Mein Neffe und Erziehung

Ich habe unten die Artikel über Erziehung gelesen und mir ist prompt mein Neffe zu dem Thema eingefallen.

Er ist echt ein aufgewecktes Kerlchen. Er ist 2 1/2 Jahre alt und steht nicht eine Minute still. Immer nur am Rumrennen und Toben.
Er ist auch nicht auf dem Kopf gefallen.

Nun ist er in der berühmt berüchtigten Trotzphase und treibt seine Eltern in den Wahnsinn.
Wenn ihm etwas nicht paßt, fängt er sofort an zu heulen und zu schreien.

Das ist ja gar nicht was mich so stört, weil ich glaub, das macht jeder Familie durch.

Was mich stört, ist das er für zwei einhalb Jahre immer noch nicht trocken ist und das er überhaupt nicht hört.

Man kann ihn auf der Straße nicht alleine laufen lassen, da er überhaupt nicht reagiert, wenn man ihn ruft, daß er stehenbleiben soll.

Wie macht man ihm klar, daß er nicht hauen darf?

Also ich würde ihn in sein Zimmer sperren, weil ich glaube, das ist das einzige, womit man ihn strafen kann, der er ein sehr großen Bewegungsdrang hat.

Und mich interessiert wirklich mal, wie man es schafft, ein Kind trocken zu kriegen.

Ich hab die alte DDR Erziehung genossen, bei meiner Oma in der Kinderkrippe.
Die hat mir erzählt, daß die Kinder, sobald sie sitzen konnten, aufs Töpfchen gesetzt wurden, und die Kinder im Durchschnitt mit anderthalb trocken waren. So auch ich.

Tja, ist ja nur interessehalber, schließlich ist es nicht mein Kind, sonst hätte ich schon einiges anders gemacht.

Aber vielleicht habt ihr ja paar nützliche Tipps, die ich gerne an die genervten Eltern weiterleiten werde.

Grüße vom kinderlosen

Wölkchen

Hallo Wölkchen,

trocken werden die Kinder meines erachtens nach heute später - früher hieß es, spätestens im Kindergarten müssen sie selbständig aufs Klo gehen können - das war mit 3 Jahren. Da ist heute oft noch nicht dran zu denken.

Aber damals wurde auch nicht gepampert - da drin ist es einfach „trockener“ und das Unwohlgefühl für die Kinder nicht groß - warum also den bequemen Zustand ändern?

Das „hören“ ist was anderes - mein Neffe ist streng (wirklich) angehalten, überall, wo Autos fahren NUR an der Hand zu gehen/stehen usw. Und das klappt. Niemand will das Kind einschränken, aber es gibt einige unumstößliche Regeln - das ist eine davon.

Grüße

Wendy

Paar Antworten
Hallo Wölkchen

Wenn ihm etwas nicht paßt, fängt er sofort an zu heulen und zu
schreien.

Kenn ich von meinem (2 Jahre alt)

Man kann ihn auf der Straße nicht alleine laufen lassen, da er
überhaupt nicht reagiert, wenn man ihn ruft, daß er
stehenbleiben soll.

Wenn meiner an der Strasse so n Mist baut, dann sofort rin in Buggy.
An der Strasse ist an der Hand gehen Pflicht. Das klappt inzwischen auch ganz gut.

Wie macht man ihm klar, daß er nicht hauen darf?

Wenn meiner sowas macht z. B. beim Spielen oder so, dann ist SOFORT Schluss und er kommt in sein Zimmer.

Ich denke, dass Fehlverhalten von Kleinkindern sofort irgendwie geanhndet werden muss. Denn sonst können sie noch keinen Bezug herstellen.

Viele Grüsse

Ratz

Hallo,

Nun ist er in der berühmt berüchtigten Trotzphase und treibt
seine Eltern in den Wahnsinn.

Welches Kind macht das nicht zeitweise?

Wenn ihm etwas nicht paßt, fängt er sofort an zu heulen und zu
schreien.

Das zerrt zwar ungeheuer an den Nerven, aber das muß sowohl das Kind als auch die Eltern durch.

Was mich stört, ist das er für zwei einhalb Jahre immer noch
nicht trocken ist und das er überhaupt nicht hört.

Wieso stört dich das? Die meisten Kinder sind in dem Alter noch nicht komplett trocken.

Man kann ihn auf der Straße nicht alleine laufen lassen, da er
überhaupt nicht reagiert, wenn man ihn ruft, daß er
stehenbleiben soll.

Vollkommen normal in dem Alter, deshalb kann ich mich da nur meinen Vorpostern anschließen: Handpflicht. :smile:

Wie macht man ihm klar, daß er nicht hauen darf?

Indem man sofort das Spiel beendet und sich ausschließlich um das gehauene Kind kümmert. Dein Neffe wird sicherlich nicht wollen, daß jemand anders die ganze Aufmerksamkeit bekommt, oder?

Also ich würde ihn in sein Zimmer sperren, weil ich glaube,
das ist das einzige, womit man ihn strafen kann, der er ein
sehr großen Bewegungsdrang hat.

Ganz schlecht, das würde wahrscheinlich genau das Gegenteil zur Folge haben.

Und mich interessiert wirklich mal, wie man es schafft, ein
Kind trocken zu kriegen.

Es stört dich also, daß er noch nicht trocken ist, aber du hast überhaupt keine Ahnung, wie ein Kind trocken wird? Komisch…

Die hat mir erzählt, daß die Kinder, sobald sie sitzen
konnten, aufs Töpfchen gesetzt wurden, und die Kinder im
Durchschnitt mit anderthalb trocken waren. So auch ich.

Wahrscheinlich durften die Kinder dann auch so lange auf dem Töpchen sitzenbleiben, bis was kam.

Tja, ist ja nur interessehalber, schließlich ist es nicht mein
Kind, sonst hätte ich schon einiges anders gemacht.

Seltsam, daß man das immer wieder von kinderlosen Menschen hört. Meinst du im Ernst, du würdest alles besser und anders machen? Im Leben nicht, so haben wir nämlich alle mal geredet. Das ist aber ganz schnell vorbei, wenn man wirklich mal mit der Erziehung eines Kindes
konfrontiert wird, es ist leider nicht alles so einfach, wie es für eine Nichtmutter aussieht.

Gruß,
Doro

Hallo Halt Dich an Ratz Tips, die sind sehr gut. Wenn er aber in ein paar Monaten noch immer so ist, dann könnten es auch Anzeichen eines ADS sein. Melde Dich dann hier oder per Mail nochmals.

Gruss
Beat

Tja, ist ja nur interessehalber, schließlich ist es nicht mein
Kind, sonst hätte ich schon einiges anders gemacht.

Seltsam, daß man das immer wieder von kinderlosen Menschen
hört. Meinst du im Ernst, du würdest alles besser und anders
machen? Im Leben nicht, so haben wir nämlich alle mal geredet.
Das ist aber ganz schnell vorbei, wenn man wirklich mal mit
der Erziehung eines Kindes
konfrontiert wird, es ist leider nicht alles so einfach, wie
es für eine Nichtmutter aussieht.

Ich meine ja nicht, daß ich die Erziehung meines Schwagers anzweifle, trotzdem vermisse ich ein wenig die Strenge bei dem Lütten. Er wird doch nie bestraft.
Es wird immer nur gesagt, „ja das ist eben so“.
Der Kleine kennt keine Grenzen.

Weder Süßigkeitenentzug, Stubenarrest, Ignorieren oder sonstiges wird veranstaltet.
Das kann es doch ach nicht sein oder?

Ich denke, dass Fehlverhalten von Kleinkindern sofort
irgendwie geanhndet werden muss. Denn sonst können sie noch
keinen Bezug herstellen.

Das denke ich auch. Doch leider wird nix unternommen. Er kann machen was er will.
Er kennt keine Strafen.

Tja, da kann man nur hoffen, das er nicht zu verwöhnt wird.

Gruß Wölkchen

Hallo,

Ich meine ja nicht, daß ich die Erziehung meines Schwagers
anzweifle,

Du hast aber doch geschrieben, daß du sowieso einiges anders machen würdest, und das verstehe ich durchaus als Anzweifelung.

Weder Süßigkeitenentzug, Stubenarrest, Ignorieren oder
sonstiges wird veranstaltet.

Über die Art evtl. Strafen kann man durchaus geteilter Meinung sein, ich kenne aus meiner Kindheit weder Süßigkeitenentzug noch Stubenarrest.

Das kann es doch ach nicht sein oder?

Nein, kann es nicht, aber bei mir schrillen immer ganz viele Alarmglocken, wenn jemand, der selbst noch keine Kinder hat, behauptet, alles anders, sprich besser zu machen. Was meinst du, wie viele gute Vorsätze ich hatte, bevor ich mit drei sehr lebhaften, aber keinesfalls hyperaktiven (warum wird das eigentlich seit einiger Zeit bei jedem etwas lebhafteren Kind vermutet?)Kindern gesegnet wurde? Das Alter, in dem dein Neffe ist, habe ich auch immer als besonders antrengend empfunden, und sicherlich wird es sich sehr schnell rächen, wenn man, wie du es bei deinem Schwager beobachtest, keine Grenzen setzt. Dabei kannst du ihm aber keine wirkliche Hilfe sein, dafür fehlt dir meiner Meinung nach ganz einfach die Erfahrung.

Gruß,
Doro

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Grenzen und erzieherische Maßnahmen
Moin Wolf,

Ich meine ja nicht, daß ich die Erziehung meines Schwagers
anzweifle, trotzdem vermisse ich ein wenig die Strenge bei dem
Lütten. Er wird doch nie bestraft.
Es wird immer nur gesagt, „ja das ist eben so“.

Wofür willst du denn ein 2-jähriges Kind bestrafen? Dafür, dass es noch nicht trocken ist??

Der Kleine kennt keine Grenzen.

Weder Süßigkeitenentzug, Stubenarrest, Ignorieren oder
sonstiges wird veranstaltet.
Das kann es doch ach nicht sein oder?

Wofür soll das gut sein und in welchem Zusammenhang? Ich kann aus deinen Schilderungen nicht erkennen, wo sich der 2-jährige so verhalten hat, dass eine „Strafe“ gerechtfertigt erscheint.

Welche „Grenzen“ sollten denn in Bezug auf welches Verhalten gesetzt werden?

Wenn du vernünftigen Rat willst, dann solltest du wenigstens eine Situation mal schildern.

Im übrigen gilt: erst klare und für das Kind altersgemäß verständliche Grenzen setzen, dann erzieherische Maßnahmen zum einhalten dieser Grenzen anwenden.

Gruss
Marion

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Hallo,

trotzdem vermisse ich ein wenig die Strenge bei dem
Lütten.

Strenge ist ein sehr relativer Begriff. Was bei dir lasch ist, ist bei anderen genau richtig und bei den dritten wiederum zu hart.

Wichtig bei der Kindererziehung finde ich, daß man sich klarwird, welches Ziel man verfolgt. Bei meinen Kindern möchte ich zwei Dinge erreichen: erstens, daß sie Verhaltensweisen lernen, die sie zu einem angehemen Sozialleben in ihrem Umfeld befähigen. Zweitens, daß sie ein für mich angenehmes Verhalten lernen, so daß ich mich mit ihnen wohlfühle.

Er wird doch nie bestraft.

Strafen sind doof. Sie sind zwar menschlich, aber unnötig. Was wichtig ist, ist Konsequenz. Das Kind soll lernen, daß sein Verhalten ihm erstens keine Vorteile bringt und sich zweitens sogar nachteilig auswirkt. Mehr nicht.

Klingt altklug und theoretisch? Ich geb dir ein Beispiel dazu: wenn das Kind im Supermarkt an der Kasse zu schreien anfängt, weil es Süßigkeiten will, bringt ein Stubenarrenst überhaupt nichts, weil es für das Kind erkennbar nichts mit seinem Verhalten zu tun hat, sondern nur eine Strafe ist.
Was hilft, ist dem Kind klarzumachen, daß es gerade dann nichts bekommt: „So nicht!“ Klar ist das unbequem, aber wenn man das ein paarmal durchgezogen hat, weiß das Kind aus Erfahrung, daß das nichts bringt. Und, fast wichtiger: es weiß sich ernst genommen.

Der Kleine kennt keine Grenzen.
Weder Süßigkeitenentzug, Stubenarrest, Ignorieren oder
sonstiges wird veranstaltet.

Grenzen sind wichtig, ganz klar. Strafen helfen aber hier nicht. Man kann keine Grenzen durch Strafen definieren, d.h. durch eine strafende Reaktion erst dann, wenn eine Grenze überschritten wird; man muß die Grenzen kontinuierlich setzen und auf deren Einhaltung pochen. Dabei muß man gar nicht rabiat sein; eine ruhige, aber bestimmte Stimmlage fruchtet mehr als Ausflippen.

Auch das ist anfangs unbequem, da man immmer beschäftigt ist. Die Kinder nehmen es aber dankbar an und erkennen die so gezeigte Autorität an. Sie brauchen auch Grenzen!

Zum Thema Trockensein noch eine Anmerkung: jedes Kind lernt das, früher oder später. Ich finde nicht, daß zwei Jahre zu spät sind. Meine Kinder haben das zwischen anderthalb und dreineinhalb gelernt, jedes Kind hatte ihren individuellen Zeitpunkt, wo es dafür reif war. Ich habe von den Töpfchensitzungen aus der DDR gehört, sicher eine Methode, aber muß das sein?

Schönen Gruß

Sancho

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Sitzungen (fast off topic)
Hallo Sancho,

Zum Thema Trockensein noch eine Anmerkung: jedes Kind lernt
das, früher oder später. Ich finde nicht, daß zwei Jahre zu
spät sind. Meine Kinder haben das zwischen anderthalb und
dreineinhalb gelernt, jedes Kind hatte ihren individuellen
Zeitpunkt, wo es dafür reif war. Ich habe von den
Töpfchensitzungen aus der DDR gehört, sicher eine Methode,
aber muß das sein?

War bestimmt nicht nur in der DDR so. Ich habe eine Tante, die hat ihre Kinder in dem Alter mit einem Bein am Tisch festgebunden, damit sie auf dem Topf geblieben sind!!
Ansonsten: vollste Zustimmung. Meine Jungs haben es ohne „Training“ (ich winde mich immer, wenn ich im Englischen den Ausdruck „potty training“ hoere) mit 2 1/2 und mit 3 1/2 gelernt. Von allein. Natuerlich. Mein „Kleiner“ war nachts sogar erst viel spaeter trocken. Ja, und? Wem tut das weh? Weil ich das akzeptiert und mich drauf eingerichtet habe, hatte ich viel seltener „Unfaelle“ und durchweichte Matrazen wie andere Leute, deren Kinder angeblich „trocken“ waren. Totaler Bloedsinn den Sinn einer Erziehung daran festzumachen.

Gruesse, Elke

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Hi! sichtbar traurig) aufgestanden und habe mich zurückgezogen. Immer hat mein Sohn sich entschuldigt und mittlerweile ist das auch kein Thema mehr! Das ist aber nur meine ganz persönliche Erfahrung und Methode! Meine Frau hat anders reagiert.

Also ich würde ihn in sein Zimmer sperren, weil ich glaube,
das ist das einzige, womit man ihn strafen kann, der er ein
sehr großen Bewegungsdrang hat.

Wo bitte besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Einsperren und dem Hauen? Beim Strafen sollte immer ein direkter Zusammenhang (auch zeitlich) zum gebauten Mist bestehen! (Einige Leute nennen so etwas: Nicht Strafen, sondern Konsequenzen - einem Kind ist der Name aber wohl egal -> wink @ Sancho)

Und mich interessiert wirklich mal, wie man es schafft, ein
Kind trocken zu kriegen.

Das ist ähnlich wie: Wie lernt ein Kind sprechen, laufen, krabbeln (nicht in dieser Reihenfolge)… Es passiert irgendwann! Klar kann man es unterstützen, indem man es ab und zu mal aufs Töpfchen oder auf die Toilette (meiner wollte nie auf ein Töpchen) setzt! Dann sollte man aber auch anwesend bleiben und spielerisch damit umgehen. Alles ohne jeglichen Druck -> nur, um dem Kid mal zu zeigen, wie die Großen das machen (auch mal vormachen)…
In der Regel fällt dieses Thema dummerweise zeitlich in die gleiche Zeit wie die Trotzphase! Wenn Du Druck ausübst, macht Dein Kind meistens das Gegenteil! Es sei denn, Du brichst wirklich den Willen - und ob es das Wert ist…

Ich hab die alte DDR Erziehung genossen, bei meiner Oma in der
Kinderkrippe.

Ob man da von Genuss reden kann, zweifel ich mal ganz einfach an!

Die hat mir erzählt, daß die Kinder, sobald sie sitzen
konnten, aufs Töpfchen gesetzt wurden, und die Kinder im
Durchschnitt mit anderthalb trocken waren. So auch ich.

Und alles für die sozialistische Republik!
Ernsthaft: Ich kann echt nur bedauern, wie die damals nachweislich hervorragend ausgebildeten Erzieherinnen nichts von ihrer Pädagogik umsetzen konnten! Aber das weicht wohl etwas zu sehr ab…

Tja, ist ja nur interessehalber, schließlich ist es nicht mein
Kind, sonst hätte ich schon einiges anders gemacht.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß! Dass Du Einiges anders machen wirst, glaube ich Dir! Hätte da jetzt „alles“ gestanden, hätte ich wohl nur geschmunzelt

Liebe Grüße
Guido