Mein Hauszwetschken-Baum verliert die Früchte

Mein Hauszwetschken-Baum verliert schon jetzt die Früchte. Diese sind klein und unausgereift, jedoch schon leicht blau. Was kann der Grund sein?

Servus,

entweder, Du hast einen massiven Pflaumenwicklerbefall - da ist die 2. Generation von Larven, die ziemliche Schäden anrichten kann, jezt grade aktiv, oder der Baum stößt ab, was er nicht reif kriegen kann.

Wenn der Fruchtfall von Pflaumenwicklerlarven kommt, sieht man an den abgestoßenen Früchten die Löcher, durch die sie ausgestiegen sind.

Wenn der Fruchtfall zur Regulierung des Behangs erst jetzt geschieht, offenbar eine sehr rauhe Lage. Wo sitzt Du denn, und in welcher Meereshöhe?

Anlass für den zu reichen Fruchtansatz kann ein vorher vorhandener Stickstoffpik wegen mineralischer Düngung im Frühjahr sein, Anlass für das späte Abstoßen auch ein spätes Verlausen des Baumes mit entsprechender Einbuße an Assimilaten.

Lichter, luftiger Schnitt - bei Zwetschgen sowieso wichtig wegen Pilzbefall - gleicht auch den Fruchtansatz aus, der Ansatz von befruchteten Blüten wird dann schon früher vom Baum auf das tragbare Ausmaß reguliert.

Nicht nur wegen des beschriebenen Phänomens sollte ungleichmäßiges Anfluten von N immer vermieden werden. Im gewerblichen Anbau macht man das durch eine Dosierung in mehreren Gaben, die dem Verlauf des N-Bedarfs angepasst sind. Im Liebhabergarten lässt sich dem ganz leicht begegnen, indem bloß langsam verfügbarer, organisch gebundener N gegeben wird.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hallo Blumepeder,
vielen Dank für deine Antwort.
Es sind dann wahrscheinlich mehrere Komponenten, die zum Tragen kommen.
Ich wohnen im Salzburger Land auf 470m nn. Ein verbesserter Schnitt und eine andere Düngung kann also nur für die Zukunft etwas bringen. Hoffentlich bleiben doch noch einige Früchte am Baum.
LG
Gartengehilfe

Servus,

im Salzburgischen könnte es schon sein, dass das jetzt noch die normale Ausdünnung ist, die der Baum macht.

Noch ein Hinweis fürs kommende Jahr: Für Pflaumenwickler gibt es Fallen, die mit einem Lockstoff ausgestattet sind (je nach Hersteller teils Pheromon, teils Fraßlockstoffe). Die dämmen den Befall im Vergleich zu Insektiziden nur ein, aber normalerweise reicht das aus, um die schädliche zweite Generation in sehr engen Grenzen zu halten und einen guten Teil der Ernte zu behalten.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder