Guten Morgen Christina,
jeder, der mal einen B.C. erlebt hat, wird sicherlich begeistert sein, wie schnell so ein Tier Begriffe Gegenständen und Personen zuordnen kann und wie selbstständig er in gewissen Situationen agiert.
Ich erinnere mich noch an eine Situation, als mein B.C.-Mix 5 Monate alt war und wir mit ihm das erste Mal an der Ostsee waren. Nach kürzester Zeit reichte eine Handbewegung von mir und er machte um Menschengruppen am Wasser einen großen Bogen - ohne dass ich es jemals mit ihm geübt hatte.
B.C.s saugen alles auf und nehmen jeden Anreiz dankend an, ABER: Es ist auch bekannt, dass man sie vor sich selbst schützen muss - besonders bei körperlicher Belastung. Ein B.C. findet nie von sich aus ein Ende - selbst mit Verletzungen würde er weitermachen. Und die Gefahr potenziert sich, wenn der Halter mehr seine Eitelkeit im Kopf hat, denn das Wohl des Tieres! Und die oft beobachtete „Hyperaktivität“ ist nicht angeboren, sondern zumeist „gemacht“: Je mehr ich einem B.C. abverlange, desto mehr wird er leisten und fordern.
Aber ich meine, wer die allgemein notwendige Voraussetzung erfüllt, die kleinsten Anzeichen seines Hundes deuten zu können, wird auch den Zeitpunkt kennen, wann es genug ist: Zum Wohle des Tieres, aber auch, um das Lernen von „Fehlern“ zu vermeiden.
Eine sehr angenehm selbstkritische Betrachtung findest Du auf der Seite von Frau Dr. Andrea Felnémeti: http://members.aon.at/border-collies/.
Zitat:
„Und das ist ein großes Problem bei Border Collies mit starkem Arbeitstrieb. Im Trieb schütten sie so viel Adrenalin usw. aus, dass sie schmerzunempfindlich werden und damit sich körperlich aber sehr schaden.
Sie überfordern sich bzw. lassen sich von den Hundeführern überfordern, da sie nicht anzeigen, wann es genug ist bzw. zu spät oder so dezent, dass es der Hundeführer übersieht. Bei Josh dauerte es ziemlich lange bis ich kapierte, dass er in der Weise anzeigte, dass er genug hatte, indem er den nächsten Baum ansteuerte und das Haxerl hob. Dann kam er aber und hätte weiter gemacht… ich musste aufhören.
Und wer sich im Agility-Sport umsieht wird es immer wieder beobachten können, wie manche Hundeführer mit Border Collies starten, die gerade eben noch etwas schonten, beim Betreten des Platzes aber auf einmal tadellos gingen. Dass damit zwar die momentan geforderte Leistung vom Hund erbracht wird, Verletzungen dadurch aber verschlimmert werden, nicht so bald als möglich auskuriert und damit chronisch werden, muss wohl nicht erwähnt werden. In diesen Fällen muss der Hundeführer seinen Ehrgeiz bezwingen und den Hund ruhig stellen, um ihn nicht kaputt zu machen. Aber das ist für manche nicht gerade leicht…“ "
Viele Grüße
Kathleen