Hallo Ihr!
Ich habe seit Monaten Sorgen um meinen Papa, der 70 Jahre alt wird.
Er ist teilnahmslos, kümmert sich kaum mehr um seine Post, Rechnungen, Kühlschrank, Wohnung, Wäsche usw…(mach ich nun alles)
Ich komme kaum mehr an Ihn ran, auch wenn ich versuche Kontakt zwischen Ihm und seinen Bekannten herzustellen, Ihm zu sagen ruf doch mal an, fahr hin usw. Es kommt außer „ich mach schon“ oder einem simplen JA nichts. Es passiert einfach NICHTS! Das selbe auf die Wohnung angesprochen, was er den Ganzen Tag tut - NICHTS! Und das ist wirklich so. ER macht nichts!
Mein Papa hat nur mich und ich mache mir schreckliche Sorgen, wie das weiter gehen kann.
Das Problem ist einfach, ER geht nicht zum Arzt, nicht raus, keine Hobbys. Er ist einfach nur einsam und nimmt NICHTS an. Ich wohne 70 km weg von Ihm, habe einen Mann und bin sehr eingespannt im Job. Ich melde mich regelmäßig bei Ihm und versuche Ihn rauszureißen, aber das reicht nicht. Sind das Depressionen??
Was tun HILFE 
Vielen Dank für Eure Infos.
Grüße aus München
Carin
Hallo Carin,
ein Satz in Deiner Anfrage; …‚er ist einfach nur einsam‘,sagt es eigentlich genau. Er ist einsam, es gibt keinen Grund warum er etwas machen sollte. Du schreibst auch er habe kein Hobby, aber Du hast Bekannte erwähnt. Ist er schon lange alleine? Ist dieses Verhalten akut aufgetreten, oder hat sich der Zustand über einige Zeit langsam verstärkt? So wie Du den Zustand Deines Vaters beschreibst wird es nicht einfach sein ihm zu helfen, wenn er sich nicht helfen lassen will. Hat er einen Hausarzt der ihn schon länger kennt, und zu dem Du ihn vielleicht mit sanfter Gewalt bringen kannst, denn ich denke es müsste untersucht werden ob es wirklich eine Depression ist, oder es sich um ein organisches Leiden, oder vielleicht auch um Altersdemenz handelt, was oft nicht erkannt wird. Hast Du mal versucht herauszu bekommen ob er sich nicht kümmern will, oder es nicht tut, weil er es vergisst? Ich denke Du solltest mit ihm zum Arzt gehen, wenn nicht zum HA, vielleicht gibt es einen Facharzt für Geriatrie zu dem ihr gehen könntet. Auf jeden Fall muss Dein Vater aber einem Arzt vorgestellt werden. Daneben solltest Du aber noch mal überlegen ob es nicht irgendeine Möglichkeit gibt ihn in einer Seniorentagesstätte anzumelden, oder vielleicht können die Bekannten die er hat, die sicher auch schon älter sind, ihn öfter zu Hause besuchen und mit ihm spazieren gehen. Ich weiß es ist sehr schwer einen alten Menschen zu mobilisieren wenn er sich, aus welchem Grund auch immer dagegen sperrt, ich habe viel mit alten Menschen gearbeitet, aber sprich noch mal mit ihm, frag ihn nach seinen Wünschen, habe viel Geduld und sei liebevoll hartnäckig. Doch wie gesagt, den Arztermin auf jeden Fall machen, Hausarzt, Facharzt für Geriatrie, Psychiater oder Neurologe,jeder wäre der geeignete Ansprechpartner.
Hier ist noch ein Link:
www.pointoo.de/o/DE/Bayern/M%C3%BCnchen/Geriatrie.html
Noch ein Link, es ist hier zwar von Pflege die Rede, aber es geht auch um Beratung von Angehörigen älterer, hilfloser Menschen:
www.awo-muenchen.de/Beratung_Hilfe/stelleberatung.htm
Vielleicht konnte ich ein wenig helfen, ich hoffe es jedenfalls, lb Grüße,
gübschen
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Hallo Gübschen,
vielen Dank für Deine Antwort, auch wenn es wirklich schwer ist einen Menschen der vor sich hin lebt zu helfen so hat MIR doch Deine Antwort und Dein Verständniss sehr geholfen. Ich habe mittlerweile auch mit seinem Hausarzt gesprochen und er wird Ihn zu Hause besuchen. Außerdem bin ich am überlegen, ob wir nicht jeden Tag für eine Stunde (auch zum Medizin einnehmen, macht er auch nicht mehr) einen Pflegedienst organisieren. Würde mich sehr beruhigen, da ich ja nicht wirklich in der Nähe bin.
Mit seinen Bekannten komme ich hoffentlich in Kontak, wenn wir im Februar den 70igsten Geburtstag von meinem Dad feiern. Ich hoffe, durch die Einladung kommt der Kontakt, vielleicht auch mit meinem Schubs wieder ins Rollen.
Vielen Dank nochmal & liebe Grüße aus München
Carin