Naja, nicht so wichtig.
Naja, vielleicht nicht wichtig, aber eigentlich recht interessant 
Am Unterschied zwischen Alexander und den Alexandrinern ist nicht viel zu rütteln, das bestätigt dann auch schon ein Blick ins Inhaltsverzeichnis.
Was die Begrifflichkeit: Medizingeschichte ist ein, wie ich finde, sehr spannendes Feld. Ich habe vor Jahren dazu mal einen Vortrag geschrieben und mich daher ein wenig intensiver damit beschäftigt. Ohne das, was die Griechen da fabriziert haben, gäbe es unsere Medizin in der heutigen Form wohl nicht. Abgesehen davon, dass der Begriff der Erfahrungsmedizin heute besetzt ist für Naturheilkunde (mit aller Problematik der Abgrenzung) geht die Leistung der Griechischen Mediziner darüber eben weit hinaus.
Natürlich muss man bei vielem in Hinblick auf den heutigen Wissenschaftsstand relativieren. (Auch ein heute immer noch hoch geschätzter Aristoteles war vom geozentrischen Weltbild überzeugt.)
Ein paar Beispiele:
Alcmaeon 5.Jhd.v.Chr. hielt das Gehirn (und nicht das Herz) für das zentrale Steuerungsorgan und war der Auffassung, dass es einen männlichen und weiblichen Samen geben muss, der für die Fortpflanzung Voraussetzung ist (der, seiner Theorie von der Dominanz des Gehirns folgend, aus selbigem sprießen sollte, Rom ist auch nicht an einem Tag gebaut worden)
Hippokrates 4.Jhd.v.Chr. - seine eigentliches Krankheitsmodell, die Vier-Säfte-Theorie, gilt heute als völlig überholt, für die damit zusammenhängende Temperamentenlehre gilt das nicht, die hat heute noch ihre Bedeutung. Was ebenfalls bis heute gültig hat, ist der von Hippokrates vorgelegte Rahmen für das Berufsbild des Arztes. Systematische Diagnose und Therapie sind für uns heute selbstverständlich. Auch die Anamnese (systematisch nicht von Hippokrates sondern erst etwas später durch Rufus von Ephesos gefordert, im Mittelalter dann lange verschwunden und erst wieder seit dem 16./17. Jahrhundert ein Muss) geht auf Hippokrates zurück.
Herophilos 3.Jhd.v.Chr. war der erste, der den Puls gemessen und seine Bedeutung für Herzkrankheiten erkannte. Ebenfalls wichtige Grundlage für die spätere Entdeckung des Brutkreislaufs: die Unterscheidung in Arterien und Venen.
Galen / Galenus, 2.Jhd.n.Chr. - hat ziemlich bahnbrechend und langanhaltend gewirkt. Einiges, was er erhoben und fest gehalten hat, gilt heute noch, wie die Beschreibung der Zeichen einer Entzündung. Anderes ist erst (konnte erst) in der Neuzeit korrigiert werden. Grundsätzlich hat er auch wichtiges zum Thema Anatomie geleistet. (Sein Fehler war allerdings, dass er keine Menschen, sondern Tiere sezierte, weshalb das Ergebnis dann doch in puncto Nachhaltigkeit ein paar Schwächen hatte, das ist aber knapp 1 1/2 Jahrtausende lang auch nicht weiter aufgefallen)
Mit systematischen Herangehensweise, die diese (und noch mehr) Ärzte / Wissenschaftler an den Tag gelegt haben, entfernte man sich deutlich von religiös geprägten Ansätzen, welche eben nicht rational waren und mit bloßem Erfahrungslernen nichts zu tun haben.