Warum gibt man während einer Narkose zur Beatmung mehr Sauerstoff ca. 30-40% als in der Luft vorhanden ca. 20% ist?
Beim Präoxygenieren ist es mir klar, dass man mehr Sauerstoff gibt, um Apnoezeiten während der Intubation etc. zu überbrücken. Aber warum reicht der übliche Sauerstoffgehalt der Luft nicht für eine Narkose aus? Hat man unter Narkose einen höheren Bedarf und wenn ja warum?
Vielen Dank für Eure Antworten!
Hallo kleinermopps
gute Frage, es stimmt, daß man theoretisch ja nur 21% Sauerstoff anbieten müßte, allerdings spielt nicht nur die Konzentration eine Rolle, sondern auch die Menge, die man dem Patienten anbietet.
Bei den modernen Narkosegeräten werden halb- geschlossene Geräte benutzt, d.h. daß die Luft die ausgeatmet wird von CO2 gereinigt wird, dann mit neuem O2 und Narkosegas aufgefüllt wird, und dann dem Patienten wieder zugeführt wird. Somit geht beim Ausatmen nicht jedesmal das komplette Narkosegas verloren, sondern das was nicht aufgenommen wird wird dem Patienten wieder verabreicht. Dabei stellt man einen Fluß von 1 l/min (low-flow) oder kleiner 0,5 l (minimal flow) als Frischgaszufuhr ein. Wenn man jedoch z.B. 1 l zu 21 % O2 anbietet bekommt der Patient nur 210 ml Sauerstoff/min - in Narkose benötigt ein Erwachsener jedoch ca 300 ml Sauerstoff/min - würde also zu wenig bekommen, somit stellt man einen höheren Sauerstoffanteil von 30-40 % am Narkosegerät ein.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen !
Sorry, da kenne ich mich nicht aus.
Am Besten einen Anästhesisten fragen.
LG Carin.
Leider kann ich nicht weiterhelfen, da ich mich mit Narkosen nicht auskenne.
melica
Sorry, eine Anwort weiss ich nicht.
Ja, vielen Dank! Das hat Sinn!
Hallo kleinermopps,
es ist richtig, dass während der Beatmung im Rahmen einer Narkose der inspiratorische Sauerstoffanteil (auch FiO2 genannt) meist 30% beträgt. Der Sauerstoff anteil in der Raumluft, die wir atmen, beträgt rund 20%. Im Rahmen einer Narkose sinkt sogar der Sauerstoffbedarf des Organismus, da in Narkose der Stoffwechsel der Muskeln, des Gehirns etc. reduziert ist. Trotzdem wird in Narkose meist ein FiO2 von 30% verwendet.
Ein Pat. in Vollnarkose liegt auf dem Rücken und wird beatmet. Dadurch bilden sich in der Lunge Anteile aus, welche durchblutet, aber nicht beatmet (ventiliert) werden. Vor allem in den hinteren-unteren Lungenanteilen. Das heisst es bilden sich Atelektasen aus. Dadurch entsteht ein Rechts-Links Shunt, es wird desoxygeniertes Blut durch die Lunge zum linken Herzen geleitet. Um diesem Mechanismus zu begegnen, wird der FiO2 erhöht. Im Rahmen der Spontanatmung vor Extubation eröffnen sich diese Atelektasen wieder und beim Pat. sind alle Lungenareale ventiliert und durchblutet und er kommt mit einem FiO2 von 20% gut klar.
Du hast Recht, die Pröoxygenierung füllt die pulmonalen Sauerstoffspeicher (funktionelle Residualkapazität) auf und erlaubt in der Apnoephase der Intubation ein sicheres Vorgehen.
Ich hoffe diese Antwort hilft weiter.
Ein höherer Sauerstoffgehalt gibt natürlich etwas Reserve bei auftretenden Kreislaufproblemen und eventuellen Ventilationsproblemen (Stenosen, Pneumothorax), ansonsten keine Idee!