Mehrere unbestimmte Begriffe hintereinander

Hi,

wenn man mal das folgende Beispiel betrachtet, dann kommt mir dies zwar als grammatikalisch richtig, jedoch als sprachlich verunglückt vor:

Es ist zu vermeiden, einem Träger eines Ordens direkt in die Augen zu schauen.

Diese beiden aufeinanderfolgenden Begriffe mit unbestimmtem Artikel finde ich störend. Vom Sprachgefühl her würde ich es so formulieren:

Es ist zu vermeiden, dem Träger eines Ordens direkt in die Augen zu schauen.

In meinen Augen bleibt damit auch der Sinn gewährt. Das heißt, trotz der Verwendung des bestimmten Artikels beim ersten Begriff klingt es weiterhin so, als sei nicht ein bestimmter Ordensträger gemeint, sondern irgendeiner.

Ist diese Vermutung zutreffend? Gibt es hierfür eine Regelung?

Gruß
Ultra

Hallo

Es ist zu vermeiden, einem Träger eines Ordens direkt in die Augen zu schauen.

Diese beiden aufeinanderfolgenden Begriffe mit unbestimmtem Artikel finde ich störend. Vom Sprachgefühl her würde ich es so formulieren:

Es ist zu vermeiden, dem Träger eines Ordens direkt in die Augen zu schauen.

In meinen Augen bleibt damit auch der Sinn gewährt. Das heißt, trotz der Verwendung des bestimmten Artikels beim ersten Begriff klingt es weiterhin so, als sei nicht ein bestimmter Ordensträger gemeint, sondern irgendeiner.

Ist diese Vermutung zutreffend?

Ich finde schon.

Wenn man einen bestimmten Ordensträger meinen würde, dann hätte der ja auch nicht irgendeinen Orden, sondern einen bestimmten. Dann würde man ja sagen: dem Träger des Ordens.

Obwohl, selbst mit dieser Formulierung wäre es noch nicht sicher, ob ein bestimmter Ordensträger gemeint ist, denn wenn mehrere Träger eines bestimmten Ordens anwesend wären (z. B. eines Karnevalordens), dann könnte mit der Formulierung ‚dem Träger des Ordens‘ auch einer dieser Ordensträger gemeint sein. So in dem Sinne wie ‚DER Deutsche‘ oder ‚DER Russe‘. Damit ist ja auch selten eine bestimmte Person gemeint.

Gibt es hierfür eine Regelung?

Bestimmt.

Viele Grüße

PS: Welchen Ordensträgern soll man nicht in die Augen schauen?
Das ist ja wie bei den Gorillas! Dem Silberrücken darf man auch nicht in die Augen schauen, dann wird der sauer.

Hallo Jubilar :wink:

Es ist zu vermeiden, dem Träger eines Ordens direkt in die Augen zu schauen.
In meinen Augen bleibt damit auch der Sinn gewährt.

Aber sicher! Und es ist stilistisch weitaus besser; ich würde grundsätzlich nur so formulieren.

Andere Beispiele:

Der Kapitän eines Verkehrsflugzeugs trägt grosse Verantwortung.

Auf Gastspielreisen ist die plötzliche Erkrankung eines Ensemblemitglieds immer ein Problem.

Ein Arbeitgeber im Gesundheitswesen sollte gegenüber den Eltern eines behinderten Kindes besonderes Verständnis zeigen.

Gruss
dodeka

Hallo Ultra,

der bestimmte Artikel wird z.B. dann vorzugsweise verwendet, wenn es nur genau ein Objekt oder Subjekt in dem Kontext gibt.

In Deinem Beispiel,

Es ist zu vermeiden, dem Träger eines Ordens direkt in die
Augen zu schauen.

hat der (unbestimmte) Orden in der Regel nur einen Träger. Der ist also „bestimmt“. So wie der Fahrer eines Autos oder der Chef eines Mitarbeiters. Aber ein Insasse eines Autos oder ein Mitarbeiter eines anderen Chefs.

Gruß
achim

Hi,

wenn man mal das folgende Beispiel betrachtet, dann kommt mir
dies zwar als grammatikalisch richtig, jedoch als sprachlich
verunglückt vor:

Es ist zu vermeiden, einem Träger eines Ordens direkt in die
Augen zu schauen.

Sei froh, dass der Satz nicht von einem österreichischen Beamten stammt. Da würde der dann so lauten:

Es ist zu vermeiden, einem/einer Träger/Trägerin eines/einer Ordens/Ordin direkt in die Augen zu schauen.

:wink:

Gruß
Ultra

Lg,
Penegrin