Mehrsprachig aufwachsen

Es ist für mich eine sehr wichtige Entscheidung im Leben,
welche Sprache ich mit meinem Sohn reden werde. Die Grundlage
der Kommunikation wird im Gehirn eines Menschen auf eine
Sprache gebildet. Wenn diese fehlerhaft ist, weil wir diese
nicht so gut können wie wir mal vermuten, so wird das Kind nie
in der Lage sein, eine andere Sprache zu lernen, denn dafür
wird das Grundwissen mangelhaft sein.

ja das sehe ich auch so! auch ich werde, wenn ich mal kinder haben werde, nur deutsch mit ihnen sprechen - zumindest am anfang, wenn es am wichtigsten ist. später, wenn das kind die sprache schon gut genug kann, wird es nicht mehr beeinflußt durch einen akzent. außerdem würde ich ihnen lesen und schreiben beibringen, so wie ich lese und schreibe. alles andere ist totaler unsinn! das negativbeispiel ist meine großmutter, die das bei ihren kindern total vergeigt hat.

gruß
datafox

in welcher träumst Du?

das hängt von den handelnden personen ab. je nach der sprache, in der man mit denen spricht, in der träumt man auch von ihnen. eigentlich ganz einfach. man träumt immer in der sprache, in der man denken würde, wenn man grade mit diesem menschen ein gespräch hätte. das ist nicht nur bei muttersprachlern so. denkst du nicht in englisch wenn du einen (orig.) film siehst? ich schon.

gruß
datafox

hallo zusammen,

ich verstehe die disskussionen nicht. jeder elternteil sollte
seine muttersprache mit dem kind reden.

Eine etwas andere Geschichte, die aber auch irgendwie passt:
Es gab tatsächlich mal einen (und das ist kein Scherz) Vater, ich glaube er war alleinerziehend (und natürlich Amerikaner), der seinen Sohn aufgezogen hat und dabei mit ihm nur Klingonisch(!) sprach. Das klappte anfangs ganz gut - der Sohn lernte wirklich Klingonisch. Allerdings bekam er dann Probleme im Kindergarten, da sein Englisch im Prinzip sehr schlecht war, er musste es ja von Grund auf lernen, dort im Kindergarten. Und mit der Zeit verlernte er Klingonisch, da sich auf Klingonisch einfach schlecht über alltägliche und vor allem heutige Dinge sprechen lässt, auch wenn das Vokabular groß und die Grammatik vollständig ist.
Ich weiß nicht, wie es heute mit den beiden steht, soviel ich weiß, kann der Junge so gut wie kein Klingonisch mehr - bringt ja zugegebenermaßen auch nicht viel. Die Sprache wird nur von einigen Fans gesprochen.

Anders sähe es natürlich mit einer verbreiteteren künstlichen Sprache, wie Esperanto aus. Ich kenne da auch selbst mehrere Muttersprachler, die es neben ihrer jeweiligen Landessprache (in deren Fällen Deutsch, Dänisch und Polnisch) sprachen. Ist sehr interessant, solche Leute sprechen zu hören, aber das ist eine andere Geschichte… :smile:

  • André

Elias Canetti
Hallo Data und andere,

ich haeng’s mal hier dran, weil’s so gut passt.
Ich finde die Geschichte des Nobelpreistraegers
fuer Literatur Elias Canetti (1981) immer sehr
faszinierend.

Er wurde 1905 in Bulgarien geboren, als Kind von Juden,
die im Mittelalter aus Spanien vertrieben wurden.
Er lernte also als kleiner Junge: Hebraeisch,
eine veraltete Form von Spanisch, Bulgarisch,
Ungarisch (weil die Dienstboten aus dem aermeren
Ungarn kamen). Seine Eltern, die beide in Wien
studiert und sich dort kennengelernt hatten, sprachen
deutsch, wenn sie nicht wollten, dass der Rest
der Familie, vor allem die Kinder, es nicht verstehen
sollten. Fuer Canetti hatte Deutsch somit einen
ganz besonderen Reiz, weil es fuer ihn als „Sprache
der Liebe“ fungierte. 1911 ging die Familie nach
Manchester und Elias C. kam in eine englische Schule.
Als dann der Vater starb, siedelte die Mutter mit
den Soehnen nach Wien um. Dort fing Canetti auch
an zu studieren, floh dann aber vor den Nazis in die
Schweiz und spaeter nach England.

Seine ersten literarischen Werke schrieb und veroeffentlichte
er in Deutsch. Seine spaeteren Werke sind in englischer
Sprache geschrieben.

Sicher war er eine Ausnahmebegabung, aber es zeigt doch,
wie sich Kinder in verschiedenen Sprachen zurechtfinden
koennen.

Gruesse, Elke

Sicher war er eine Ausnahmebegabung, aber es zeigt doch,
wie sich Kinder in verschiedenen Sprachen zurechtfinden
koennen.

ob begabung oder nicht, bei vielen dieser vertriebenenschicksale, überlebenden usw. ist es einfach not gewesen. wer nicht reden konnte, fand sich nicht zurecht. daß menschen wie selbstverständlich mehrere sprachen fließend sprechen ist eher normal in israel als eine ausnahme. meine schwiegergroßeltern sprechen (mehr oder weniger gut) sechs sprachen. wenn die gesamte extended family zusammenkommt, sind zehn muttersprachen versammelt, in meinem teil sind es immerhin nur drei :smile:

gruß
datafox

der seinen Sohn aufgezogen hat und dabei mit ihm nur
Klingonisch(!) sprach.

ich hoffe ich werde nicht geprügelt, weil ich dauernd auf israel rumreite, aber das neuhebräische ist exakt so entstanden. sein „erfinder“ hat es seinem sohn als muttersprache beigebracht. damals war es (als gesprochene sprache) eine künstliche sprache, nicht weniger als klingonisch. man kann das als „kindermißhandlung“ sehen, aber da er berühmt wurde und es letztendlich ja geklappt hat, hat es nicht geschadet :smile:

datafox

Hallo Data,
natuerlich hast du Recht. Aber Elias Canetti
konnte angeblich 5 Sprachen richtig gut bevor er
6 war, dann kam mit 6 Jahren Englisch dazu.
Und Ausnahmebegabung hab ich eigentlich mehr darauf bezogen,
dass er davon zwei Sprachen so gut sprechen/schreiben
konnte, um darin Literatur zu schreiben (und was fuer
welche! - Auto-da-fe oder Die Blendung (das Buch gibt’s
unter beiden Titeln) ist sprachlich einfach zum ‚AufderZungezergehenlassen‘.

Gruesse, Elke

,datafox שלום

ich hoffe ich werde nicht geprügelt, weil ich dauernd auf
israel rumreite…

Nee nee, ich reite dafür ständig auf Esperanto und Klingonisch rum. *g*

aber das neuhebräische ist exakt so
entstanden. sein „erfinder“ hat es seinem sohn als
muttersprache beigebracht. damals war es (als gesprochene
sprache) eine künstliche sprache, nicht weniger als
klingonisch. man kann das als „kindermißhandlung“ sehen, aber
da er berühmt wurde und es letztendlich ja geklappt hat, hat
es nicht geschadet :smile:

Was sprach man eigentlich vorher in äh… Israel (das gab’s damals ja auch noch nicht), bevor das Neuhebräisch eingeführt wurde?
Der Vorteil war ja, dass es sich zumindest am Althebräischen orientierte (wie sehr eigentlich unterscheiden sich die beiden?), Klingonisch ist fast ausschließlich erfunden. Hmm… damit wäre Neuhebräisch mit Esperanto vergleichbar. :wink:
Muahaha, mein späterer Sohn oder Tochter kann sich auf was gefasst machen. *g*

datafox

  • André

deren tochter hat gleich drei
muttersprachen: rumänisch von der mutter, arabisch vom vater
und hebräisch vom kindergarten.

Ich kenn auch zwei Mädels mit 3 Muttersprachen - Aldona und Aneta Ubik, zwei Schwestern, die beide Deutsch, Polnisch und Esperanto als Muttersprache gelernt haben.

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich kenne auch eine, die heißt Carina Gerlach, ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater Kasache, beide sind zwei berühmte Esperanto-Liedermacher (namens „Ĵomart & Nataŝa“), und sie leben in Schweden. Vielleicht lernt die Tochter Deutsch, Kasachisch, Schwedisch und Esperanto?
Ich weiß nur dass sie Schwedisch kann, denn bei den Espi-Treffen sagt sie nicht viel. Ist auch erst 5 oder 6 oder 7 oder so… keine Ahnung. :smile:
Ich müsste Ĵomart und/oder Nataŝa mal fragen, beim nächsten Treffen. 4 Muttersprachen wäre schon ein bisschen happig. *g*

  • André

Liebe Datafox!

Vielen Dank für Deine liebe Antwort!!! :o))))
Es ist schön zu sehen, daß wir wieder einer Meinung sind…

Und trotzdem gibt es eine Kleinigkeit (?), mit der ich nicht ganz so einverstanden bin, nämlich:

  • zumindest am
    anfang, wenn es am wichtigsten ist. später, wenn das kind die
    sprache schon gut genug kann, wird es nicht mehr beeinflußt
    durch einen akzent.

Ich denke es ist in der Tat verdammt wichtig, die eigenen Muttersprache den eigenen Kindern weiter zu geben. Aber ich teile Deine Meinung nicht wo du sagst „später ist es nicht mehr so wichtig“ (zugegeben: der Wortwahl ist nicht identisch aber sinngemäß, oder?) Wenn du weiter in Israel bleibst (oder wo auch immer, jedenfalls jenseits der deutschen Sprachraum), wirst Du eine der wenigen Menschen sein, die Deutsch mit Deinen Kindern redet. Wenn plötzlich diese „Quelle“ fehlt, dann ist das mit der deutschen Sprache innerhalb ein paar Jährchen ebenfalls vorbei.

Wenn du von Anfang an mit Deinen Kindern Deutsch redest, verbinden sie diese Sprache mit Dir. Wenn sie an dich denken, werden sie diese Sprache verwenden. Alles was sie mit Dir verbinden, geschieht in der Sprache Goethes. Warum das plötzlich ändern??? Ich garantiere Dir jetzt, sollte es mal so vorkommen, daß du plötzlich aufhörst mit Deinen Kindern Deutsch zu reden, werden sie diese Sprache vergessen. So gesehen bei meiner Cusine.

Ich weiß jetzt auch ganz bestimmt, daß ich nie aufhören werde, mit David Spanisch zu reden…

Ich hoffe ich habe Dir einen Gedankenanstoß gegeben!

Schönen Gruß
Helena

??
Hallo André,

Klingonisch ist fast ausschließlich erfunden.

Ausschliesslich?
Bitte klaer mich auf.

Live long and prosper,

Elke
(eher vulkanisch angehaucht)

Was sprach man eigentlich vorher in äh… Israel

vor mehr als 2000 jahren wurde hebräisch nicht mehr gesprochen. es wurde zu einer gelehrtensprache wie heute latein. die leute sprachen aramäisch zum beispiel. später haben juden andere sprachen gesprochen, jiddisch und ladino sind beispiele, oder eben einfach die sprache des landes, wo sie lebten. die brachten sie dann auch wieder mit nach israel. in der gegend war natürlich auch griechisch, lateinisch ansässig. es lebten ja jede menge völker dort. arabisch ist es natürlich immer noch, und auch eine der beiden offiziellen landessprachen. bei der gründung gab es die debatte ob man jiddisch oder hebräisch nehmen sollte. es wurde hebräisch. pech für mich: jiddisch würde mein leben ja doch sehr vereinfachen jetzt. es klingt wie ein abgefahrener dialekt, mehr nicht *lol*

Der Vorteil war ja, dass es sich zumindest am Althebräischen
orientierte

ja, natürlich.

(wie sehr eigentlich unterscheiden sich die
beiden?)

sehr wenig. viel viel weniger als lateinisch und italienisch, noch viel weniger als altgriechisch und neugriechisch, was ja komplett andere sprachen sind. das moderne hbr. ist sehr stark vereinfacht, aber von den grammatischen strukturen gleich. wer althebräisch kann, schafft den übergang relativ leicht. umgekehrt ist es schwieriger. sehr viele wörter wurden einfach konstruiert - von computer bis verkehrsministerium. und man nahm eine ganze fülle von fremd- und lehnwörtern auf.

Klingonisch ist fast ausschließlich erfunden. Hmm…
damit wäre Neuhebräisch mit Esperanto vergleichbar.

klar, aber was das weiterlehren der sprache angeht, gibt es keinen unterschied. wobei es mir nicht ganz erschließt, wie es möglich ist, daß sich binnen zwei generationen bereits eine „korrekte“ aussprache etabliert hat, die sich eindeutig von allen möglichen akzenten abgrenzen läßt. ebenso das aufkommen von slang, schimpfwörtern usw. innerhalb derart kurzer zeit. ich dachte eimmer sowas dauert jahrhunderte.

Muahaha, mein späterer Sohn oder Tochter kann sich auf was
gefasst machen. *g*

weißt du was, erfinde doch einfach eine sprache für die vereinigten staaten von europa und werd berühmt! :smile:

gruß
datafox

Esperanto als Muttersprache

ich weißt wird offtopic aber ich frage trotzdem: wie klingt esperanto? ein einziges mal habe ich ein lehrbuch in händen gehabt - so ein dünnes büchlein - , aber wie es richtig klingt, stand da nicht. orientiert man sich an slawischen sprachen? oder ist es wie latein, bei dem jeder nach seinem akzent spricht und das als „normal“ gilt? ich kann es mir schwer vorstellen, denn 50% der wirkung einer sprache sind nicht die buchstaben und grammatik sondern der klang, die sprachmelodie und spezifische laute, die man können muß. sogar gesten und mimik würde ich dazurechnen - das ist nämlich auch nicht alles international gültig.

gruß
datafox

Wenn du von Anfang an mit Deinen Kindern Deutsch redest,
verbinden sie diese Sprache mit Dir. Wenn sie an dich denken,
werden sie diese Sprache verwenden. Alles was sie mit Dir
verbinden, geschieht in der Sprache Goethes. Warum das
plötzlich ändern??? Ich garantiere Dir jetzt, sollte es mal so
vorkommen, daß du plötzlich aufhörst mit Deinen Kindern
Deutsch zu reden, werden sie diese Sprache vergessen. So
gesehen bei meiner Cusine.

oh da hatten wir ein mißverständnis. das „nicht so wichtig“ betraf die andere sprache, die landessprache! ich meinte das so: wenn das kind in israel aufwächst, MUSS es die landessprache perfekt lernen, weil ich auf keinen fall haben möchte, daß es probleme bekommt. würde ICH mit einem kleinen kind hebräisch sprechen, würde sich automatisch ein deutscher akzent und grammatikfehler einschleichen. das ist am anfang zu vermeiden. später, wenn seine sprache fertig ausgebildet ist, spielt das keine rolle mehr. du kannst dir sicher vorstellen, daß es unmöglich ist, völlig darauf zu verzichten, denn immerhin konversiere ja auch ICH mit anderen menschen!

natürlich würde ich das deutsche pflegen, u.u. kontakt aufnehmen mit gruppen deutscher und österreicher.

Ich weiß jetzt auch ganz bestimmt, daß ich nie aufhören werde,
mit David Spanisch zu reden…

klar! aber was ist wenn ihr nicht alleine seid? :smile:

dazu kommt erschwerend noch dazu, daß ich und mein mann es gewohnt sind auf englisch zu sprechen, weil wir uns so kennengelernt haben. beide haben natürlich einen akzent. fehler und falsche wörter haben sich inzwischen derart als privatsprache etabliert, daß sie nicht mehr wegzukriegen sind (dieses phänomen beobachte ich auch bei ähnlichen paarkonstellationen). diese englischsprecherei würden wir sofort aufgeben müssen, wenn wir ein kind haben (oder für eine zeitlang nach zb. amerika gehen und die fehler ausrotten LOL). auf keinen fall würde ich das kind mit falschem englisch aufwachsen lassen… brrrr.

:smile:

LG
datafox

Klingonisch ist fast ausschließlich erfunden.

Ausschliesslich?
Bitte klaer mich auf.

Ich meinte die Wörter, also das Vokabular des Klingonischen.
Meintest du nicht eher „Fast?“ statt „Ausschließlich?“? :wink:

  • André

Hach, was fuer ein Mann…

Meintest du nicht eher „Fast?“ statt
„Ausschließlich?“? :wink:

André, du verstehst mich, auch wenn ich mich
vertippe :wink:

also: wie ist das - was ist bei Klingonisch
nicht erfunden??

(dankbare) Gruesse, Elke

Hi Datafox! :o)))

Wenn du von Anfang an mit Deinen Kindern Deutsch redest,
verbinden sie diese Sprache mit Dir. Wenn sie an dich denken,
werden sie diese Sprache verwenden. Alles was sie mit Dir
verbinden, geschieht in der Sprache Goethes. Warum das
plötzlich ändern??? Ich garantiere Dir jetzt, sollte es mal so
vorkommen, daß du plötzlich aufhörst mit Deinen Kindern
Deutsch zu reden, werden sie diese Sprache vergessen. So
gesehen bei meiner Cusine.

oh da hatten wir ein mißverständnis.

Uiiiiiiiii! Sorry, dann!!!

das „nicht so wichtig“ betraf die andere sprache, die landessprache!

Ach soooooo! Ja, ich finde auch nicht besondes wichtig, wenn ich mit David kein Deutsch rede. Auch dann nicht, wenn wir weiterhin noch alleine wären, wie in der Zeit um seine Geburt: Wenn er in Deutschland aufwächst und sich der Gesellschaft anschließt (Einkaufen gehen, zur Schule, Sportverein, Freunde,…), dann wird er ja ganz automatisch diese Sprache lernen. Auch dann wenn ich versuchen WÜRDE (was ich NICHT tue) dies zu unterbinden.

ich meinte das
so: wenn das kind in israel aufwächst, MUSS es die
landessprache perfekt lernen,

Siehe oben.

weil ich auf keinen fall haben
möchte, daß es probleme bekommt.

Das ist ja klar. Aber ausser ihr lebt wie eremiten und überhaupt kein Kontakt zur Außenwelt pflegt, wird es lernen. Ganz automatisch.

würde ICH mit einem kleinen
kind hebräisch sprechen, würde sich automatisch ein deutscher
akzent und grammatikfehler einschleichen. das ist am anfang zu
vermeiden.

Ich teile Deiner Meinung, was grammatikalischen Fehlern betrifft. Nicht so bei dem Akzent. Ich denke einen (ausländischen) Akzent ist ein Zeichen der Wille des Zusammenkommens und der „sich integrieren wollen“, ja sogar der Volkerverständigung. Einen „inländischen“ Akzent ist auf jeden Fall eine Bereichung für die Sprache und gewiß nicht zu vermeiden (absichtlich und/oder ungewollt)

später, wenn seine sprache fertig ausgebildet ist,

Ich denke eine sprache bildet sich nie fertig aus. Wir lernen (auch in unserer Muttersprache) immer weiter. Und das nicht nur Wortschatz und Redewendungen, sondern eben auch andere Akzente und Ausdrucksweise, die uns unbekannt sind.

spielt das keine rolle mehr. du kannst dir sicher vorstellen,
daß es unmöglich ist, völlig darauf zu verzichten, denn
immerhin konversiere ja auch ICH mit anderen menschen!

Und konversierst Du für gewöhnlich mit den Menschen in Deiner Umgebung Deutsch??? Nö, gell? Das hört und kriegt dann Dein Kind mit!

natürlich würde ich das deutsche pflegen, u.u. kontakt
aufnehmen mit gruppen deutscher und österreicher.

Hier in Nürnberg scheint das nicht so einfach zu sein, mit Spanisch… :o(((

Ich weiß jetzt auch ganz bestimmt, daß ich nie aufhören werde,
mit David Spanisch zu reden…

klar! aber was ist wenn ihr nicht alleine seid? :smile:

Mit ihm rede ich immer spanisch. Und wenn es sich anstandshalber nicht bietet, dann übersetze ich das gesagte ins Deutsche. Aber zu ihm rede ich Spanisch. Ggbflls. erkläre ich das den Anwesenden warum ich das so mache. Bis jetzt gab es noch nie auch nur den ansatz ein Problem damit.
Weder für unser Besuch, noch für David, noch für unsere Gastgeber (falls wir selber zu besuch waren).

dazu kommt erschwerend noch dazu, daß ich und mein mann es
gewohnt sind auf englisch zu sprechen, weil wir uns so
kennengelernt haben. beide haben natürlich einen akzent.

Wie gesagt, in meinen Augen macht den ausländischen Akzent nichts.

fehler und falsche wörter haben sich inzwischen derart als
privatsprache etabliert, daß sie nicht mehr wegzukriegen sind
(dieses phänomen beobachte ich auch bei ähnlichen
paarkonstellationen). diese englischsprecherei würden wir
sofort aufgeben müssen, wenn wir ein kind haben

Glaube mir: Das ist verdammt schwer (wenn nicht unmöglich) hin zu bekommen. Du wirst es sehen, wetten??? ;o)))

(oder für eine
zeitlang nach zb. amerika gehen und die fehler ausrotten LOL).

Soso, wenn die Datafox nach amerika auswandert, dann lebe ich schon in Venus. ;o)) hihihihihihi (Leider werde ich aber voraussichtlich keine Postkarte schicken können, mangels Briefmarke und Postwege) ;o)) *sfg*

auf keinen fall würde ich das kind mit falschem englisch
aufwachsen lassen… brrrr.

An Deine Stelle, wenn ich mch dazu äußern darf, würde ich weiterhin, mit Euren Fehlern, mit Deinem Mann Englisch reden. Mit Deinem sohn Deutsch und sein Vater (Dein Mann) mit ihm hebräisch. So würde ich das machen.

:smile:
LG
datafox

Dir auch ganz liebe Grüße und danke für Deine Antwort!
Helena

was ist bei Klingonisch
nicht erfunden??

die schrift??

gruß
datafox

Nee, also für die Schrift gibt’s schon eine eigene bei Klingonisch, die ist aber inoffiziell. Die Zeichen auf den klingonischen Displays kann man z.B. nicht zu sinnvollen Wörtern zusammenfügen.

Aber einige wenige Wörter sind am Klingonischen nicht einfach nur so erfunden, sondern irgendwoher abgeleitet. Das sind dann meistens kleinere Wortspiele. Das beste, find ich, ist ghotI’. Das berühmte Beispielwort für die verworrene englische Aussprache, da man „ghoti“ als „fish“ ausspricht (Einzelheiten dürften sicher bekannt sein). Es gibt noch weit mehr solche interessanten Wörter, z.B. heißt irgendein böses Wort ähnlich wie eine Schauspielschule in den USA, auf denen die meisten Star-Trek-Schauspieler gewesen sind, irgendwas mit A, ich weiß es nicht mehr. Es gibt im Netz eine große Liste mit „bedeutungsschwangeren“ klingonischen Wörtern, irgendwo da draußen.

Also… okay, zugegeben, erfunden ist es natürlich immer noch, aber manche Wörter machen eben auf eine sehr seltsame Art Sinn. *g*

  • André

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ein paar Anmerkungen
Hallo Helena, hallo Datafox,:

Ich teile Deiner Meinung, was grammatikalischen Fehlern
betrifft. Nicht so bei dem Akzent. Ich denke einen
(ausländischen) Akzent ist ein Zeichen der Wille des
Zusammenkommens und der „sich integrieren wollen“, ja sogar
der Volkerverständigung. Einen „inländischen“ Akzent ist auf
jeden Fall eine Bereichung für die Sprache und gewiß nicht zu
vermeiden (absichtlich und/oder ungewollt)

Die Kinder uebernehmen nicht den Akzent der
Eltern (ausser ,wie Helena schreibt, man lebt in einer
Einoede). Die arabischen Kinder in den westlichen Schulen
hier reden alle mit britischem oder amerikanischem Akzent
(je nach SChulart). Meine Kinder hatten einen leichten
suedafrikanischen Akzent als wir hier ankamen, redeten dann
mit englischem/schottischem Einschlag und seit zwei Jahren
sind sie an der amerikanischen Schule, und ja, jetzt kriegen
sie langsam den ‚twang‘ drauf - allerdings koennen sie die
anderen Akzente gekonnt nachmachen.

natürlich würde ich das deutsche pflegen, u.u. kontakt
aufnehmen mit gruppen deutscher und österreicher.

Hier in Nürnberg scheint das nicht so einfach zu sein, mit
Spanisch… :o(((

Ich halte mich an den alten Spruch: Gott behuete uns vor
Sturm und Wind und Deutschen, die im Ausland sind. :wink:
Nein, im Ernst, ich vermeide Deutsche nicht direkt, aber um
die ‚deutschen Clubs‘ mache ich einen grossen Bogen. Ein
schreckliches Gekluengel (geht mir uebrigens bei ‚suedafrikanischen
Clubs‘, zu denen ich immer eingeladen werde, durchaus aehnlich).
Unsere Kinder reden untereinander oft (nicht immer) Englisch,
mit uns meistens deutsch, und trotzdem haben sie das Deutsche
bis jetzt nicht verloren. Allerdings lesen wir gemeinsam
auf Deutsch und hin- und wieder wird auch deutsch fern gesehen.

Ich weiß jetzt auch ganz bestimmt, daß ich nie aufhören werde,
mit David Spanisch zu reden…

klar! aber was ist wenn ihr nicht alleine seid? :smile:

Mit ihm rede ich immer spanisch. Und wenn es sich
anstandshalber nicht bietet, dann übersetze ich das gesagte
ins Deutsche. Aber zu ihm rede ich Spanisch.

Hier hat sich bei uns etwas ausgebildet, was andere
Menschen als kurios ansehen. Unsere Kinder haben uns schon
vor langer Zeit (als sie so 5,6 waren) gebeten, uns in der
Gegenwart anderer bitte nur in der jeweiligen anderen Sprache
zu kritisieren (auszuschimpfen), das sei weniger peinlich. :wink:
Auch hab ich festgestellt, dass Hausaufgabenhilfe (besonders
in Mathematik) nur in der Schulsprache funktioniert und von
daher reden wir ueber die Schule meist auf Englisch. Ich hab
es sogar geschafft, den Jungs abzugewoehnen, meine Aussprache
zu korrigieren *gg

fehler und falsche wörter haben sich inzwischen derart als

privatsprache etabliert, daß sie nicht mehr wegzukriegen sind
(dieses phänomen beobachte ich auch bei ähnlichen
paarkonstellationen). diese englischsprecherei würden wir
sofort aufgeben müssen, wenn wir ein kind haben

Glaube mir: Das ist verdammt schwer (wenn nicht unmöglich) hin
zu bekommen. Du wirst es sehen, wetten??? ;o)))

Dem stimme ich zu. Ausserdem sind Kinder da viel schlauer,
als wir ihnen zutrauen. Sie koennen sehr wohl zwischen Idiolekt,
Soziolekt und Dialekt unterscheiden. Sie reden mit ihren
Freunden ja auch anders (Yo, man!) als mit uns oder mit ihren
Lehrern. Wenn wir in meiner Heimatstadt auf Besuch sind,
koennen sie den dortigen Dialekt nicht nur verstehen, sondern
bis zu einem gewissen Grad auch sprechen (nachahmen?)

auf keinen fall würde ich das kind mit falschem englisch
aufwachsen lassen… brrrr.

An Deine Stelle, wenn ich mch dazu äußern darf, würde ich
weiterhin, mit Euren Fehlern, mit Deinem Mann Englisch reden.
Mit Deinem sohn Deutsch und sein Vater (Dein Mann) mit ihm
hebräisch. So würde ich das machen.

Ich eigentlich auch. Das korrekte Englisch kommt dann in einem
Land wie Israel (TV, Kino usw.) schon von allein.

Viele Gruesse, Elke

1 „Gefällt mir“