Mein Hund ein Angstbeißer?

Hallo,

habe letzte Woche einen 6 Jahre alten Jack-Russell-Beagle-Dackel-Mix zu uns geholt, der absolut lieb und verträglich ist. War vorher bei einem alten Ehepaar.

Ich muss ihn mit zur Arbeit nehmen unter anderen, weil er keine Sekunde alleine bleiben kann, ich kann nicht mal mehr alleine auf Toilette, ohne dass er ausflippt. Jedenfalls verträgt er sich mit jedem außer mit meinem Chef. Vor dem hat er Angst, zieht den Schwanz ein, zittert, bellt und knurrt. Der Höhepunkt war heute, als mein Chef einfach nur im großen Raum dastand und Oskar wie eine Furie plötzlich nach vorne preschte und versuchte ihn zu beißen. Was kann ich/mein Chef tun, damit Oskar die Angst verliert? Habe schon an Rescue-Tropfen gedacht, weiß allerdings nicht, ob das das Problem im Nachhinein löst bzw. wie man diese anwendet.

Vielleicht kennt ihr ja ein ähnliches Problem und könnt mir bei der Lösung behilflich sein.

Liebe Grüße

Silke

hi

Der Höhepunkt war heute, als mein Chef einfach nur im großen
Raum dastand und Oskar wie eine Furie plötzlich nach vorne
preschte und versuchte ihn zu beißen. Was kann ich/mein Chef
tun, damit Oskar die Angst verliert?

wie wäre es wenn dein Chef ausser der Reihe dem Hund was zu fressen anbietet ?

Gruß Hexerl

Hallo liebe Silke,

habe letzte Woche einen 6 Jahre alten
Jack-Russell-Beagle-Dackel-Mix zu uns geholt, der absolut lieb
und verträglich ist. War vorher bei einem alten Ehepaar.

Warum hast Du den Hund aufgenommen? Ist etwas über seine persönlichen Neigungen bekannt?

Du mutest dem Hundel etwas viel zu. Plötzlich ein neues Rudel, von dem er vielleicht noch nichtmal alle Mitglieder kennt, und nicht weiss wer zu wem wie steht (Rangfolge!).
Dann schleppst Du ihn direkt mit zur Arbeit. Der Chef ist vielleicht etwas lauter oder forscher mit seinen Bewegungen, oder schlicht einfach unbekannt. Hunde mögen es absolut berechenbar. Hat er den Chef noch nicht „gefunden“ bzw. kennenlernen können, weiß er mit ihm gar nichts anzufangen, und wird versuchen seine (Die des Hundes)Position zu verteidigen.

Da Dein neuer Gefährte sich seines neuen Rudels wirklich noch nicht bewusst sein kann, hat er jedesmal, wenn Du ihn alleine lässt Todesangst, da ein Hund ohne Rudel nicht existieren kann.
Er ist auf die Sicherheit seiner Leute angewiesen.
das war eine denkbar ungeeignete Zeit einen neuen Hund aufzunehmen, wenn Du Dir nicht intensiv Zeit für ihn nehmen kannst.
Verabschiede Dich von dem Gedanken, das Verhalten jetzt durch Medikamente beeinflussen zu wollen. Was Du brauchst ist Zeit und Geduld, damit das Hundel Vertrauen fassen kann.
Er muss sich seines Rudels sicher sein und seiner eigenen Position darin.
Alleine sein kann man lernen, dazu braucht es aber Geduld und je älter ein Hund ist (Der vorher vielleicht nie alleine bleiben musste), desto mehr brauchst Du davon.
Du solltest Dir wirklich erstmal 2 Wochen Urlaub nehmen, damit sich die Beziehung unter Euch aufbauen kann…Dein Hundel hat keineswegs Vertrauen zu Dir weil Du meinst er müsste das jetzt haben…er will sich sicher sein.
Alles was ihn unsicher macht, dagegen wird er sich wehren.

Was Du tun kannst, ist mit ihm in eine Begleithundeschule zu gehen, da lernt auch der Hund wie er seinem Herrchen vertrauen kann.

Bei dieser Mischung gehe ich von einem recht agilen Hund, der einen starken Beschäftigungsdrang hat, aber ebenso ein sehr ausgeprägtes Rudelverhalten…mach was draus, Stichwort Agility, oder Flyball.

Gruß
Maja

Hallo Silke,

ich kann mich Maja vollkommen anschließen. Erstmal Urlaub nehmen und den Hund in sein neues Reich einführen und ihm auch die Rudelfolge klar machen. Vertrauen bilden ist äußerst wichtig.
Du kannst zusätzlich Bachblüten nehmen. Aber stelle Dich auf eine gewisse Zeit ein.
http://www.doc-nature.com/bachblueten-basics.php3
Da findest Du eine Einführung und Hilfe.

Liebe Grüße

Carina

Schließe mich Maja an! Der Hund braucht erst mal Sicherheit durch dich und (oder daher) eine feste (untere) Position im „Rudel“.

Da er anscheinend nur auf den einen Menschen so heftig reagiert, ist vielleicht anzunehmen, dass dieser Erinnerungen in ihm weckt. Vielleicht ist er einem anderen Menschen ähnlich, mit dem er mal schlechte Erfahrungen gemacht hat?!!
Vielleicht kannst du deinen Chef bitten, in ruhigem Ton zu sprechen, sanfte Bewegungen zu machen, den Hund nicht anzusehen (wirkt bedrohlich), sondern ihn erst mal zu ignorieren. Später kann er ihm vielleicht Leckerchen geben, die der Hund besonders gerne mag. Hunde sind bestechlich, Einschleimerei lieben sie…

Geh in eine Hundeschule, das stärkt die Bindung und du bekommst nützliche Tips! Zudem hat der Hund Beschäftigung, die er, wenn man seinen Rasse-Mix betrachtet, unbedingt braucht!!

Gruß, Galli

Wenn man sich mal ein wenig mit einem Hund beschäftigt weiss man das er schon unterscheiden kann ob Mensch oder Hund. Deswegen ist das ganze getue über Rudelunterortnung Blödsinn, weil sie es nur unter Artgenossen regeln. Allerdings würde ich dir vorschlagen mal ein paar Stunden Unterordnung in einer Hundeschule in deiner Nähe mitzumachen.
Dannach legt sich sowas meist von allein.

Deswegen ist das ganze getue über Rudelunterortnung Blödsinn,
weil sie es nur unter Artgenossen regeln. Allerdings würde ich
dir vorschlagen mal ein paar Stunden Unterordnung in einer
Hundeschule in deiner Nähe mitzumachen.
Dannach legt sich sowas meist von allein.

So ein Quatsch! Für einen Hund ist der Mensch Teil des Rudels. Klar unterscheidet er, ob es sich um einen Hund oder einen Menschen handelt, allerdings sind beide Lebewesen in der Lage (der Hund oft besser), miteinander zu kommunizieren und eine Rangordnung einzuhalten. Wenn das nicht der Fall wäre, hätten wir nur noch Stress mit den Vierbeinern, weil sie uns nicht als „Rudelmitglieder“ betrachten und demnach autark leben würden.
Unterordung bringt zudem auch dann nur was, wenn eine Rangordnung innerhalb des Rudels klar fest gelegt ist. Ansonsten hat man auf dem Hundeplatz einen tollen Hund, zu Hause aber nach wie vor eine Bestie… Wer sich hier wohl mal mit Hunden beschäftigen sollte…!
Ich empfehle dir dringend mal Bücher von Günther Blcoh oder Erik Zimen, die geben dir vielleicht Aufschluss über Rangordnungen und Mensch-Hund-Verhältnisse!!
Galli

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