Liebe/-r Experte/-in, bei einer Ultraschalluntersuchung wurde in meiner Blase eine Wucherung (?) in der Größe 2,5 x 1,5 cm festgestellt und mir wurde geraten, sie operativ entfernen zu lassen.
Da ich schon 81 Jahre alt bin, tendiere ich dahin, diese Wucherung in regelmäßigen Abständen mit Ultraschall beobachten zu lassen, ob sie wächst.
Es gibt ein Sprichwort: Schlafende Hunde soll man nicht wecken. Ich fürchte, dass durch eine Operation vielleicht die „schlafenden Hunde“ aufgestöbert werden.
Was würdest du mir raten?
hallo,
bin kein urologe. kann dir aber sagen das eine anästhesie bei einem blaseneingriff im allgemeinen gut vertragen wird. eine solche geschwulst kann sowohl gut als auch bösartig sein. dies kann man aber erst richtig mit eine probe bestimmen. wenn es meine blase wäre würde ich zumindest erstmal sicher wissen wollen was es ist und würde den ersten eingriff machen lassen. wie es dann weitergeht würde ich danach neu bewerten. all diese themen solltest du mit einem urologen deines vertrauens besprechen. er hat dein krankheitsbild und eventuelle begleiterkrankungen und all die anderen informationen vor sich und wird dich gut beraten.
ich wünsche dir alles gute
hecki
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Recht vielen Dank für die freundliche Antwort.
Tja, schwierige Frage. Ich bin grundsätzlich dafür, solche Dinge zu klären. Das hängt neben dem Alter natürlich auch etwas vom allgemeinen Gesundheitszustand ab. Läßt der eine OP zu?
Hat der Arzt angeboten, die Entfernung mittels einer Blasenspiegelung durchzuführen? Das würde ich dann befürworten, denn das ist weniger belastend als eine „offene“ Blasen-OP. Falls das wegen der Größe oder Lage nicht gehen sollte, wäre das aber auch noch ein Weg, genauere Informationen über die Wucherung zu bekommen, ohne gleich zu schneiden. Man kann eine Probe nehmen und die unter dem Mikroskop untersuchen, ob sie bösartiges Gewebe enthält. Dann muß die Wucherung heraus, denn sie wird mit jedem Warten größer, eine Entfernung wird immer schwieriger.
Viel Erfolg!
T. Sonntag
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06.08.2009
Hallo eckard1928,
ich würde die „Wucherung“ operieren lassen!
Warum?
Das, was Du als „Wucherung“ bezeichnest, ist ein Tumor. Aber keine Angst, ein Tumor ist erst einmal nichts schlimmes, sondern einfach eine raumfördernde Gewebsveränderung.
Sie kann, muss aber nicht maligne (bösartig) sein, sondern ist, sogar in den allermeisten Fällen, benigne (gutartig). Eine regelmäßige Ultraschalluntersuchung erbringt jeweils nur einen temporären Größenbefund, der aber nichts über die eventuelle malignität des Tumors aussagt. Er kann wachsen, ist aber gutartig. Er muss nicht wachsen, oder nur sehr wenig und kaum erkennbar, ist aber trotzdem bösartig. Ein bösartiger Tumor, also das, was der Volksmund als Krebs bezeichnet, hat die Eigenschaft zu metastasieren, das heißt, Tochtergeschwülste irgendwo anders im Körper zu bilden. Und genau darin liegt nach meinem Ermessen, die Indikation für eine Operation. Denn nur so, kann
- eine Gewebeuntersuchung gemacht werden, bei der dann gleichzeitig
- der Tumor entfernt wird.
Nur so kann mit Sicherheit festgestellt werden, wie der Tumor geartet ist, und entsprechend adäquat reagiert werden.
Eine solche Operation ist auch mit 81 Jahren noch gut zu ertragen und überstehen.
Die genauen Risiken und die Vorgehensweise wird der Operateur, und was die Narkoserisiken angeht, der Anästhesist mit Dir besprechen und klären.
Noch ein Wort zu den „schlafenden Hunden“; wahrscheinlich meinst Du auch die Redensart „da darf keine Luft drankommen“, (also Operation) weil es von da an erst richtig schlimm wird…
Auch hier möchte ich Dich beruhigen. In Anbetracht der Tatsac he dass man vom makroskopischen, also mit dem Auge sichtbaren Befund, eine malignität nicht herleiten, aber auch nicht ausschließen kann, wird der Tumor schön abgekapselt entfernt und nicht, sich noch im Körper befindend, aufgeschnitten. Das hätte nämlich bei einer Bösartigkeit zur Folge, dass das passieren könnte, wovor der Laie die o.g. Angst hat; das ausschwemmen und verteilen der Zellen im Organismus.
Ich hoffe, dass ich Dir bei Deiner Entscheidung helfen konnte, und wünsche Dir, wie immer du Dich auch entscheidest, alles Gute.
Mit guten Wünschen und Grüßen,
Rollifern
Vielen Dank für die ausführliche mail. Ich habe mich
also entschlossen, den Tumor entfernen zu lassen.
Ich wünsche einen schönen Tag.
06.08.2009
Hallo eckard1928,
ich würde die „Wucherung“ operieren lassen!
Warum?
Das, was Du als „Wucherung“ bezeichnest, ist ein
Tumor. Aber
keine Angst, ein Tumor ist erst einmal nichts
schlimmes,
sondern einfach eine raumfördernde Gewebsveränderung.
Sie kann, muss aber nicht maligne (bösartig) sein,
sondern
ist, sogar in den allermeisten Fällen, benigne
(gutartig).
Eine regelmäßige Ultraschalluntersuchung erbringt
jeweils nur
einen temporären Größenbefund, der aber nichts über
die
eventuelle malignität des Tumors aussagt. Er kann
wachsen, ist
aber gutartig. Er muss nicht wachsen, oder nur sehr
wenig und
kaum erkennbar, ist aber trotzdem bösartig. Ein
bösartiger
Tumor, also das, was der Volksmund als Krebs
bezeichnet, hat
die Eigenschaft zu metastasieren, das heißt,
Tochtergeschwülste irgendwo anders im Körper zu
bilden. Und
genau darin liegt nach meinem Ermessen, die Indikation
für
eine Operation. Denn nur so, kann
- eine Gewebeuntersuchung gemacht werden, bei der
dann
gleichzeitig
2. der Tumor entfernt wird.
Nur so kann mit Sicherheit festgestellt werden, wie
der Tumor
geartet ist, und entsprechend adäquat reagiert werden.
Eine solche Operation ist auch mit 81 Jahren noch gut
zu
ertragen und überstehen.
Die genauen Risiken und die Vorgehensweise wird der
Operateur,
und was die Narkoserisiken angeht, der Anästhesist mit
Dir
besprechen und klären.
Noch ein Wort zu den „schlafenden Hunden“;
wahrscheinlich
meinst Du auch die Redensart "da darf keine Luft
drankommen",
(also Operation) weil es von da an erst richtig
schlimm
wird…
Auch hier möchte ich Dich beruhigen. In Anbetracht der
Tatsac
he dass man vom makroskopischen, also mit dem Auge
sichtbaren
Befund, eine malignität nicht herleiten, aber auch
nicht
ausschließen kann, wird der Tumor schön abgekapselt
entfernt
und nicht, sich noch im Körper befindend,
aufgeschnitten. Das
hätte nämlich bei einer Bösartigkeit zur Folge, dass
das
passieren könnte, wovor der Laie die o.g. Angst hat;
das
ausschwemmen und verteilen der Zellen im Organismus.
Ich hoffe, dass ich Dir bei Deiner Entscheidung helfen
konnte,
und wünsche Dir, wie immer du Dich auch entscheidest,
alles
Gute.
Mit guten Wünschen und Grüßen,
Rollifern