Mein Vater beschuldigt mich Schuld zu sein am Tod

Hallo!
Ich brauch dringend Hilfe!
Vor gut 10 Jahren hat sich mein Vater von meiner Mutter getrennt.
ohne zu Reden ist er einfach morgens in aller Frühe verschwunden.Es folgte eine sehr schmutzige Scheidung,die mein Vater so heraufbeschwor.Meine Mutter war zu dem Zeitpunkt völlig am Ende und wurde von mir und meinen zwei Brüdern sehr unterstützt.
Meine Brüder und ich sind alle drei verheiratet und leben alle in glücklichen Beziehungen.In diesen 10 Jahren hat unser Vater ständig versucht Kontakt aufzubauen,aber sind der Meinung ,er hätte vorher vernünftig mit unserer Mutter reden müssen,ich meine auch vor der Scheidung.Und dann muß man auch seinen Kindern gegenüber ehrlich und vernünftig bleiben.Aber er schrieb bitterböse Briefe mit Drohungen,z.B.
wollte er unsere Kinder entführen und so weiter.
Jetzt dazu weshalb ich eigentlich schreibe,Ich bin verheiratet und habe jetzt noch 3 Kinder.Unser ältester Sohn hat sich 2001 das Leben genommen,im Alter von 12 Jahren.Er war sehr sensibel,und hat durchaus bemerkt,daß diese ganze Situation nicht spurlos an mir vorrüber gegangen ist,er hat sich fürchterlich für seinen Opa geschämt.Ich habe mich immer gesträubt meinen Vater mit dem Suizid meines Sohnes in Verbindung zu bringen,daß ist eine Sache,über die es mir nicht zusteht zu urteilen.Mein Sohn hat noch 10 Tage in der Klinik gelegen nach dem Suizidversuch,da ich ihn wiederbelebt hatte.Aber das Gehirn war schon zu lange ohne Sauerstoff gewesen,sodaß er dann starb.Während dem Klinikaufenthalt hatten wir ein Besuchsrecht für meinen Vater eingeräumt bei den Ärzten,da auch ein Opa das Recht haben sollte sich von seinenEnkel zu verabschieden,aber hat sich dann mit Gewalt zugang auf die Intensivstation verschaft,daß heißt,dort ist er eingebrochen.
Alles das habe ich,als Tochter ihm verziehen.Jedes Jahr macht er nun 'Urlaub in dieser Region und stellt Blumen an sein Grab,auch da ist sein gutes Recht.Ansonsten bestand bis letzen Jahres im November kein Kontakt mehr.Nun ist er krank,Krebs,schon sehr weit fortgeschritten es besteht nicht mehr viel Hoffnung.Also sind meine beiden Brüder und ich im November in dieses Krankenhaus gefahren um ihn zu besuchen.Dort sagte er dann zu uns,er würde so gerne wieder Kontakt mit uns haben,er würde uns alles verzeihen,was wir ihm angetan haben.Nun,ich mag wohl blöd sein,aber ich weiß nicht was wir ihm angetan haben.Aber ich habe mich nicht gegen seine Äußerungen gewehrt,und habe gedacht,er ist so schwer krank,ich möchte keine Unruhe mehr in diese ganze Sache bringen,es ist besser ich schweige.
Meine Brüder und ich sind dann nach Hause gefahren,eigentlich mit der Erkenntnis,daß ,der Vater den wir kannten ,nicht mehr vorhanden ist.
Jetzt kommt aber der Hammer:smiley:a wir uns jetzt zurückgezogen haben und den Kontakt meiden,erzählt er nun, daß ich meinen Sohn in den Tod getrieben habe.Das macht mich völlig fertig.Meine Familie und ich ,wir haben unseren Sohn so geliebt,daß er jetzt nicht mehr da ist ,tut furchtbar weh,das ist nicht zu beschreiben.Wie soll ich damit nun umgehen?Was kann ich dagegen tun?Wie kann ich mich wehren?In seinem Abschiedsbrief hat unser Sohn sich bei uns für alles bedankt und hatte für jeden noch einen Trostsatz dazugeschrieben,sein Opa(mein Vater) wurde überhaupt nicht erwähnt.
Ich wäre froh über Antworten und Hilfe,sei es auch von Rechtsanwälten,die mir vielleicht sagen können ,ob es rechtlich Möglichkeiten gibt uns gegen so etwas zu schützen.

Hallo

Ich wäre froh über Antworten und Hilfe,sei es auch von
Rechtsanwälten,die mir vielleicht sagen können ,ob es
rechtlich Möglichkeiten gibt uns gegen so etwas zu schützen.

Rechtsberatung darf hier nicht gegeben werden. Ich als Laie würde das zwar für üble Nachrede halten, aber wie man praktisch dagegen vorgehen könnte, hätte ich keinerlei Idee.

Ich vermute, dass das seine Methode ist, euch zur Kontaktaufnahme zu zwingen.

Aber ich habe mich nicht gegen seine
Äußerungen gewehrt,und habe gedacht,er ist so schwer krank,ich
möchte keine Unruhe mehr in diese ganze Sache bringen,es ist
besser ich schweige.

Das würde ich für einen Fehler halten. Ihr solltet, wenn er schon todkrank ist, die letzte Gelegenheit ergreifen, euch mit ihm auszusprechen.

Das ist jedenfalls meine Meinung.

Viele Grüße
Simsy

Stell das in der Familie klar
Hallo,

Ich wäre froh über Antworten und Hilfe,sei es auch von
Rechtsanwälten,die mir vielleicht sagen können ,ob es
rechtlich Möglichkeiten gibt uns gegen so etwas zu schützen.

Rechtsberatung darf hier nicht gegeben werden. Ich als Laie
würde das zwar für üble Nachrede halten, aber wie man
praktisch dagegen vorgehen könnte, hätte ich keinerlei Idee.

Direkte Rechtsberatung nicht, aber wie eine Frau die sich vor ihrem Mann schützen will kannst du versuchen ein Verbot der Kontakaufnahme durchzusetzen. So wie du das beschreibst bringt dich dein Vater „langsam“ in den psychischen Ruin; das sollte ein hinreichender Grund sein -besonders da du noch Kinder hast. Wie weit genau musst du einen Anwalt im direkten Gespräch fragen.

Aber ich habe mich nicht gegen seine
Äußerungen gewehrt,und habe gedacht,er ist so schwer krank,ich
möchte keine Unruhe mehr in diese ganze Sache bringen,es ist
besser ich schweige.

Das würde ich für einen Fehler halten. Ihr solltet, wenn er
schon todkrank ist, die letzte Gelegenheit ergreifen, euch mit
ihm auszusprechen.

Ich würde sogar noch weiter gehen. Sprich dich nicht nur mit ihm aus, sondern stell’ das auch in der ganzen Familie klar. Mit allen Verwandten.

Versuche das mal im Verhältnis zu sehen:
Dein Vater ist halbtot, wird deshalb bemitleidet und „verleumdet“ dich und deine Familie.

Auf der anderen Seite bist du. Hast alles für deine Kinder getan und musst dir jetzt anhören, wohl bald auch von Verwandten, das du schuld bist am Tod deines Sohnes.

In so einer Situation sollte es reichen, wenn du deine Familie hinter dir hast. Ignorier deinen Vater einfach, wie schon vom Simsy gesagt, ist das sieen Art Kontakt aufzunehmen und einen Erfolg hat er schon -du hast ihm bei den Anschuldigungen nciht widersprochen.

Versuch Kinder und Verwandten zu erklären wie es wirklich war, reich dabei auch den Abschieds-Brief rum und lass dabei auch nichts aus.
Wahrscheinlich werden dir einige veilleicht nicht sofort glauben,
aber sie werden dann selbst deinen Vater zur Rede stellen udn dann wird er die Wahrheit sagen, besodners wenn er im Sterben liegen sollte.

Mach dir wegen deinem Vater kein schelchtes Gewissen -egal wie krank er ist! Und mach nicht den Fehler im zu Verzeihen nur um des „Familienfriedens willen“, wenn du es nicht so meinst.

Klingt vielleicht alles ein bisschen hart
-immerhin ist er noch dein Vater, aber
für die Zukunft sehe ich so mehr Erfolgschancen für ein gesudnes Leben.

Hoffe das hilft dir auch.

Gruß

Merrick

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Hallo,

entschuldige, wenn ich so direkt bin, aber dieser Mensch sieht selbst am Sterbebett nicht seine Fehler ein. Gib’s auf und lasse Ihn sterben und das alleine denn so will er es.

Gruß
M.

Hallo Jutta! Es gibt wohl niemanden, dem Dein/Euer Schicksal nicht leid tut!! Es gibt Menschen, die zerbrechen andere Menschen, entweder aus Versehen oder mit Absicht. Hier ist es wohl Absicht: Erst die Mutter durch sein heimliches Fortgehen und die Scheideung, dann die Kinder zurücklassen, dann Dich brechen wollen mit der Behauptung, Du hättest Dein Kind in den Tod getrieben…Kümmere Dich nicht um ihn, laß ihn sterben. Schlimm genug wird es nach seinem Tod sein: Die meisten Leute werden sagen, Tote sind gute Menschen gewesen, ohne daran zu denken, daß die noch lebenden Angehöige sich quälen und ev. psychol. Hilfen brauchen. Dreh Dich nicht um, geh Deinen Weg, Du kannst es schaffen!! Alles Gute Erika Meier

Liebe Jutta,

mein Lebensmotto ist, jeden Tag so zu leben, dass ich nichts bereue, stürbe ich morgen. Das heißt für mich, dass ich Streitigkeiten u.ä. gerne bereinige, weil ich dergleichen ungerne mit in den Tod nehmen möchte.
Auch bemühe ich mich meist, Verständnis für das Verhalten anderer aufzubringen. Das hat natürlich seine Grenzen, aber insbesondere wenn das Verhältnis nahe ist wie z.B. in Beziehungen/ Familie, tut Klärung doch gut, vor allem, wenn der Tod naht.

Wenn ich dein posting so lese (dem einige Absätze gut getan hätten :smile:) habe ich den Eindruck, dein Vater und ihr Kinder hattet nie ein klärendes Gespräch. Ihr wisst nicht, wie es zu der „schmutzigen Scheidung“ kam und ihr habt auch keine Vorstellung, wie es im Herzen und im Kopf eures Vaters aussieht?!? (Ebensowenig wie er eine Ahnung über eure Gefühle hat)

Daraus, dass er sich stets um den Kontakt zu euch Kindern bemüht, schließe ich, dass er euch Kinder liebt und demzufolge auch darunter leidet, dass der Kontakt so gestört ist.
(Ich kenne einige Väter, die ihre Kinder nicht oder nur sehr selten sehen können und die sehr darunter leiden!)
Und auch seinen Enkel liebt er, lese ich zwischen den Zeilen.

Was mir fehlt ist die Information, ob du das, was du schreibst, hautnah miterlebt hast oder ob das die Informationen sind, die deine Mutter euch erzählt hat.
Was ich auch rauslese, ist, dass euer Vater nie eine Chance hatte. Weder die Chance für den Kontakt noch die Chance, sich zu erklären:

In diesen 10 Jahren hat unser Vater
ständig versucht Kontakt aufzubauen,aber wir sind der Meinung ,er
hätte vorher vernünftig mit unserer Mutter reden müssen,ich
meine auch vor der Scheidung.

Er hat (wahrscheinlich) kein klärendes Gespräch mit eurer Mutter geführt und das führte dazu, dass ihr 10 Jahre lang den Kontakt zu ihm (den er sich so gewünscht hat) unterbunden hattet. Und dann fragst du dich/ fragt ihr euch,

was wir ihm angetan haben.

Dazu fallen mir zwei Dinge ein:
Zum einen vermischen sich zwei Ebenen. Nämlich die Partner-Ebene (=der Konflikt zwischen eurer Mutter und eurem Vater) und die Eltern-Kind-Ebene. Ihr als Kinder habt nämlich -zumindest theoretisch- gar nichts in der Beziehungsebene eurer Eltern verloren.
Dass ihr dennoch darin involviert seid, soll nicht als Vorwurf erscheinen, keineswegs; das ist häufig der Fall. Ich will es nur deutlich machen.

Das andere ist, hat eure Mutter denn so vernünftig auf den Vater reagiert, dass ihm eine klare Aussprache möglich gemacht wurde? Hat sie ihn zu Wort kommen lassen, hat sie sich bemüht, ihn zu verstehen? Hat sie ihre eigenen Anteile, die zur Trennung führten, gesehen, anerkannt, geäußert? Konnte sie seine Meinung stehen lassen oder hat sie ihn verurteilt? Oder hat sie gar aufgrund ihrer emotionalen Verletztheit den Vater vor euch Kindern schlecht gemacht?

Und dann muß man auch seinen
Kindern gegenüber ehrlich und vernünftig bleiben.

Ja, das ist die Form der Kommunikation, die sich die meisten wünschen aber die wenigsten einhalten :smile:
Klar, ich stimme mit dir überein, will aber die Überlegung in den Raum stellen: wie ehrlich und vernünftig bleibt (ist) man in Momenten der Verletztheit, der Sehnsucht, der Angst, der Ausgrenzung, … ?
Und: ward ihr immer ehrlich und vernünftig, so dass es ihm theoretisch ein leichtes hätte sein müssen?

Aber er schrieb bitterböse Briefe mit Drohungen,z.B.
wollte er unsere Kinder entführen und so weiter.

Das ist natürlich völlig daneben. Ich möchte es nicht schön reden, wenn ich schreibe, dass ich glaube, es ist nichts weiteres als ein Hilferuf nach Kontakt zu euch und seinen Enkeln.

Nun jedoch endlich zur Sache:

Da wir den Kontakt meiden,erzählt er nun, daß ich meinen
Sohn in den Tod getrieben habe. Das macht mich völlig
fertig.Meine Familie und ich ,wir haben unseren Sohn so
geliebt,daß er jetzt nicht mehr da ist ,tut furchtbar weh. Wie soll ich damit nun umgehen? Was kann ich dagegen tun? Wie kann ich mich wehren?

Rede mit ihm! Gewähre ihm das Gespräch! Sei offen zu ihm! Erzähle ihm von deinen Verletzungen, von deinen Gefühlen, von deinen Nöten, Ängsten, deiner Wut, sei ehrlich zu ihm! Aber bleibe bei dir! Mache ihm keine Vorwürfe sondern erzähle von dir „mir geht es soundso…“. Und höre ihm zu. Frage ihn, was es ist, was er meint, wenn er sagt, er verzeihe dir/ euch. Frage ihn, wie das kommen konnte, dass die Scheidung so sch… lief. Frage ihn alles, was du wissen möchtest, was du nicht mehr in Erfahrung bringen kannst, wenn ihn einmal das Zeitliche gesegnet hat.
Sei fair, gib ihm die Möglichkeit, gut von dieser Erde zu scheiden. Wenn es ihm schon nicht möglich sein sollte, das Verhältnis mit seiner Ex-Frau klären zu können, so gib ihm die Chance, wenigstens mit seinen Kindern im Guten Abschied nehmen zu können!
Auch für dich, für euch wird das heilsam sein!
Ich möchte es noch einmal wiederholen: wenn euer Vater nicht mehr da ist, werdet ihr keine Möglichkeit mehr zur Klärung haben!

Ich verstehe deine Verletztheit darüber, dass er dir den Vorwurf macht, Schuld am Tod deines Sohnes zu sein. Ich glaube, es gibt kaum Schlimmeres als sein eigenes Kind zu verlieren. Wahrscheinlich plagen einen zusätzlich noch Selbstvorwürfe. Wenn dann noch jemand von außen kommt und macht einem Vorwürfe, das ist wohl das letzte, was man ertragen kann und möchte und deine Reaktion finde ich völlig verständlich.

Da es sich nach wie vor um deinen/euren Vater/ den Opa handelt, würde ich hier dennoch mit Nachsicht handeln.
Kann mir gut vorstellen, dass dein Vater sehr verletzt ist (10 Jahre lang wird er trotz größter Bemühungen um Kontakt zurückgewiesen) und dass er nun auch verletzen möchte. Dieses Verhalten ist wohl keinem von uns fremd…

Weißt du, dieses Bild von dem „Nur-Schwein“, das kann ich mir nur schlecht vorstellen, vor allem auch weil du schreibst

Meine Brüder und ich leben alle in glücklichen Beziehungen.

da denke ich, so schlecht kann das nicht gewesen sein, was eure Eltern euch mitgegeben haben
und das hört sich für mich auch nicht so an, als gäbe es in deiner Seele Verletzungen, die dein Vater zu verantworten hätte.

Gib deinem Vater und dir und deinen Brüdern eine letzte Chance!

Viel Glück für euch,
Grüße von jeanne

Nun noch off topic zum Tod deines Sohnes:
Empfehlenswert fände ich, wenn du „Familienstellen“ machen würdest. Dass euer Sohn so früh in den Tod ist kann auch daran liegen, dass es in eurer Familie jemanden gab, der sich sehr nach dem Tod gesehnt hat oder der sehr früh in den Tod ist. Diese Todessehnsucht kann über Generationen weiter gegeben werden, wenn sie nicht aufgelöst wird.
Auch in das Verhältnis zu deinem Vater könnte Licht gebracht werden.
Falls dich diese Option interessiert achte darauf, dass du jemand findest, der nicht nach Hellinger arbeitet und der sein Fach versteht!

Hallo Jeanne!
Danke für Deine Antwort.Ich muß erwähnen,daß wir zuerst ,als er weg war,gar nicht wußten ,wohin er gefahren ist.Seine Arbeitskollegen haben uns dann geholfen ihn zu finden.Er war in der Woche in Süddeutschland auf einer Baustelle und kam immer von Freitags bis Sonntags nach Haus.Es läßt sich somit schon denken,daß es so keine enge Bindungen zwischen Vater und Kindern geben konnte.Aber trotzdem hat man den Vater geliebt,als Kind akzeptiert man den Vater eigentlich immer so wie er ist,und daß haben wir Kinder immer alle getan.Unsere Erziehung hat dadurch,daß mein Vater in der Woche weg war,ja fast allein übernommen.Meine Mutter hat immer probiert in den Woche sämtliche Hausarbeiten zu erledigen,damit auch sie frei hatte an den Wochenenden um zusammen mit uns kindern und mit meinem Vater etwas unternehmen zu können.Mein Vater war immer darauf bedacht ,daß er nicht zu Haus sondern etwas unternahm.Er fühlte sich dann richtig gut,wenn er dann etwas für uns bezahlen konnte.Geld spielte für ihn keine Rolle.Wo das ganze Geld her kam ,ist uns schleierhaft,denn von seinem Konto kam es nie,wie unsere Mutter uns später berichtete.Er war ein Mann,der sich immer Anerkennung verschaffen wollte.Als er weg war kamen Nachbarn und auch Bekannte aus dem Dorf,die schon Kartonsweise Wein und ganze Topfsets erhalten hatten ohne zu bezahlen,einfach nur weil er wollte,daß man zu ihm aufblickt.
Wir haben sicherlich in der ersten Zeit versucht mit ihm zu reden,um ihn auch einfach zu verstehen,unsere Mutter war so fertig,die hat uns nichts erzählt,nur das sie sagte,er wird nie wieder kommen.Wir mußten alles selbst in Erfahrung bringen.
Aber es war nie mit ihm zu reden,er bedrohte meinen Mann,wollte ihn verprügeln,als wir ihn auf der Baustelle besucht haben(war zu dem Zeitpunkt 240 km entfernt).Es gab keine Möglichkeit,ruhig mit ihm zu sprechen.Als Beispiel erzähl ich von dem Besuch im Krankenhaus:Wir habtten uns 10 Jahre nicht gesprochen,da kam er zu uns und erzählte uns ganz kurz den Krankheitsverlauf und fragte im gleichen Atemzug,wieviel bei uns im Supermarkt eine bestimmte Wurstmarke kostet,bei ihm im Ort würde die billiger sein.Dann wollte er uns ein super Frühstück in der Cafeteria der Klinik bezahlen(Ich zahle für Euch alle),er war sicher froh,daß wir da waren,aber wir hatten gehofft ,er würde doch sagen,es tut mir leid ,ß ich gegangen bin,aber ich liebe diese Frau,ich fühl mich hier wohl und nun wo ich so krank bin möchte ich jetzt doch wieder Frieden in die Sache bringen.Er wußte ja,daß wir es akzeptiert hatten.
Also es nicht so,daß wir nie probiert haben,mit ihm zu reden,hier unsere Mutter sich nie eingemischt,aber er hat immer mit Drohungen und Schlägen gedroht und uns Kinder immer massiv beleidigt.
Das unser Vater krank ist,hat unsere Mutter uns auch sofort gesagt,und hat uns auch darin bestärkt,ihn in der Klinik zu besuchen.
Unsere Mutter hat viel Kontakt mit den Geschwistern meines Vaters,die berichten ihr immer ,wenn es etwas neues gibt von meinem Vater.
Danke für Deinen Brief
Jutta

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Mit ‚Aussprechen‘ meine ich …
Hallo

Ihr solltet, wenn er
schon todkrank ist, die letzte Gelegenheit ergreifen, euch mit
ihm auszusprechen.

Ich meine damit, ihn mit der Wahrheit zu konfrontieren.

Wenn er so gewaltbereit ist, hat sich das bestimmt noch nie jemand getraut. Wenn es eine Möglichkeit gibt, ihm die Wahrheit zu sagen, ohne sich zu gefährden, würde ich dazu raten.

Aber natürlich nur, wenn das gefahrlos möglich ist.

Ansonsten muss man gucken, dass der Bekanntenkreis nicht alles ihm glaubt, aber das wird wohl sowieso nicht der Fall sein.

Mit der Familienaufstellung würde ich mich bei so einem Fall auch beschäftigen. Das hilft viel, selbst wenn man selber keine Familienaufstellung macht (z. B. aus Kostengründen).

Viele Grüße
Simsy

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