Hallo Anita,
ich möchte noch aus der Sicht der Erzieherin (nicht Mutter) meinen Senf dazu abgeben.
Ich habe schon viele Kinder im Alter deines Sohnes erlebt, die noch nicht sprachen. Ein Kind, das ich als Babysitter über Jahre betreut hatte, sprach bis zum zweiten Lebensjahr überhaupt kein Wort und dann begann er bereits in ganzen Sätzen zu sprechen.
Ich frage mich, was du eigentlich gerne hören möchtest, nachdem du die Antworten abgetan hast als „nicht hilfreich“. Chili hat dir m.E. ein paar sehr gute Tipps gegeben, was wichtig ist für ein Kind.
Dein posting mal zwischen den Zeilen gelesen:
wenn er etwas haben will ( z.B. was zum trinken)
dann stellt er sich davor und weint und wartet darauf das wir
es ihm geben.
Hier wundert es mich, dass euer Sohn weint, um sein Trinken zu erhalten. Andere Kinder, die noch nicht reden können oder ausländische Kinder können sich doch auch nonverbal verständlich machen ohne zu weinen.
Ist es, dass er mit nonverbalen Mitteln eure Aufmerksamkeit nicht findet?
Oder verfügt er nicht über andere Möglichkeiten, sich verständlich zu machen?
Oder welche anderen Gründe kann es haben, dass euer Kind weint, um seine Bedürfnisse zu befriedigen?
War das schon immer so?
er zeigt auch oft kein
intresse wenn ich mit ihm ein buch ansehn und vorlesen möchte.
da geht er dann lieber und macht etwas anderes.
Hierzu kommen mir mehrere Gedanken.
Zum einen sind, wie bereits geschrieben wurde, Kinder unterschiedlich. Sie haben ganz unterschiedliche Interessen und Fertigkeiten, manche Kinder malen gerne, manche basteln gerne, manche spielen lieber… manche laufen zuerst, manche reden zuerst…
Daher würde ich mir an deiner Stelle keine Gedanken darum machen, dass er kein Interesse zeigt, sondern -wie bereits erwähnt- mit ihm dennoch ab und zu ein Bilderbuch anschauen, z.B. abends zum Einschlafen, wenn er nicht durch anderes abgelenkt wird.
Kinder sind äußerst feinfühlig, nehmen mehr das wahr, was in einem vorgeht als das, was man nach außen zeigt.
D.h., sie reagieren auf unsere Gefühle.
Wie sehr bist du denn „bei der Sache“, wenn du ihm vorliest? Liest du ihm vor, weil du denkst, dass es gut und wichtig ist, ihm vorzulesen oder lässt du dich ein und beziehst du ihn ein?
Bei den Aktivitäten wie
spiel mache wie kitzeln oder burzelbaum, fangen.
begeistert er sich, schreibst du. Da bist du mit ihm ganz nah, mittendrin in der Interaktion mit ihm.
Kann sein, dass er viel Energie in sich hat, die er mit den o.g. Spielchen besser ausleben kann als beim Vorlesen?
kann sein, dass er dich da mehr mitkriegt und es deshalb vorzieht.
Nur so als Anregung, kann ja auch noch weitere Gründe geben…
Off topic - aber neugierig macht mich:
wir gehen auch täglich mit unseren sohn 4 bis 5 stunden raus
wie ihr das zeitlich bewerkstelligt.
Vorab die Frage: „wir“, das sind du und dein Partner, oder?
Seid ihr beide den ganzen Tag über zu hause?
Wie kann ich mir die 5 Stunden draußen vorstellen? Wird er zu den Erledigungen im Kinderwagen mitgeschoben? Kann er bereits laufen und wird mal gemeinsam in seinem Tempo die Welt erkundet? Geht ihr auf den Spielplatz, in die Natur?
Fragen über Fragen…
Ob bei eurem Sohn alles im grünen Bereich läuft oder ob er auf Störungen im Familiensystem reagiert, lässt sich hier nicht beantworten.
Fakt ist, dass die Anreize, wie z.B. fernsehen, die du deinem Sohn bietest, mit seinem Verhalten in Zusammenhang stehen können, aber nicht müssen.
ich hab gehofft auf GUTE tipps
den m.E. einzig sinnvollen Tipp hast du bekommen: Dramatisiere nichts!
und nicht negative kritiken
die können doch auch wertvolle Tipps sein!
Grüße von
jeanne