Mehrere Fremdsprachen (u.a. chinesisch)- Probleme

Hallo. Ich kann bisher mit Deutsch eingeschlossen :wink: 3 Sprachen ganz gut. Deutsch, Englisch und Französisch. Allerdings spreche ich englisch und französisch noch nicht vollkommen fließend und dachte mir deswegen, dass es besser wär mit chinesisch(mandarin) oder japanisch erst anzufangen wenn ich diese ziemlich perfekt beherrsche. Allerdings möchte ich anfangen BWL mit mandarin/japanisch in Kombination zu studieren (und spanisch wollte ich eigentlich auch noch lernen :/). Ich habe das Problem, dass es mir so vorkommt als ob ich mit den Sprachen teilweise durcheinander komme. Das ist zwar nicht wirklich schlimm, aber bei manchen Sachen muss ich schon manchmal ein ganz kleines bischen nachdenken, wenn ich etwas auf deutsch sagen will. Ich wollte wissen ob irgendjemand ein ähnliches Problem hat und evtl. weiß was man dagegen machen kann bzw. ob das Problem beim Lernen einer asiatischen Sprache vielleicht kaum vorhanden ist, da diese ja insgesamt ganz anders aufgebaut sein sollen…

Hallo zurück,

Ich kann bisher mit Deutsch eingeschlossen :wink: 3

Sprachen ganz gut. Deutsch, Englisch und Französisch.
Allerdings spreche ich englisch und französisch noch nicht
vollkommen fließend und dachte mir deswegen, dass es besser
wär mit chinesisch(mandarin) oder japanisch erst anzufangen
wenn ich diese ziemlich perfekt beherrsche. Allerdings möchte
ich anfangen BWL mit mandarin/japanisch in Kombination zu
studieren (und spanisch wollte ich eigentlich auch noch lernen

/).

aus der Erfahrung aller meiner Studenten-Freunde:
Du wirst Dich wundern, wieviel Zeit und Energie Du an einer Universität in eine Fremdsprache stecken musst. EINE neue ist von den Wochenstunden, die Du dafür aufwenden musst, mehr als genug Stress. Schon Dein eigentliches Wunschstudium BWL wird Dich in etwa das gleiche an privater Vorbereitung kosten, wie die Vorlesungen, Seminare, Praktika. Für eine Fremdsprache hast Du das gleich noch einmal zu leisten. Unterschätze das nicht.

Ich habe das Problem, dass es mir so vorkommt als ob ich
mit den Sprachen teilweise durcheinander komme. Das ist zwar
nicht wirklich schlimm, aber bei manchen Sachen muss ich schon
manchmal ein ganz kleines bischen nachdenken, wenn ich etwas
auf deutsch sagen will.

das ist ein Warnhinweis Deines Unterbewußtseins.

Ich wollte wissen ob irgendjemand ein
ähnliches Problem hat und evtl. weiß was man dagegen machen
kann bzw. ob das Problem beim Lernen einer asiatischen Sprache
vielleicht kaum vorhanden ist, da diese ja insgesamt ganz
anders aufgebaut sein sollen…

wer mit Chinesisch anfängt, muss damit klarkommen, dass dies eine der Sprachen ist, in der ein und dasselbe Wort(die Lautkombination) je nach der Tonhöhe der Aussprache bis zu fünf verschiedene Bedeutungen haben kann. In einigen afrikanischen Sprachen ist das z.B. auch so.

Ein Beispiel: ein Freund von mir auf Austausch in Benin. Er hatte die Sprache mehrere Semester in Deutschland intensiv mit einem Muttersprachler gelernt. Trotzdem passierte es ihm, dass er einem Dortbewohner erklären wollte, er wohne bei dem Mann mit dem kleinen Hund (aber in Wirklichkeit das Wort Hund in der falschen Tonhöhe aussprach). Die Anwesenden verstanden: ‚ich wohne bei dem Mann mit dem kleinen Schwanz‘.

Na und nun rate mal, ob die Konnotationen in Afrika und Deutschland ähnlich sind. Bingo!

So etwas kann also unter Umständen extrem peinlich werden.
Zumindest hat die einheimische Bevölkerung etwas zum Lachen.

Was nun Chinesisch oder Japanisch angeht, hast Du zusätzlich zur fremden Lautgebung und völlig anders strukturierten Sprache rund 3000 Schriftzeichen zu lernen, die man sich nur teilweise aus ihren Strichkomponenten, der Anzahl der Striche schließen kann. 3000 sind in etwa das Minimum, um einigermaßen Zeitung lesen zu können. Ein Buch mit auch nur fachchinesischem Inhalt schaffst Du damit beileibe noch nicht.

Ich arbeite in einer Univ.-Bibliothek. Gastwissenschaftler aus China rücken bei uns schon mal mit 5bändigen Lexika nur für die Schriftzeichen ihres speziellen Fachs an. Nur, damit Du in etwa eine Vorstellung bekommst, worauf Du Dich einläßt.

Zu schaffen ist es. Meine Freundin Antje lernte ein Jahr intensiv (täglich) mit Dozentin für ein Jahr Gastaufenthalt in Shanghai. Sie stieg dort aus dem Flugzeug - und verstand in den ersten beiden Wochen KEIN Wort. Danach hatte sie sich eingehört. Sie sagte es war so, als habe sie Norwegisch gelernt und sei auf Sizilien gelandet.

trotzdem viel Erfolg
Angelika

Da Chinesisch wie schon erwähnt eine Tonsprache ist, wo zu jedem Wort ein Ton gehört, was es bei Japanisch oder jeder anderen Sprache, die du gelernt hast, nicht gibt, ist da die Verwechslungsgefahr ziemlich niedrig!
Wenn du sagst, dass du manchmal selbst bei Deutsch nachdenken musst und auch Ausdrücke verwechselst, heißt das eventuell, dass du die Sprachen zu verkrampft lernst, das heißt immer Vokabel für Vokabel paukst und immer Angst hast, eine Vokabel zu vergessen oder die falsche Vokabel zu nehmen. Dagegen hilft: Viel lesen bzw. hören, um von der gelernten Sprache das jeweiligen Sprachgefühl einzufangen, bei einer zunächst nichtssagenden Vokabel sich auch mal nach ihrer Herkunft, verwandten Wörtern und Entsprechungen in verwandten, bekannteren Sprachen (z. B. Deutsch) erkundigen, und dann vor allem nicht alle Sprachen gleichzeitig üben wollen (so nach dem Motto: Was heißt das jetzt gleich noch mal auf Englisch?, das kann man auch mal machen, aber nicht andauernd). Sei, wenn du dir z. B. Französisch anhörst oder es liest, kein Französisch und Englisch lernender Deutscher, sondern ein Franzose (oder von mir aus ein deutscher Einwanderer, der seit der Kindheit in Frankreich lebt)!

Auch hallo,

Was nun Chinesisch oder Japanisch angeht, hast Du zusätzlich
zur fremden Lautgebung und völlig anders strukturierten
Sprache rund 3000 Schriftzeichen zu lernen, die man sich nur
teilweise aus ihren Strichkomponenten, der Anzahl der Striche
schließen kann. 3000 sind in etwa das Minimum, um einigermaßen
Zeitung lesen zu können. Ein Buch mit auch nur
fachchinesischem Inhalt schaffst Du damit beileibe noch nicht.

Für Japanisch kommst da Du da „schon“ mit ca. 2000 gut zurecht - dafür ist auch noch ein bißchen Grammatik zu lernen…

Zu schaffen ist es. Meine Freundin Antje lernte ein Jahr
intensiv (täglich) mit Dozentin für ein Jahr Gastaufenthalt in
Shanghai. Sie stieg dort aus dem Flugzeug - und verstand in
den ersten beiden Wochen KEIN Wort. Danach hatte sie sich
eingehört. Sie sagte es war so, als habe sie Norwegisch
gelernt und sei auf Sizilien gelandet.

Wenn sie Mandarin gelernt hat, war es wahrscheinlich auch ähnlich: wenn ich mich nicht irre, spricht man in Shanghai Kantonesisch. Und das ist phonologisch dem Mandarin auch nicht viel ähnlicher als Italienisch dem Norwegischen :wink:

Gruß Kubi

Zu schaffen ist es. Meine Freundin Antje lernte ein Jahr
intensiv (täglich) mit Dozentin für ein Jahr Gastaufenthalt in
Shanghai. Sie stieg dort aus dem Flugzeug - und verstand in
den ersten beiden Wochen KEIN Wort. Danach hatte sie sich
eingehört. Sie sagte es war so, als habe sie Norwegisch
gelernt und sei auf Sizilien gelandet.

Man sollte sich deshalb ständig Original-Material besorgen: z. B. Filme, oder auch ganz einfach im Internet lesen. So original und lebensnah wie möglich. Beachte bitte auch, das z. B. Schimpfwörter wohl in kaum einem Standard-Lehrwerk als „Basiswissen“ gelehrt wird!

Chinesisch hat viele Dialekte, der Shanghaier Dialekt z. B. gehört zu einer anderen chinesischen Dialektgruppe als Mandarin, das kann sogar ein Chinese, der nicht von dort ist, nicht so leicht verstehen. Aber natürlich spricht man in der Stadt auch überall Mandarin, das ist dann aber eventuell durch Dialekte gefärbt. So kann es durchaus Variationen in den vielerwähnten Tönen geben, die aber systematisch sind, da muss man sich eben einhören.

Wenn sie Mandarin gelernt hat, war es wahrscheinlich auch
ähnlich: wenn ich mich nicht irre, spricht man in Shanghai
Kantonesisch. Und das ist phonologisch dem Mandarin auch nicht
viel ähnlicher als Italienisch dem Norwegischen :wink:

In Shanghai spricht man nicht Kantonesisch, sondern noch einen anderen Dialekt, dessen Unterschied zu Mandarin aber vergleichbar ist (etwas geringer) mit dem zu Kantonesisch. Ich nehme aber an, dass die Austausch-Studentin sich da nicht in den Dialekt, sondern erst einmal in das (vielleicht teilweise Shanghai-gefärbte) Mandarin eingehört hat.

Da Chinesisch wie schon erwähnt eine Tonsprache ist, wo zu
jedem Wort ein Ton gehört, was es bei Japanisch oder jeder
anderen Sprache, die du gelernt hast, nicht gibt, ist da die
Verwechslungsgefahr ziemlich niedrig!

Japanisch habe ich nicht gelernt (und hatte gedacht, dass das wohl da es auch eine asiatische Sprache ist ähnlich wie das Chinesische ist…) aber genau deswegen dachte ich mir dass ich wenn ich chinesisch dazu lerne (anstatt spanisch) wohl wohl weniger Probleme mit dem „Drucheinanderkommen“ haben werde.

Wenn du sagst, dass du manchmal selbst bei Deutsch nachdenken
musst und auch Ausdrücke verwechselst, heißt das eventuell,
dass du die Sprachen zu verkrampft lernst, das heißt immer
Vokabel für Vokabel paukst und immer Angst hast, eine Vokabel
zu vergessen oder die falsche Vokabel zu nehmen. Dagegen
hilft: Viel lesen bzw. hören, um von der gelernten Sprache das
jeweiligen Sprachgefühl einzufangen, bei einer zunächst
nichtssagenden Vokabel sich auch mal nach ihrer Herkunft,
verwandten Wörtern und Entsprechungen in verwandten,
bekannteren Sprachen (z. B. Deutsch) erkundigen, und dann vor
allem nicht alle Sprachen gleichzeitig üben wollen (so nach
dem Motto: Was heißt das jetzt gleich noch mal auf Englisch?,
das kann man auch mal machen, aber nicht andauernd). Sei, wenn
du dir z. B. Französisch anhörst oder es liest, kein
Französisch und Englisch lernender Deutscher, sondern ein
Franzose (oder von mir aus ein deutscher Einwanderer, der seit
der Kindheit in Frankreich lebt)!

Genau das habe ich mir auch schon gedacht und versuche das auch so zu machen (also mich immer nur in der Sprache zu bewegen die ich gerade spreche) allerdings denk ich immer wieder drüber nach was dass denn auf Deutsch heißen könnte oder auf französisch…usw. Das Beste wird wohl sein wenn ich es schaffe, dass abzustellen. Manchmal höre ich dass jemand angeblich 10+ Sprachen (fließend) spricht. Ein Lehrer den ich mal hatte konnte das z.B. angeblich…also denke ich mir dass es wohl eine Möglichkeit geben wird zumindestens bei 3 bis evtl. 4 oder 5 Sprachen nicht durcheinanderzukommen…

Allerdings bin ich überhaupt nicht so jemand der strikt Vokabeln paukt und alles systematisch macht sondern ich lese eigentlich, schau Filme, höre Musik, etc. und versuche so in die jeweilige Fremdsprache einzutauchen…aber wie gesagt, wahrscheinlich ist mein Fehler einfach dass ich die Sprahen nicht gut genug voneinander trennen kann.

Hallo!

Japanisch habe ich nicht gelernt (und hatte gedacht, dass das
wohl da es auch eine asiatische Sprache ist ähnlich wie das
Chinesische ist…) aber genau deswegen dachte ich mir dass
ich wenn ich chinesisch dazu lerne (anstatt spanisch) wohl
wohl weniger Probleme mit dem „Drucheinanderkommen“ haben
werde.

Das „Durcheinanderkommen“ ist normal und selbst, wenn man eine Sprache fließend spricht, kann es durchaus passieren, dass eine andere Sprache einem dazwischenfunkt, wenn man diese andere Sprache besser beherrscht. Allerdings denke ich, dass es sich bessert, wenn man die Sprache(n) besser kann. Bei meinem Französisch funkt mir gerne mein Englisch dazwischen, wenn ich mir überhaupt nicht sicher bin, wie es im Französischen heißen könnte. Gut, wenn man eine Fremdsprache besser kann als eine ähnliche Fremdsprache und die man sich beim Niveau der 2. der 1. mehr nähert, steigt die Verwechslungsgefahr wieder, aber das ist ein Zeichen von Unsicherheit. Je besser man eine Sprache kann, desto sicherer wird man allerdings. Und die Versuchung ist groß, zu viele Sprachen auf einmal lernen zu wollen, wie ich selber merken musste.

MfG,
Car

hehe also ich verwechsel immer Franzoesisch mit Chinesisch. Ich kann kaum einen Franz. mehr bilden ohne dass mit ein Chiensisches Wort dazwischen kommt. Es gibt zwar keinen aehnlichen Worte,aber die Worte toenen gleich…die „Sprachmelodie“ ach, weiss nich wie ich das beschreiben soll *verwirrt*

Magi

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