Mein Lieblingsarschloch. (lang)

Entschuldigung für den vulgären Titel, aber
ich glaube es passt.

Eine Idee für die Auswirkung des Internet auf
Politiker und Beamte (öffentliche Personen):

In ICQ oder ähnlichen Chatprogrammen kann man
nach Kontakt suchen in Kategorien Hobbies,
Wohnort, etc… (z.B. nach Standart-Tänzern in Augsburg :smile:

Auf diese Art entsteht mit durch einen selbstorganisierenden
Prozess eine Art Netzwerk von Bekanntschaften.

So, nun zum Titel:
Wenn man da jetzt die Kategorie „Mein Lieblingsarschloch“
einführen würde (was meiner Meinung nach sicherlich
irgendwann kommt), finde ich plötzlich ganz viele
Leute, die z.B. den gleichen Lehrer, den gleichen
Politiker hassen, wie ich.

Ich selbst, und wahrscheinlich auch die allermeisten
anderen wollen gegen ein solches Individuum auf keinen
fall irgendwas illegales tun, und auch nicht zu viel
Arbeit investieren. Alleine ist man also machtlos.

Wenn es aber jetzt plötzlich 1000 andere gibt, die
ebenfalls etwas gegen eine bestimmte Person haben,
könnte man sich ja verabreden, dass ihr z.B. telefonisch
jeder zum Geburtstag gratuliert. So alle fünf minuten
ab Mitternacht.

Die Möglichkeiten wären da noch ausbaufähig, aber der Punkt ist:

Das Internet wird die Möglichkeit schaffen, durch
Selbstorganisation die geringe Macht von vielen
zu vereinen. Ganz ohne Parlament und Wahlen.

Glaubt Ihr, ein solche Szenario wäre denkbar?

Wenn ja, welche Auswirkungen hat das auf
weit bekannte Personen (z.B. Verwaltungsbeamte,
Lehrer, Politiker, … wen noch? …)?

Welche Auswirkungen hat das auf Einrichtungen,
die hauptsächlich von solchen Personen
betrieben werden?

Gruss, Marco

Das Internet wird die Möglichkeit schaffen, durch
Selbstorganisation die geringe Macht von vielen
zu vereinen. Ganz ohne Parlament und Wahlen.

„Das eigentliche Resultat ihrer Kämpfe ist nicht der unmittelbare Erfolg, sondern die immer weiter um sich greifende Vereinigung der Arbeiter. Sie wird befördert durch die wachsenden Kommunikationsmittel, die von der großen Industrie erzeugt werden und die Arbeiter der verschiedenen Lokalitäten miteinander in Verbindung setzen.“

Dreimal darfst du raten, woher dieses Zitat ist.

Glaubt Ihr, ein solche Szenario wäre denkbar?

Wenn ja, welche Auswirkungen hat das auf
weit bekannte Personen (z.B. Verwaltungsbeamte,
Lehrer, Politiker, … wen noch? …)?

Sie werden verschwinden.

Welche Auswirkungen hat das auf Einrichtungen,
die hauptsächlich von solchen Personen
betrieben werden?

Diese werden auch verschwinden, da überflüssig.

Gruß
Frank

Hallo,

So, nun zum Titel:
Wenn man da jetzt die Kategorie „Mein Lieblingsarschloch“
einführen würde (was meiner Meinung nach sicherlich
irgendwann kommt), finde ich plötzlich ganz viele
Leute, die z.B. den gleichen Lehrer, den gleichen
Politiker hassen, wie ich.

genau. Und dann? Und was ist die Aussage? Gemeinsam verübter Telephonterror ist genau das, womit man die Möglichkeiten, die das Internet bietet, ausnutzen sollte.

Der verhaßteste Mathelehrer bei uns an der Schule, war der strengste und als dann in der Jg.-Stufe 12 die Mathe-LKs entstanden, waren die von diesem Lehrer vorher unterrichteten die einzigen, die das Tempo mithalten konnten, waren also am besten ausgebildet worden.

Bei der letzten Wahl hast Du gesehen, wieviel die Volksmeinung wert ist. Umfragen haben gezeigt, daß nicht der fähigste Politiker gewählt wurde, sondern der, den man am sympathischsten fand. Ein britischer Journalist hat das sehr schön zusammengefaßt: „Die deutschen haben nicht den gewählt, den sie für den fachlich qualifiziertesten hielten, sondern den, mit dem sie abends ein Bier trinken würden.“

Natürlich bietet das Internet die Möglichkeit, ohne großen Aufwand eine große Zahl Menschen zu erreichen und mit diesen einen gemeinsamen Zweck zu errreichen. Die bisherige Erfahrung ist aber, daß das selten ein sinnvoller Zweck ist.

Gruß,
Christian

Richtigstellung: keine Wertung!!!

Hallo,

So, nun zum Titel:
Wenn man da jetzt die Kategorie „Mein Lieblingsarschloch“
einführen würde (was meiner Meinung nach sicherlich
irgendwann kommt), finde ich plötzlich ganz viele
Leute, die z.B. den gleichen Lehrer, den gleichen
Politiker hassen, wie ich.

genau. Und dann? Und was ist die Aussage? Gemeinsam verübter
Telephonterror ist genau das, womit man die Möglichkeiten, die
das Internet bietet, ausnutzen sollte.

Die Idee ist ein Gedankenspiel, was wäre, wenn
es sowas gäbe?

Ich wollte neutral eine Diskussion anfangen,
damit ich nicht schon von vornherein durch
meine Wertung den Verlauf eingrenze.

Muss ja nicht Telefonterror sein.
Es gibt viele Möglichkeiten, bei denen
sehr viele sehr kleine Aktionen, falls koordiniert,
eine große Wirkung erzeugen.

Solche Koordinierungseffekte dürften in Zukunft
stark zunehmen.

Ein positives (kleines) Beispiel wäre eine gemeinsame
Gemeinderatswahl, eine kleine Spendenaktion,
Informationsaustausch über Reiseziele,…

Alles schon teilweise vorhanden, aber stark zunehmend!

Das Ursprungsbeispiel sollte ein (zugegebenermassen
verunglücktes) Beispiel dafür sein, dass man gegenüber viel
mächtigeren Personen mit Hilfe von Koordination
mit ebenfalls schwachen Gleichgesinnten nicht
mehr so hilflos wie bisher ist.

Gruss, Marco

Gab es alles schon…
Hallo Marco,

vielleicht hab ich irgend etwas falsch verstanden, aber warum machst Du das am Internet fest? Solche Aktionen hat es immer wieder gegeben, Revolutionen sind so entstanden.

Ein kleines Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Kennst Du die Aktion „15:30“, die zum Ziel hatte, wieder alle Bundesligaspiele am Samstag stattfinden zu lassen? Im Prinzip etwas, das Du beschrieben hast.

Andererseits haben andere Aktionen trotz Internet nicht funktioniert. Es gab doch mal den Versuch, gegen die Benzinpreise zu protestieren, indem an einem bestimmten Tag nicht getankt werden sollte. Das hat aus meiner Erinnerung heraus nicht geklappt.

Was ist also neu?

Gruß

ALex

Informationsfluss fehlte.

Hallo Marco,

vielleicht hab ich irgend etwas falsch verstanden, aber warum
machst Du das am Internet fest? Solche Aktionen hat es immer
wieder gegeben, Revolutionen sind so entstanden.

Ein kleines Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Kennst Du
die Aktion „15:30“, die zum Ziel hatte, wieder alle
Bundesligaspiele am Samstag stattfinden zu lassen? Im Prinzip
etwas, das Du beschrieben hast.

Andererseits haben andere Aktionen trotz Internet nicht
funktioniert. Es gab doch mal den Versuch, gegen die
Benzinpreise zu protestieren, indem an einem bestimmten Tag
nicht getankt werden sollte. Das hat aus meiner Erinnerung
heraus nicht geklappt.

Was ist also neu?

Der wesentliche Unterschied ist die Menge
an Information, die damals ausgetauscht wurde,
und die Menge, die mit Hilfe des Internets
ausgetauscht wird.

Vielleicht wäre ja, wenn alle x-tausend, die
da doch mitgemacht haben, Ideen und Informationen
ausgetauscht hätten, eine bei weitem effektivere
Aktion entstanden.

Wenn 1000 Leute Ideen sammeln kommt mehr raus, als
wenn das nur einer oder wenige tun.

Bei Selbstorganisationsprozessen wird das gemeinsame
Interesse automatisch erkannt und ohne Reibungsverluste
durch persönliche Interessen eines Agitators umgesetzt.
Bei der Benzinaktion mussten noch Agitatoren
vorhanden sein, die selbstverständlich nicht
frei von Eigeninteresse handeln.

Das sind die Unterschiede, die mir spontan einfallen.

Der wichtigste ist IMHO der steigende Informationsaustausch.

Gruss, Marco

Hallo Frank,
jeder hat eine zweite Chance :smile:

Glaubt Ihr, ein solche Szenario wäre denkbar?

Wenn ja, welche Auswirkungen hat das auf
weit bekannte Personen (z.B. Verwaltungsbeamte,
Lehrer, Politiker, … wen noch? …)?

Sie werden verschwinden.

Politiker sind widerstandsfähiger und
anpassungsfähiger als Ratten.
Die werden sicher nicht verschwinden,
höchstens sich verändern.

Die Frage ist, wie?

Bei den anderen…
möglicherweise hast Du teilweise recht,
aber ganz und ersatzlos verschwinden?
Schwer vorstellbar.

Gruss, Marco

Hallo Frank,
jeder hat eine zweite Chance :smile:

Oha :smile:

Politiker sind widerstandsfähiger und
anpassungsfähiger als Ratten.
Die werden sicher nicht verschwinden,
höchstens sich verändern.

Die Frage ist, wie?

Dann sollen sie sich schonmal an nen Blaumann anpassen.
Fakt ist, dahinter stecken nunmal Gesetzmäßigkeiten, dass sie auch dieses (und alle anderen) Land an die Wand fahren. Von den Herren Superökonomen hat keiner eine Ahnung, alle kämpfen nur mit den Symptomen, die Ursache wütet weiter.
Da der Grossteil der Bevölkerung nach einem Wirtschaftszusammenbruch nix zu kauen haben wird, kann ich nur hoffen, dass die Menschen intelligent genug sind und endlich Weltrevolution machen, damit die Volltrottel und Zettelsortierer an der Spitze endlich in Zwangsjacken gesteckt werden können.

Bei den anderen…
möglicherweise hast Du teilweise recht,
aber ganz und ersatzlos verschwinden?
Schwer vorstellbar.

Das ist eine Frage der Emanzipation der Menschen. Beispielsweise wurden auch 89 unfähige Politiker davongejagt. Nur hatte 89 meiner bescheidenen Meinung nach weder im Osten noch im Westen einen echten Überblick über die welthistorische Situation.
Selbstverständlich kann man auf selbsternannte Berufspolitiker verzichten. Die ganze Gesellschaft entwicklet sich weiter planmäßig - nur im Moment restlos unkontrolliert. Allerdings denke ich, dass das Vertständnis dafür in den nächsten wenigen Jahren schlagartig zunehmen wird.
Man kann die Zusammenhänge durchaus studieren und empirisch wissenschaftlich erfassen. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass es vielleicht mal so kommen kann, dass Leute, die nachweislich nen Überblick haben, die wichtigsten und grundlegensten Dinge institutsähnlich für die Gesellschjaft planen, der Rest funktioniert durch lokale Entscheidungen.

Gruß
Frank