Ein Erblasser hinterläßt umfangreiches Buchmaterial, aufgrund des Alters natürlich auch Bücher aus dem Dritten Reich. Einiges musste man ja „anstandshalber“ im Regal stehen haben.
Einige Bücher sind auch von Verwandten zu ihm gewandert, „Bücher schmeißt man nicht weg!“.
Bei den Erben ist kein Verdacht auf einen rechtsradikalen Hintergrund, ein Geschichtsstudium aber lässt doch Interesse wach werden.
Wie sollten/müssen die Erben mit diesen „Lasten“ umgehen?
M. M. n. würde ich diese Bücher als Zeitdokumente einstufen und - außer selbst zu nutzen - soweit unter Verschluß halten, dass kein Missbrauch stattfinden kann.
Hallo!
Der Kram kann soweit ganz normal gehandhabt werden, gelesen, ins Regal gestellt, verkauft, was auch immer. Man kriegt die Bücher in jeder gut sortierten Unibibliothek, zwar meist nur in den Lesesaal, aber ohne große Schwierigkeiten. Und auch im Antiquariat sind sie zu erhalten.
Wie sollten/müssen die Erben mit diesen „Lasten“ umgehen?
Behalten, verkaufen, verschenken, entsorgen - ganz nach Belieben.
Übrigens: Vorhersehbar wird der Markt nach Auslaufen der Urheberrechte - das ist in wenigen Monaten der Fall - von unkommentierten „Mein Kampf“-Neuauflagen überschwemmt.
eine weitere Möglichkeit wäre eine Anfrage bei einer Bibliothek, ob dort Interesse an diesen Büchern besteht.
Ein Exemplar von ‚Mein Kampf‘ würde ich zwecks Lektüre mal gerne haben, aber wie Wolfgang schon schrieb, wird sich die Marktsituation für dieses Buch in wenigen Monaten drastisch ändern.
Momentan kann man es nicht kaufen, weil das Land Bayern als Erbnehmer Hitlers eine Neuauflage nicht zulässt. 2015 werden die Rechte an diesem Buch frei, es sei denn, ein spezielles Gesetz dazu wird verfasst.
Momentan kann man es nicht kaufen, weil das Land Bayern als
Erbnehmer Hitlers eine Neuauflage nicht zulässt. 2015 werden
die Rechte an diesem Buch frei, es sei denn, ein spezielles
Gesetz dazu wird verfasst.
Natürlich kann man das problemlos kaufen, das gibt es in jedem passabel sortierten Antiquariat, zwar zumeist nicht im Regal stehend, aber da es Massenware war, wird es nach wie vor gehandelt.
Unter „Missbrauch eines Buches“ verstehe ich, dass dieses genutzt wird, anfällige Gruppen mit Argumenten zu versorgen, die eben seeehr fragwürdig sind.
Nimm Dir mal die Zeit und eines der Bücher zur Hand (z.B. mein Kampf) und lese es. Viele reden über dieses Buch ohne es überhaupt gelesen zu haben. Ich habe mir auch mal die Zeit genommen und kann Dir sagen, das örtliche Telefonbuch liest sich flüssiger und interessanter.