Mein Neffe spricht 'Ausländerdeutsch'

Da die Diskussion hier eh nicht hingehehört, beende ich sie hiermit an in diesem Brett.

Michael

Hi Raven :smile:

mein Neffe ist gerade fünf Jahre alt geworden. Das Kind kann
aber noch nicht richtig sprechen.

Ich habe selber 3 Kinder und habe mich auch 3 Jahre intensiv mit Kernspin-Tomographie und dem Gehirn beschäftigt. Mit 5 Jahren muss ein Kind grammatikalisch korrekte Sätze sprechen. In dem Alter findet man eigentlich kaum noch Fehler, die Kinder sprechen schon sehr gut. Zumal sie ja heute auch sehr früh in den Kindergarten kommen und mit anderen Kindern reden müssen. Manchmal findet man in diesem Alter noch Fehler in den Vergangenheitsformen von unregelmäßigen Verben, etwa „Oliver hat den Ball nach mir gewerft“. Aber sonst ist die Sprache schon sehr gut!

Der kleine Neffe artikuliert sich in einer Art
„Ausländerdeutsch“. - Sagt die Mamma. - Das Kind läuft auch
etwas merkwürdig Treppen runter. Immer nur „einen“ Fuss
benutzend.

Die Gehirnregionen für Motorik und Sprache sind sehr eng miteinander verbunden. Mein ältester Sohn (6) war z.B. in logopädischer Behandlung, wegen einer unklaren Aussprache einiger Laute, und da wurden viele Bewegungsspiele gemacht. Für mich sind deine Schilderungen daher ein Alarmzeichen. Mit 5 Jahren geht man die Treppe nicht mehr runter wie mit 2-3 Jahren. Ich habe die ernste Sorge, dass da irgendwas nicht stimmt. Während meiner Arbeit in der Kernspin-Tomographie habe ich u.a. einige Kinder mit Sprach- und Bewegungsstörungen untersucht. Sie hatten auffallend wenig Nervenzellen in den dafür zuständigen Hirnregionen. Weitere Nachforschungen haben dann ergeben, dass diese Kinder während der Geburt einen starken Sauerstoffmangel hatten. Einige Mütter gaben an, die Kinder wären direkt nach der Geburt auffallend blau gewesen …

Das hört sich jetzt im ersten Moment sehr schlimm an. Ist es aber gar nicht. Das Gehirn hat so viele Nervenzellen, dass andere die Funktion der fehlenden Nervenzellen mit übernehmen können. Das machen sie aber nicht freiwillig. Das muss trainiert werden. Ähnlich wie bei Menschen nach einem schweren Schlaganfall (wo sehr viele Gehirnzellen absterben), die nach viel Training auch wieder gehen und manchmal sogar wieder sprechen können. Wichtig ist nur, dass dieses Training früh anfängt. Deine Schwester / dein Bruder sollte mit Ihrem Kind unbedingt und sofort zu einem Neurologen gehen und um eine „funktionale Kernspin-Tomographie“ bitten. Damit kann man sicher rausfinden, ob das Gehirn vielleicht an den wichtigen Stellen zu wenig Nervenzellen hat. Wenn das so ist, kann ein Trainingsprogramm eingeleitet werden und nach 1-2 Jahren haben andere Nervenzellen die Arbeit übernommen. Dein Neffe kann dann ein völlig normales Leben führen :smile:

Das Kind ist aber nicht „blöd“ so denke ich.

Nach allem, was wir heute Wissen, findet das Denken im Vorderhirn statt, also quasi direkt hinter der Stirn. Und dieser Bereich ist interessanterweise sehr resistent gegenüber Sauerstoffmangel, er ist sehr gut durchblutet.

Natürlich artikuliert sich das Kind dabei in diesem
merkwürdigem Ausländerdeutsch. Ausländedeutsch ist keine
Beleidigung.

Ich weiß schon, was du mit „Ausländerdeutsch“ meinst, aber du wirst sicherlich einige Antworten haben, die sich ausschließlich mit diesem Ausdruck beschäftigen werden …

cu Stefan.

Warum fehlen dir die Worte von der Lent? Es soll ja Menschen geben die den Jok begriffen haben.

cu (heute nicht Archer, sondern weiblicher Raven)
G verzeihe mir!

hi fvdl

meiner meinung nach übertreibst du.
ich denke du bist ein richtiges sensibelchen.

bis denne
thomas

Hi,
der Ausdruck „Ausländerdeutsch“ ist sehr wohl diskriminierend.
Auch wenn du betonst, es sei nicht so gemeint, und jeder
wisse, was darunter zu verstehen ist.
Mit den die Ausländer betreffenden Themen sollten wir sehr
sensibel umgehen.

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