Liebe/-r Experte/-in,
ich versuche momentan einer guten Freunding von mir zu helfen, die sich selbst für magersüchtig hält.
Dies schließt sie aus ihrem BMI von 16,3 (15 Jahre alt) und der Tatsache, dass sie Kreislaufprobleme hat. Diese gehen führen bei ihr auch bis zu einer Ohnmacht.
Für mich sieht sie keineswegs magersüchtig aus. Sie ist dünn, aber ich habe bei weitem magerere Mädchen in ihrer Altersklasse gesehen, die sich als normal ansehen. Sie ist nicht viel und treibt regelmäßig Sport.
Bis hierhin stellt das alles kein Problem da, doch will sie trotz ihrer Schwächeanfälle keinen Arzt aufsuchen, da sie nicht möchte, dass ihre Eltern davon erfahren. Ich würde ihre gerne helfen, indem ich eine andere Möglichkeit finde, mit diesem Problem klarzukommen. Dass sie etwas ändern muss ist klar, gibt es vielleicht die Möglichkeit einen Arzt ohne mitwissen der Eltern aufzusuchen und auch Hilfe zu bekommen?
Danke für sämtliche Antworten
Hallo Marco,
Essstörungen oder psychische Probleme, die sich auf das Essverhalten auswirken haben vielfältige Ursachen und sind sehr komplexe Krankheitsbilder. Der BMI ist ein Richtwert und ausserdem recht umstritten. Man kann also alleine am BMI keine Essstörung festmachen. Dennoch gilt ein Wert zwischen 16 und 17 als mäßig Untergewichtig, was noch keine Magersucht bedeutet.
Die Frage die ich mir stelle ist eine andere. Du schreibst, dass deine Freundin nicht viel ißt und Sport treibt. Das hängt natürlich mit dem aktuellen Schönheitsideal zusammen. Jeder möchte so dünn sein wie irgendein Schauspieler. Da man sich mit 15 noch immer im Wachstum befindet ist eine unzureichende Ernährung eher ziemlich ungesund.
Die Bewusstlosigkiet oder Ohnmacht kann man auf einige Ursachen zurückführen. Zum einen haben manche Menschen während des Wachstums öfters Bewusstseinsstörungen, die mit niedrigem Blutdruck einhergehen. Hierbei „versackt“ ein Grpßteil des Blutes in den Beinen und das Gehirn wird nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, der Mensch wird bewusstlos und sobald er liegt reguliert sich das innerhalb von 30 Sekunden wieder selbst und er wacht auf. Andere Ursachen halte ich eher für unwahrscheinlich dennoch kann man aus der Ferne nichts ausschließen.
Also in der Summe kann man sagen dass deien Freundin sicherlich gut daran täte einen Arzt aufzusuchen um schwere Erkrankungen oder ähnliches auszuschließen. Das sie eine Essstörung hat glaube ich nicht. Patienten mit Esstörung erkennen ihr Problem meist nicht und finden sich noch mit 35 Kilo auf 1,70 dick und hässlich, da ihre Eigenwahrnehmung gestört ist.
Eine Frage habe ich noch: Warum geht deine Freundin nicht allein zum Arzt ?? Oder du begleitest sie ?? Ihre Eltern müssen da doch garnicht mitgehen also wenn ihr das so unangenehm ist kann Sie es ja zumindest geheimhalten. Und der Arzt darf den Eltern ohnehin nicht sagen, da er der Schweigepflicht untersteht.
Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen.
Liebe Grüße
Philipp
Vielen vielen dank für die schnelle Antwort.
Ich habe die Nachricht auch an meine Freundin vermittelt. In meiner Anfrage hatte ich das wohl etwas undeutlich ausgedrückt: das eigentliche Problem ist weniger der Arztbesuch, als vielmehr die eventuelle Behandlung. Die Kosten dürften zwar soweit ich weiß von der Versicherung übernommen werden, sollte es etwas ernsthaftes sein. Dabei würde die Rechnung aber nach unserem Wissensstand an ihre Eltern gehen und sie somit aufhorchen lassen.
Wäre das im Falle des Falles wirklich so? An dieser Stelle möchste sie, obwohl es sich dann um eine ernsthafte Situation handeln müsste, immer noch nicht, dass ihre Eltern etwas davon erfahren.
Das ist auch genau das eigentliche Problem: ihr ist es fast egal, wie schlimm es werden könnte, Hauptsache ihre Eltern erfahren nichts davon.
Ich verzweifle momentan förmlich an ihr, da sie sich auch in keiner Form einsichtig zeigt. Gäbe es in einem solchen Fall nicht einen Weg, der für sie passen würde?
Ich danke Ihnen noch einmal, dass sie sich Zeit für die Antwort genommen haben.
Nun ja wenn Ihre Freundin Privat bei ihren Eltern
mitversichert ist bekommen die Eltern die Arztrechnung.
Ist sie aber Gesetzlich versichert so hat sie ihre
eigene Versichertenkarte und die Eltern bekommen
keinerlei Post vom Arzt, da die Kosten direkt mit der
Versicherung beglichen werden. Wenn Ihre Freundin sich
in keinem Fall einsichtig zeigt und nicht zum Arzt
gehen will dann kann man sie ehrlich gesagt auch nicht
dazu zwingen. Falls alles nichts hilft und es ihr
bedeutend schlechter gehen sollte müsste man eventuell
mal mit den Eltern sprechen, die sind schließlich
Erziehungsberechtigt.
Einen anderen Rat kann ich Ihnen im Moment auch nicht
geben.
MFG Philipp
Vielen Danke für ihre Hilfe. Ich habe auch die zweite Nachricht an sie übermittelt und sie hat sich zumindestens dazu bereit erklärt, noch einmal darüber nachzudenken.
Im Notfall werde ich mich an ihre Eltern wenden, wennauch ich ihr Vertrauten äußerst ungerne auf diese Weise missbrauchen möchte.
Ich denke, ich kriege sie mithilfe ihrer Einschätzung wenigstens soweit, Hilfe anzunehmen. Das ist schon mehr, als ich bisher erreicht habe.
Danke noch einmal.
MFG Marco
Hallo,
deine Freundin kann (evtl. unter einem Vorwand bei ihren Eltern: MAgenschmerzen, Halsweh etc.) zu einem Arzt gehen, der wird ihren Eltern nichts mitteilen.
Viel Glück
Blacky