Hallo,
ich bin männlich, 25 Jahre, Nichtraucher, BMI 19,8, hatte bislang keine ernsthaften Erkrankungen, ernähre mich relativ gesund, nehme keine Drogen zu mir (außer ab und zu ein Bier oder ein Glas Wein), habe aber wenig Bewegung.
Im März hatte ich eines Abends schlagartig einen starken Schüttelfrost und war nicht mehr fähig, aufzustehen und das Licht im Zimmer auszuschalten. An dem darauffolgenden Tag ging es mir sehr schlecht: Ich war extrem müde und abgeschlagen, kraftlos, hatte keinen Appetit (6,5 kg abgenommen bei ursprünglich 72 kg), Schluckbeschwerden, starker Nachtschweiß, geschwollene Lymphknoten am Hals, leichtes Fieber mit 38° und ein Kribbeln im Körper, besonders an der Kopfhaut. Ich hatte keinen Schnupfen („laufende Nase“) und keinen Husten, daher schließe ich eine Grippe aus. Das ganze hat 4 Wochen gedauert, d.h. ich war 4 volle Wochen nur im Bett.
Der Leukozyten-Wert war etwas erhöht (12.7 nl, Normbereich: 4.0-11.0), Hämoglobin leicht verringert, Schilddrüsen- und Leberwerte sind normal. Der Bauchraum (v.a. Milz) wurde abgetastet und keine negativen Veränderungen festgestellt.
Auf Verdacht meines Hausarztes wurde mein Blut auf Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus untersucht, da die Symptome ein „Pfeiffersches Drüsenfieber“ nahelegen.
Folgende Werte hat das Labor ermittelt:
VCA-IgG: 129.0 E/ml (pos.), Referenzwert bis 18.9
VCA-IgM: 600.0 E/ml (pos.), Referenzwert bis 4.9
Mein Hausarzt meinte, dass es wahrscheinlich keine EBV-Primärinfektion sei, da EBNA1-IgG nur erhöht ist, wenn man schon mal eine Infektion durchgemacht hat (ca. 6 Wochen nach frischer Infektion erhöht sich dieser Wert). Aber er war sich nicht 100%ig sicher.
Da dieses Virus zur Gruppe der Herpesviren gehört und die immer wieder aufflammen können, könnte man daher ein Rezidiv vermuten. Allerdings sind Rezidive normalerweise nicht so schlimm, da der Körper ja mit dem Virus bereits vertraut ist. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich als Kind jemals das Pfeiffersche Drüsenfieber hatte.
Gegen die Mandelentzündung bekam ich das Antibiotikum Cefuroxim 500 mg, 2x täglich, Therapie über 6 Tage, was leider nicht wirkte. Seit der Einnahme des Antibiotikums habe ich rote, juckende Ekzeme im Intimbereich (evtl. war das Antibiotikum ein Trigger-Faktor für eine Psoriasis inversa?), die mit Cortison haltigen Salben behandelt werden.
Irgendwie fühle ich mich seitdem nicht mehr so gesund wie vorher. Ich glaube, dass ich nicht mehr so belastbar bin und relativ schnell schlapp mache. In der Uni-Bibliothek kann ich nicht mehr lange lernen, weil ich nach einer gewissen Zeit ein Druckgefühl im Kopf bekomme und ich mich unwohl fühle und am liebsten schlafen würde.
An eine HIV-Infektion hab ich auch schon gedacht, aber ich hatte nur ungeschützten Oralverkehr, was ja als safe gilt (natürlich kann man dadurch andere STD bekommen, aber kein HIV).
Ihr könnt mir natürlich auch nicht 100%ig sagen, was das war - das ist klar. Aber was käme denn außer dem Pfeifferschen Drüsenfieber noch in Frage aufgrund meiner geschilderten Symptome?
Hätte es tatsächlich nur eine ganz normale Grippe sein können?
Wie gesagt, ich hatte keinen Schnupfen und keinen Husten.
Glaubt ihr, dass aufgrund meines erhöhten Leukozyten-Wertes eine Infektion mit einem Virus oder mit Bakterien in Frage kommt bzw. wahrscheinlich ist?
Vielen Dank für eure Hilfe im Voraus!
Viele Grüße
David