochmal für Ihre Antwort + Mühe!
Terry 2009

Die Vermutungstheorie des altersbedingten Parkinson, gibt für mich nicht viel Sinn, weil man dann u.a. tunlichst das Halop. vermeiden sollte;
die Nebenwirkungen des Halop. sind ja gerade die Parkinson Bewegungsstörungen bzw. extrapyramidalmotorische Nebenwwirkungen.

Niedrige dosierungen schön und gut:
Halop. entfaltet seine antipsychotische Wirkung in der Regel erst bei höheren Dosierungen über ca 3-5 mg;
dann hat man noch das Akineton (Antiparkinsonmittel), das die Wirkungen und Nebenwirkungen von dem Halop. verschleiert.

Alleine mit Haldol und dem Akineton würde man sich dann schon im Kreis drehen.