Mehltau- einer nach der anderen :(

Liebe Rosenfreunde!

ich habe mehrere Rosen auf dem Balkon. Diese ist überdacht und nur nach vorne offen. Die Rosen sind alle am Boden gleich neben dem Geländer. Rosen brauchen es doch luftig oder?

ich verstehe nicht was ich falsch gemacht habe. Ich habe die Rosen in großen Töpfen. Außerdem ist ein Abstand zum jeweils anderen Topf von etwa einem halben Meter. Dennoch hat einer meine Rosen Mehltau bekommen. Ich nehme stark an daß es Mehltau ist…könnte es irgendwie Staub sein? es sind doch meistens die jungen Triebe betroffen. Wenn ich die Blätter anrühre staubt es richtig mit diesem ekligen weißen zeug.

so…als ob das nicht reicht, sind alle Rosen auf einmal damit infiziert! eine hat auch noch Spinnmilben! ich versuche jetzt daß mit milch und wasser, dennoch würde ich gerne wissen, wie denn nun die gesunde Rose den Mehltau her hat? es gibt hier keine andere Pflanze mehr, auch Nachbarbalkon hat keines. Ich schaue auch daß ich die Blätter nicht naß mache.

ich bin richtig sauer. Jetzt habe ich zwei weitere gesunde Rosen im topf gekauft. Was mache ich bloß, ich will sie am Balkon aufstellen, aber die werden doch angesteckt. Was tun?

danke euch
lg

Hallo,

bei dem von Dir beschriebenen Schadbild handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Befall mit echtem Mehltau. Mehltau ist eine Pilzerkrankung, die sich durch Sporen verbreitet. Diese können durch Wind, Regen, Werkzeuge etc. übertragen werden. Das keine befallene Pflanze in der Nähe ist, ist leider keine Garantie dafür, das deine Rosen Mehltau frei bleiben. Mehltau befällt die neuen Triebe bei warmer Witterung über 20 °C und hoher Luftfeuchtigkeit. Leider bietet dein Balkon, so wie du ihn beschreibst optimale Bedingungen für Mehltaubefall. Darauf deutet auch der zusätzliche Befall mit Spinnmilben hin, die es ebenfalls warm und schön luftfeucht mögen.
Um diese Jahreszeit lohnt es sich allerdings kaum, den Mehltau noch zu bekämpfen. (Milch hat meiner Erfahrung nach keine sichtbare Wirkung) Im Anfangsstadium würde es jetzt im Herbst genügen, befallene Blätter zu entfernen. Ganz wichtig wäre es, das herbstliche Falllaub gründlich zu entfernen und zu entsorgen. Deine Rosen starten dann zunächst einmal befallsfrei ins nächste Frühjahr. Allerdings können die Pilzsporen hinter Rindenschuppen und auf der Erdoberfläche überwintern. Sind die Wetterbedingungen günstig, tritt im Frühjahr der Mehltau recht früh auf. Daher wäre es nützlich im Frühjahr mit Austriebsbeginn der Rosen eine vorbeugende Behandlung mit einem Fungizid durchzuführen. Was du sonst noch tun kannst: Beim Kauf neuer Rosen nach ADR Rosen fragen. Das sind besonders robuste Sorten, die weniger schnell krank werden. Überdüngung mit Stickstoff vermeiden, für einen gut durchlüfteten Standort sorgen. Auf das Wetter achten. Sind Schönwetterperioden angekündigt und deine Rosen haben noch keinen Befall können Brennessel -Jauche oder ein Vorbeugemittel wie Neudo Vital Rosen Pilzschutz von Neudorff helfen. Beim ersten Anzeichen von Befall Blätter gleich entfernen. Sollte aber auch im kommenden Jahr durch die Großwetterlage so starker Befallsdruck herrschen wie dieses Jahr, wirst du um den Einsatz von Fungiziden aus dem Fachhandel nicht herum kommen.

Lg Moya

hallo,

vielen Dank für Deine Antwort! Übertragung durch Wind kann ich mir vorstellen. Aber wie kommen diese kleinen Milben auf die Pflanzen? vllt. auch mit dem Wind? und ich dachte sie werden am Balkon total sicher sein vor Schädlingen.

Ich habe befallene Blätter entfernt, manche habe ich drangelassen. Ich habe gehört, daß unter den Stielen ein schlafendes Auge sein kann. Hatte angst diese zu verletzen. Somit habe ich nur altes Laub vom Boden aufgesammelt und ein paar der oberen Blätter entfernt.

Da ich zum ersten Mal im Leben überhaupt (versuche) Rosen halte, wußte ich nicht daß es Mehltau ist. Lange Zeit dachte ich daran daß es Staub von draussen ist. Somit sind auch die jüngsten Triebe und Knospen befallen.

Ich müßte das wahrscheinlich abschneiden, aber ich kann nicht…die werden doch noch blühen. Weiß auch gar nicht ob ich jetzt einen Herbsschnitt machen muß und ob ich es überhaupt übers herz bringe.

danke für Deine Hilfe
lG

Noch mal Hallo,

wie du ja schon festgestellt hast, sind Deine Pflanzen auf dem Balkon leider nicht automatisch sicher vor Krankheiten und Schädlingen. Aber lass dir dadurch jetzt nicht den Spaß verderben.
Das mit dem schlafenden Auge stimmt, aber du brauchst dir keine Sorgen machen, das es beim Blätter entfernen beschädigt werden könnte. Einfach Blätter entgegen ihrer Wachsrichtung abreißen, dann passiert nichts.
Wenn es frostig wird draußen solltest du aber konsequent alle Blätter, die nicht von selber abfallen, sowie alle verbleibenden Knospen oder Blüten abschneiden. Bitte keine Hemmungen! Damit tust du deinen Pflanzen keinen Gefallen. Um den Mehltau loszuwerden, ist es wichtig alle Ansteckungsquellen zu entfernen. Der eigentliche Rosenrückschnitt erfolgt dann im Frühjahr, zur Zeit der Forsythienblüte. Falls du in einer Region wohnst, in der es im Winter sehr kalt ist, solltest du die Töpfe deiner Rosen am besten mit Luftpolsterfolie verpacken und näher ans Haus rücken. Die Rose selber kann mit Vlies oder einem Jutesack abgedeckt werden. Ganz wichtig: Auch im Winter in frostfreien Phasen ab und zu etwas Wasser geben.
Wenn du noch Fragen hast, beantworte ich sie gerne.

Hallo!
Rosen sind generell empfindlich, auch wenn es da robuste und anfälligere Sorten gibt. Mehltau fliegt durch die Luft. Eine Infektion kann man nicht verhindern, nur die Wahrscheinlichkeit verringern. Es gibt von einem Hersteller mit grünen Flaschen ein Rosenstärkungsmittel, das rechtzeitig angewendet die Blätter wiederstandsfähiger macht. Spinnmilben ko0mmen auch über weite Strecken heran und können Rosen besonders in Töpfen befallen. Jede Pflanze hat halt seine Wehwehchen und Mitesser. Das halten von Rosen in Töpfen hat soo seine Tücken, weil Rosen z.B. Tiefwurzler sind und gern sogar tiefer als 50cm mit den Wurzeln gehen möchten. Außerdem verbrauche sie unmengen an Dünger, den man in Töpfen regelmäßig (außer im Herbst und Winter) den Pflanzen zur Verfügung stellen muss.

hallo und vielen dank,

düngen würde ich gerne, das macht mir nichts aus. Leider habe ich aber nirgends hohe schmale töpfe gefunden, weil ich immer las daß sie Tiefwurzler sind. Somit habe ich sie in großen und breiten töpfen.

Wie kann ich denn nun die neu gekaufte Rose vor Mehltau schützen? ich habe sie etwas höher gestellt als die anderen kranken, weiß mir aber sonst keinen Rat. Oder soll ich sie im Wohnzimmer halten?

danke euch
lg

Die Rosen gehen jetzt bald in den Winterschlaf. Bitte stelle sie nicht ins Wohnzimmer. Sie würde dort entweder vor Schock alle Blätter abwerfen oder alle Krankheiten diese Universums bekommen. Das etwas höher stellen hilft leider nicht. Es gibt jetzt nur noch die Möglichkeit, die Rose mit einem Pilzmittel zu schützen, das man auf die Blätter sprüht. Da gibt es „chemische“ aber auch naturnahe Mittel. Wenn nur die Triebspitzen befallen sind, dann kann man die kranken Triebe einfach einkürzen.
Ich empfehle Dir einen Ratgeber für Rosen für Einsteiger, weil man gnaz ohne immer wieder Probleme hat. Rosen sind eben Diven.
Gruß
Tanja

hallo,

danke! schade daß das höherstellen nix bringt. Demnach heißt es also keine weiteren Rosen mehr zu kaufen, weil sie sich alle gegenseitig anstecken. Und die noch gesunden muß ich jetzt mit Pilzmittel behandeln, zur Vorbeugung.

danke nochmals! Buch werde ich mir demnächst besorgen
lg