Mediterranes Klima: Heiß, aber keine Gewitter

Hallo ihr alle !
Wieder mal 'ne Frage zur Meteorologie:
Warum herrscht im Mediterranen Bereich im Sommer fast konstantes Schönwetter ohne starke Cumulus-Entwicklung oder häufigem Gewitter ?
Es müsste doch durch die immens starke Erwärmung zu einer starken Konvektion kommen, und damit nach Aufsteigen & Abkühlen der Luftpakete zur Wolken- und Regenbildung. Noch dazu, wo doch durch Meeresnähe die Luftfeuchtigkeit sicher hoch ist, müssten sich doch rasch Wolken bilden? Liegt es etwa daran (was ich glaube), dass im Mittelmeerraum die Luftschichten stabiler geschichtet sind, also es in höheren Luftschichten nicht so schnell kalt wird? Wenn dem so ist, woran liegt das wiederum ? Etwa an der starken Sonnenbestrahlung ?

Hilfe!

Pierre

ho pierre!

Mittelmeerhoch heisst: hoher Luftdruck, absteigende Luftmassen und somit keine konvektive Bewölkung; ausserdem: im sommer ists in diesem bereich wahrlich sehr trocken, was auch bedeutet, dass selbst aufsteigende Luftmassen ihren Sättigungspunkt nicht sehr schnell erreicht haben und schon lange verfrachtet worden wären, wenn es zur Wolkenbildung käme…
Es gibt da noch einiges, hab aber leider vieles vergessen…werd mal nachschauen und mich wieder melden.
bis dann
tom

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hi

danke mittlerweile.
Scheint also so zu sein, dass bei uns Hochdruckgebiete weniger stark sind und mehr Konvektion erlauben als im Mittelmeerraum.
Wer kann mir aber sagen, warum dort die Luftfeuchte anscheinend geringer ist, trotz Meeresnähe?
Eine spannende Sache…

Thanx,
PIERRE

ho!
soviel und noch viel mehr hat mir unser hydrologie-professor darüber erzählt:
der mittelmeerraum liegt im sommer im bereich der subtropischen hochdruckgebiete. dabei wird von „oben“ immer wieder trockene luft zugeführt; der professor hat hier von „subsidenz“ gesprochen, habe aber hier nicht alles mitbekommen. kurz und bündig: konvektion findet statt, es kommt aber nicht zu wolkenbildung und niederschlägen weil die luft schlicht zu trocken ist. die maritimen feuchten luftmassen kommen so erst gar nicht „zum einsatz“…
hoffe, das genügt
tschüss
tom

Eine Hemisphaere koennte man grob in vier „Druckguertel“ unterteilen (natuerlich gibt es wegen der Inhomogenitaet der Erdoberflaeche lokal teilweise grosse Abweichungen):

  1. Tiefdruck um den Aequator (Kovektion wegen starker Erwaermung durch hochstehende Sonne).
  2. Die Luft fliesst in der Hoehe dann polwaerts und sinkt in der Gegend von 30 Grad Breite wieder ab => hoher Druck.
  3. Um 60 Grad Breite gibt es dann wieder einen Konvektionsguertel (tiefer Druck, Gegend der Polarfront, wo all die grossen Tiefdruckgebiete „herkommen“).
  4. Schliesslich gibt es ueber den Polen wieder sinkende Luft und hoehen Druck.

Dieses Schema verschiebt sich im (Nord-) Sommer gegen Norden, und im (Nord-) Winter
gegen Sueden. Das Mittelmeergebiet (ca. 32-45 Grad Nord) kommt im Sommer also in den subtropischen Hochdruckguertel zu liegen, wo grossskalige Subsidenz stattfindet, und somit die Luft trocken und die Wolkenbildung erschwert ist.