Man nehme an, eine Firma beschäftigt ca. 40 Mitarbeiter, vom Monteur bis zum Büroangestellten. Alle schon jahrelang dort beschäftigt. Alle Monteure haben denselben Arbeitsvertrag mit einer 40 Stunden Woche und 30 Tagen Urlaubsanspruch, lediglich die Gehälter usw. unterscheiden sich.
Aus welchen scheinheiligen wirtschaftlichen Gründen auch immer will der Chef nun die Regeln ändern. Er verlangt von allen Monteuren das sie nun zwei Stunden pro Monat mehr arbeiten sollen für das selbe Gehalt und er will allen nur noch 27 Urlaubstage zugestehen. Für die Büroangestellten gelten noch irgendwelche anderen Einbußen.
Man berücksichtige, das der Job als Monteur in der Firma bereits locker oft ne 50 Stunde Woche beinhaltet und bereits nen Knochenjob ist, wo Urlaub gerade zu nötig ist.
Ist diese Neuregelung einfach so hinzunehmen oder ist nicht wenigstens der Urlaubsanspruch gesetzlich geregelt. ? Die Firma hat nichts mit IGM oder Tarifen oder sonstigen am Hals.
Der Urlaubsanspruch ist gesetzlich geregelt, falls, wie bei Euch, kein Tarifvertrag o.ä. greift. § 3 des Bundesurlaubsgesetzes besagt: „Der Urlaub beträgt jährlich mindestens 24 Werktage.“
Wenn ein Arbeitgeber Arbeitsbedingungen ändern möchte, ist dazu unter Umständen eine Änderungskündigung notwendig. Hier kann Euch vielleicht folgender Link helfen: http://www.info-arbeitsrecht.de/Aenderungskundigung/…
Auf jeden Fall solltet Ihr Euch gewerkschaftlich oder von einem Fachanwalt beraten lassen.
angesichts der wirtschaftlichen Situation in unserem Land wäre ich mit Ausdrücken wie „scheinheilige wirtschaftliche Gründe“ sehr vorsichtig. Es vergeht momentan keine Woche, wo ich in den Insolvenzmeldungen nicht wenigstens ein mir bekanntes Unternehmen finde. Betroffen sind insbesondere Mittelständler.
Natürlich darf man nicht alles mit sich machen lassen, sollte auf Einhaltung von Recht und Gesetz drängen, aber letztendes sitzen Belegschaft und Unternehmensleitung in einem Boot. D.h. wenn es dem Laden wirklich dreckig geht (was man an der Basis nicht unbedingt erkennen kann), und die Kostensenkung der einzige Weg ist, Arbeitsplätze zu erhalten, kann man sich hier schnell einen Bärendienst erweisen. Statt allen etwas Mehrarbeit zuzumuten, wird man dann eben einige kündigen. Und wen es dabei zuerst trifft, dürfte klar sein (unkooperatives Verhalten). Oder es geht gleich die ganze Firma geht den Bach runter und alle haben voll verloren.
Wie wäre es, wenn sich die betroffenen Arbeitnehmer organisieren würden, und Kompromissbereitschaft signalisieren würde, wenn ihr gegenüber die Gründe nachvollziehbar gemacht werden. Dann kann man immer noch auf die Straße gehen und protestieren, wenn man nicht überzeugt ist. Andernfalls kann man aber nach gemeinsamen Lösungen suchen und ggf. befristete Regelungen treffen.
Gruß vom Wiz, der übrigens von den Kindergartenspielchen erwachsener Menschen mit bunten Plakaten und Trillerpfeifen nicht viel hält
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Ich hab in einem großen Unternehmen gearbeitet wo ähnliches und noch schlimmeres gemacht wurde. ( Lohnabzug für ungelernte im bereich von 1,50 Euro/STD!). Da waren Gewerkschaften und Anwälte ohne Ende im Spiel. Tenor am Ende war ganz einfach, friss oder stirb!! Wir hatten die möglichkeit die neuen Verträge zu unterschreiben oder vor´s Gericht zu Ziehen. Haben auch einige gemacht,die haben auch gewonnen. Da ich in dem Unternehmen in Leitender Funktion war, kannst du die vorstellen wie meine Anweisungen diesen Leuten gegenüber war: das kleinste Fehlverhalten melden und ahnden. D.H. Abmahnungen ohne Ende. Ich weiss nicht wie viele da noch arbeiten ( ich wollte da nicht mitspielen und hab mich nach was neuem umgesehen) von denen aber es sind nicht mehr viele. In der heutigen Zeit würde ich sagen: Mund halten und froh sein das man noch arbeit hat. Hört sich zwar blöd an, aber ich halte das für Realistisch.
Viel Glück für die Betroffenen!
Gruß Dirk
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