Hallo zusammen,
ich habe schon seit vielen Jahren zwei Kater. Beide mittlerweile in den Jahren (10+).
Wir waren immer ein gut eingespieltes Team - leider macht mir mein Pete jetzt Sorgen und ich weiß nicht so recht wie ich ihm helfen kann. Er war immer mein Kuschelkater und sehr anhänglich. Wollte immer auf den Arm und durfte/darf auch bei mir im Bett schlafen. Er kam eigentlich bei jeder Gelegenheit zum kuscheln.
Nun haben sich unsere Lebensumstände durch die Geburt unserer Zwillinge drastisch geändert und mit der Ruhe ist es vorbei. Natürlich war mir klar das die beiden einen Moment brauchen werden um sich an den Familienzuwachs zu gewöhnen.
Meinen dicken Kater stören die zwei allerdings überhaupt nicht. Der ist eigentlich wie immer. Nur mein Pete hat sich leider total zurückgezogen, ist viel mehr draußen und geht mir aus dem Weg. Er lässt sich auch nicht mehr auf den Arm nehmen
Anfangs hat er auch immer wer weiß wo geschlafen - mittlerweile kommt er zumindest wieder ins Schlafzimmer, wenn auch noch nicht wieder ins Bett. Er macht auf mich einfach einen total traurigen Eindruck und sitzt oft in einer Ecke und schaut mich und die Babys an. Kommt aber nicht zu uns.
Ich versuche wirklich ihm nach wie vor viel Zeit zu widmen, muss allerdings auch zugeben das mich die beiden Kleinen auch sehr in Beschlag nehmen… Kann ich irgendwas tun um es ihm leichter zu machen?
Danke für Rat
Cora
Hallo Cora,
Katzen sind nun einmal Gewohnheitstiere. Sobald sich etwas ändert (auch wenn es der Zweibeiner vielleicht gar nicht als Veränderung bemerkt)
reagieren sie mehr oder weniger zickig.
Sie müssen sich erst an die neuen Umstände, neuen Geräusche und Gerüche gewöhnen. Je nach Lust und Laune kann das schnell gehen, aber mitunter auch länger dauern, als einem das lieb ist.
Gib dem armen „verstoßenen“ Tier noch etwas Zeit. Dränge ihn nicht, denn Katzen sind sehr selbstbestimmt: Sie sagen ihrem Dosi, wo es lang geht.
Unsere Katzen (2 Damen und ein Adoptiv-Vollblut-Wachkater) nehmen uns zum Beispiel immer unseren Urlaub schrecklich übel: Eine unserer Töchter (beide lieben die Viecher über alles) ist dann immer zum Housesitter verdonnert und kümmert sich in der Zeit auch um die Vierbeiner. Aber wenn wir (meist nach einer Woche) wieder da sind, dann werden wir mit Verachtung gestraft. Die Fellbündel schauen geradewegs durch uns hindurch, ganz nach dem Motto: Macht euch mal wieder unsichtbar. Und bei den Töchtern lassen sie die „Sau“ raus und machen alle die Dinge, die keiner wirklich mag: Sie verzieren die Bodenfliesen mit ihren Stoffwechselendprodukten. Im wahrsten Sinne des Wortes „sch…ein“ sie ihren Pflegedienstleistern und ihren Besitzern etwas.
Also wenn der Kater jetzt schon wieder ins Schlafzimmer kommt, dann ist n. m. M. Land in Sicht. Verwöhne ihn vielleicht ab und zu mal mit Leckerlis, die Katzen abgöttisch lieben: Hühnerfleisch, gedünsteter Fisch o. ä. Aus meinen Rabauken wird dann in Windeseile ein einhellig schnurrendes Trio (wo sie sich sonst eigentlich nicht unbedingt leiden mögen).
Starke Nerven für Deinen zwei- und vierbeinigen Hauszoo wünscht BM
Dein Kater ist nicht nur traurig sondern wahrscheinlich auch extrem eifersüchtig.
Ich weiß ja nicht ob du vorher schon Kinder hattest oder ob die zwei Kater die Kinder " mehr oder weniger ersetz haben ".
Von daher denke ich einfach, dass der Kater sich ausgestoßen und zurück gesetzt vorkommt, er reagiert wie ein sensibles Tierchen halt reagiert.
Nicht nur das du weniger bis viel weniger Zeit für ihn hast, nein es ist auch lauter, mehr Action andere Gerüche ( wie schon vom Vorredner geschrieben).
Zeige deinem Katerchen, dass er die Situation nicht persönlich nehmen darf und das du ihn auch trotz den Zwillingen genauso magst wie vorher.
Einer Katze oder Kater kann man ja nicht erklären, dass die Zwillinge nicht gekommen sind, weil du ihn nicht mehr magst oder ihn langweilig findest. Taste ihn langsam an die Kids ran, wenn du das möchtest und beziehe ihn, wenn möglich einfach in die täglichen Aktionen zu dritt ein. Dadurch wird er schnell verstehen, dass er immer noch genauso erwünscht ist wie vorher und er deshalb bestimmt nicht zu kurz kommt.
Gerade Katzen sind halt extreme Charaktertiere.
Liebe Grüße 