„Anschliessend muss die amplifizierte DNS dann mittels
verschiedener Verfahren analysiert werden. Wieder ein
Kostenfaktor.“
Ich gehe mal davon aus, dass die dies bei integrierten
Systemen mit einer Automatisierung aller Arbeitsschritte „from
sample processing to detection“ ebenfalls bereits enthalten
ist.
Das glaube ich eigentlich nicht, denn die Analyzer, die auf molekulargenetischer Ebene arbeiten, kosten ein kleines Vermögen und werden häufig im Bereich der Mutationsanalyse eingesetzt, z.B. um auf genetischer Ebene entsprechende (Erb)krankheiten zu diagnostizieren oder DNA-Fingerprints zu erstellen.
Außerdem muss dafür auch entsprechendes Personal ausgebildet und eingewiesen sein (studierter Biochemiker, Humangenetiker o.ä.).
Abgesehen davon sind DNS-Amplifikation (PCR) und DNS-Analyse zwei verschiedene Schritte und die Gefahr der Kontamination mit fremder DNS besteht eben hauptsächlich bei der Vorbereitung / Aufbereitung des Probenmaterials zur PCR (vorangehende DNS-Extraktion).
Maschinen, bei denen man auf der einen Seite einen Blutstropfen einspeist und auf der anderen Seite ein Ergebnis rauskommt, werden sicherlich noch lange Zukunftsmusik bleiben, zumal bei diesen hochkomplexen Analysen unzählige Fehler produziert werden können. Da wird wohl über kurz oder lang immer noch ein kluger Kopf sein Auge drauf haben müssen. Von der Interpretation, Kalibrierung, Reinigung und Plausibilitätsprüfung mal ganz abgesehen.
Ggfls. wird auch alternativ zur molekulargenetischen Untersuchung eine Agarose-Gel-Elektrophorese mit interkalierendem DNS-Farbstoff (z.B. Ethidiumbromid) durchgeführt und nach der Auftrennung der Banden optisch ausgewertet. Ich weiss nicht, ob es das in diesem Bereich gibt, aber ich könnte es mir vorstellen, da es sicherlich preiswerter ist. In der Humangenetik (z.B. beim vergleichsweise simplen Vaterschaftstest) wird es oft so gemacht.
„Ich habe allerdings bisher solche Systeme weder gesehen, noch
bedient.“
www.qiagen.com/products/qiasymphonyrgq.aspx
„Runs commercial and in-house tests“ mit „flexible batch
sizes“. Was „parallel runs“ in diesem Fall bedeutet, ist mir
leider nicht bekannt.
Wahrscheinlich bezeichnet „parallel runs“ die Möglichkeit, mehrere Analysen in einem Gerät gleichzeitig, also parallel durchzuführen.
Wesentlich schlichter (und weniger potent?) wirkt das für
weniger große Lobore gedachte GeneXpert system von Cepheid.
(www.genexpert.com)
Mit Gen-Probe’s TIGRIS System – bzw. PANTHER für kleinere
Labore – werden ebenfalls Nucleic acid tests (NAT)
durchgeführt, wenngleich mittels Transcription-Mediated
Amplification (TMA).
www.laborundmore.de/archive/615462/Nicht-ueberall,-w…
steht,-ist-PCR-drin.html
„Allerdings hat die größere Komplexität der TMA im Vergleich
zur PCR dazu geführt, dass in den Laboren eigenentwickelte
TMA-Applikationen (so genannte in-house-Tests) fast gänzlich
fehlen und daher überwiegend kommerzielle TMA-Testkits
eingesetzt werden. Dagegen hat die Möglichkeit, eigene
PCR-Tests zu entwickeln – und dies lange, bevor die ersten
kommerziellen Tests überhaupt verfügbar waren –, ganz
erheblich zu der großen Popularität der PCR beigetragen.“
Vermutlich schwer voraussagbar, wie lange diese beiden
Methoden noch nebeneinander genutzt werden.
Vor allem werden viele dieser Geräte von den Laboren und Großlaboren nicht gekauft, sondern geleased.
„Allerdings ist das meistens eine Frage des Geldes und der
Rentabilität. In Krankenhäusern wird oftmals (…) nur ein
ELISA-Automat bereitgehalten, wo dann z.B. einmal pro Woche
HIV und HBV/HCV-Ag und Ak nachgewiesen werden (Proben werden
oft gesammelt, da nicht allzu viele).“
Irgendwo hatte ich gelesen, dass selbst in Nordamerika bislang
nur 10% aller medizinischen Labore Molekulartests durchführen.
Zuzüglich der unzähligen humangenetischen Praxen, Institute, Universitäten, Forschungseinrichtungen und gerichts/kriminalmedizinischen Einrichtungen, wie den Landes/Bundeskriminalämtern usw.
Man muss hier unterscheiden, zu welchem Zweck.
O.g. Institute arbeiten eben auf Ihrem eigenen, speziellen Gebiet.
Und jedes Krankenhaus hat i.d.R. ein Labor. Auch Allgemein/Facharztpraxen haben kleinere Labore.
Wenn man das alles unter der Bezeichnung „Labore“ zusammenfasst, halte ich 10 % noch für hochgegriffen.
Im Übrigen ist der ÈLISA keine molekulargenetische Untersuchungsmethode, sondern eine sehr simple serologische Analyse.
„Alle weiteren mikrobiologischen und virologischen Proben
(sowie spezielle Geschichten, wie toxikologische und
fluoreszenzmikroskopisch zu untersuchende Proben) werden
i.d.R. an große Laborzentren versandt, die entsprechend Ihrer
Größe und Ihres Probenaufkommens völlig andere Dimensionen und
finanzielle Möglichkeiten haben. Da arbeiten dann teilweise
mehrere hundert Angestellte …“
Mit zigtausenden Einzelanalysen pro Tag. Wie viele dieser
großen Laborzentren mag es in Dtld. geben?
Ich weiss es nicht. Vielleicht zwischen 25 und 100. Also in jedem Ballungsgebiet 1 - 2. Vielleicht aber auch mehr oder weniger … I don’t know.
Beste Grüße
Ebenfalls ! Und wenn Du wirklich vorhast, ein Labor aufzubauen (also Labormediziner bist), solltest Du Dich für Deine komplexen Anfragen eher z.B. an den Kundenservice entsprechender Anbieter wenden. Würd ich mal sagen …
LG, Jan