Mein Sohn verweigert mir die Hilfe - festgefahren

Ich brauche mal schnell etwas Rat und Meinungen von Außenstehenden, denn ich stecke zu dicht drin um die Situation noch gut beurteilen zu können.
Nicht dass ich Weihnachts-Harmonie-süchtig wäre. Ein paar Konflikte sollten auch jetzt Platz haben, aber dies hier artet zu einem unangenehmen Machtspielchen aus.
Vorab sollte ich erzählen, dass mein Sohn (16) von seinen Lehrern als überaus sozial kompetent eingeschätzt wird, freundlich, aufgeschlossen, hilfsbereit…na ja Ihr wisst schon, alles das, was man als Mutter wirklich gerne hört.
Seit er auf die Oberstufe geht, hat er viel mehr für die Schule zu tun, als vorher und ich wundere mich immer, wie er das hinkriegt, wie locker er sich seine Zeit einteilt und dann auch gerne mal bis abends um 11 lernt. OK es gibt Ausnahmen und das Loblied hat auch hier ein Ende.

Ich habs nur vorab erzählt, damit klar ist, das hier ist eine Mutter-Kind-Kiste.
Ich hab mich vor einer Weile selbstständig gemacht, Kleinunternehmerin, eine andere Chance gibt es für mich nicht meine Arbeitskraft sinnvoll einzusetzen, weil ich als Rheumatikerin keinen Job über die Probezeit hinaus behalten kann. So kann ich meine schwachen mit den starken Zeiten gut ausgleichen.
Nur nicht im Weihnachtsgeschäft. Das boomte, super!
Nur fällt dahinein eine ziemlich schwache Zeit, Rheuma eben.
Also habe ich meinen Sohn um Hilfe gebeten. Klar und deutlich gesagt, dass ich das alleine nicht schaffe und dass ich einige Tage lang Hilfe brauche.
Ja,klar… war die Antwort, … nur nicht gerade heute, weil Referat… weil Vorbereitung auf Klausur … weil Termin schon lange abgesprochen… weil immer irgendetwas war, was vordergründig wichtig (er) erschien.
Dann hab ich ihm gesagt, dass ich auch kleine Hilfe gebrauchen kann, einen Gang hier, etwas eintüten dort, den Abwasch, Wäsche aufhängen. Egal, jede Hilfe ist wilkommen und soo nötig.
Ja, klar, … gleich heute nachmittag nach dem Termin …
Aber es wurde nie etwas daraus. Dafür „erwischte“ ich ihn ein paar mal in seiner ach so wichtigen Zeit vorm Computer, bei Ebay und beim Musik-bearbeiten. Nichts gegen Pausen, aber ich war schon enttäuscht.
Ich hab ihm klargemacht, dass es mir körperlich nicht gut geht und dass ich Hilfe brauche (wie alle Eltern sollte ich die wichtigen Dinge auf Platte sprechen, ich weiß) Aber es kam nichts von ihm.
Er hat mich hängen lassen.
Ja, klar, ich habs geschafft. Ich habe 20 Stunden täglich gearbeitet, hab Medikamente hochdosiert und bin irgendwie stehen geblieben. Nach 4 Tagen war es geschafft, der Spitzenboom war abgearbeitet. Und ich war / bin völlig am Ende.
Ich hab meinem Kind die Freundschaft gekündigt. Hab ihm gesagt wie enttäuscht ich bin. Er sieht es einfach nicht. Ja, aber… Nein, er nimmt es so gar nicht zur Kenntnis. Schaltet auf stur. Schüttelt den Kopf, als würde ich in mit ungebührlichen Äußerungen belästigen.
Nun tue ich gar nichts mehr für ihn, nicht waschen, kochen, noch sonst was.
Soll er seinen Kram doch alleine machen, wenn er meint, dass man sich in der Familie nicht gegenseitig helfen muss.
Nun artet das ganze zu einem Machtspielchen aus. Und Weihnachten steht vor der Türe.
Und ich bin gefangen zwischen Baum und Borke.
Was meint Ihr, was wäre eurer Meinung nach das Klügste.
Vielen lieben Dank für eure Antworten.

Hallo Susanne,

ich gebe Dir mal eine Antwort aus einer traditionell geprägten Familie heraus:
bei mir gab es das niemals, dass ich als Kind wegen Schularbeiten, Freunden, Schmerzen oder „einfach so“ nicht hätte mithelfen müssen.
Es galt immer: erst machst du deine Schulaufgaben,dann das, was du im Haushalt zu tun hast. Erst DANACH kannst du tun, was du willst (im Zeitrahmen vor weiteren gemeinsamen Aktivitäten der Familie).
Und frag mich nicht, wie lästig mir das als Kind alles war.

Was ich Dir sagen will:
hatte Dein Sohn bis zu dem Zeitpunkt, da Du ihn gebraucht hättest, feste Aufgaben, die er täglich für Dich erledigen musste?
Hast Du das aus durchgesetzt?

Wenn nein, brauchst Du Dich jetzt leider nicht zu wundern.
Man sieht es als Kind nicht und erst recht nicht als Erwachsener, wenn man es nicht gezwungenermaßen gelernt hat, dass man für Andere etwas tun muss.

Dennoch: es ist nie zu spät.
Kennt Dein Sohn jetzt keine Pflichten, lernt er sie eben jetzt kennen. Dass auf die harte Tour ist zwar bedauerlich für alle Beteiligten. Spart aber Dir und ihm späteren vielleicht noch größeren Ärger.

Kopf hoch, und Hut ab, wenn Du jetzt wirklich konsequent Arbeit für ihn verweigerst.
Und Gute Besserung.

viele Grüße
Geli
Aber er wird

Hallo, das sich das gar nicht gut anhört brauche ich nicht zu sagen.
Ihr seid beide sicher in einer schwierigen Situation, niemandem wird das gefallen er fühlt sich jetzt genau wie du … schlecht
Sicher hast du ihn im Moment grade „zu viel“ zugemutet wie du Dir es auch hast, und vielleicht noch nie groß von ihm Hilfe im Haus gefordert.
Er hat evtl. doch Probleme in der Schule /Freundin von denen die Lehrer /Du nichts wissen.
Setz Dich in einer ruhigen Minute mit Ihm hin wenn er das auch möchte und rede mit ihm und vorallem lass ihn reden. Ihr seid beide erwachsen und wie schon gesagt gefällt ihm die Situation sicher auch nicht.
Ich wünsche Euch beiden ein schönes Weihnachtsfest und das sich Eure Probleme schnell lösen lassen.
Gruß Christine

… mit 16 ist ein Jugendlicher eigentlich in der Lage die Situation zu verstehen und auch in der Lage seine Bedürfnisse hinten anzu stellen, zumal - vermute ich mal - er ja auch von dem Geld welches Du verdienst lebst.

… Wenn er so gar nicht kooperiert hätte ich auch kein Problem damit mal eine Weile seine Sachen nicht zu waschen, mal nicht einkaufen zu gehen etc… dann darfst Du aber auch nicht weich werden, wenn er Weihnachten mit dreckigem Pulli da sitzt. Da musst Du durch!!!

Sollte alles nicht ziehen… Taschengeld kürzen, sollte er überdurchschnittlich viel bekommen. Schließlich müssen alle ihren Teil dazu geben, damit die Haushaltskasse stimmt…

Ich stimme da meiner Vorrednerin zu, dass er dann eben jetzt lernen wird, was es heißt sich in eine Sozialgemeinschaft einzubringen und auch für seine Familie zuständig zu sein. Zukünftige SChwiegertöchter werden es Dir danken!!! Glaubs mir - anders würde er nämlich auch seine Freundinen nicht behandeln, wenn er mal mit denen zusammen ziehen sollte.

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Hallo Susanne,

auch ich kenne diese (Macht)spielchen zu genüge.Bei 5 Rackern kein Wunder.;0)Mama schafft das ja,nein ebend nicht,will ich auch gar nicht.;0)Und verlange nach 8 Stunden Arbeit Mithilfe,auch wenn ich im ganzen Haus Zettel aufhänge,wer was zu tun hat.;0)Und damit manchmal mehr Zeit verbringe,als wenn ich die Arbeit selbst machen würde,aber nur so klappt die Zusammenarbeit.;0)Die Großen brauchen übrigens keine Zettel mehr,smail.

Soll er seinen Kram doch alleine machen, wenn er meint, dass
man sich in der Familie nicht gegenseitig helfen muss.

Genau und nur so lernen es die Kids.

Nun artet das ganze zu einem Machtspielchen aus. Und
Weihnachten steht vor der Türe.

Weihnachten hin oder her,irgendwann muß er es lernen.

Und ich bin gefangen zwischen Baum und Borke.
Was meint Ihr, was wäre eurer Meinung nach das Klügste.

Durchhalten!

LG Biene

wünsche Dir viel Kraft,dann trägt der Baum auch Früchte.;0)

Frohes Fest

Hallo,
wie die meisten meiner Vorschreiberinnen würde auch ich sagen: durchhalten.
Ich habe so was Ähnliches auch schon mal durch. Da musste mein Großer dann auch selbst seine Wäsche waschen! Und plötzlich hat es auch geklappt:wink:

Beatrix

Hallo Susanne,

es wurde schon alles gesagt. Ein Sprichwort noch!

„Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, aber einen sicheren Weg zum Misserfolg: Es alles Recht machen zu wollen.“

Allen eine besinnliche Weichnachtszeit

Gruß Henry

Hallo Susanne,

lass uns doch ma wissen, ob und wie du die Situation vor Weihnachten noch gebacken gekriegt hast!

Liebe Grüße

Felicia