Hi Gernot! 
Zu deiner Information im Voraus. Unser Auftrag war es einfach vier selbst kreierte Thesen zu einem Spezialgebiet aufzustellen und die dann zu beweisen oder als falsch zu erklären.
Rein schlich wird das nicht ganz einfach. Ich kenne einige
alte Originalkarten aus verschiedenen Quellen - auf allen wird
in der Zeit vor dem 2. weltkrieg der Tibet als Teil Chinas
bzw. als von China abhängig angegeben. Also auch wenn heute in
der Regel die These von einem unabhänmgigen Tubet im JAhre
1950 vertreten wird, so wage ich doch zu bezweifeön, ob das
wirklich wasserdicht ist.
Bis hier hin alles klar. Es geht mehr in die Richtung, „habt Mitleid mit den armen Tibetern“. Was ja eigentlich nachvollziehbar ist, da die Chinesen ja wirklich mit Holzfällermethoden vorgegangen sind. Ist ja nichts neues für ein kommunistisches Land. Sämtliche Tempel wurden zerstört, die tibetische Sprache wird verboten. Tibeter werden nach China in die Schule geschickt usw. Das ändert aber leider (?)nichts an der Tatsache, dass Tibet offiziell doch ein Bestandteil Chinas ist.
Zumal dann die Frage steht, wer
eigentlich 1950 die Regierung stellte und wer diese Regierung
legitimiert haben sollte - von Wahlen habe ich da nie was
gehört.
Inwiefern meinst du das? Die Regierung besteht in Tibet ja aus einem Staatsoberhaupt in politischem Exil, dem Dalai Lama. Der „regiert“ seit 1936. 1956 galt er dann einfach nur noch als Bestandteil einer Exilregierung.
Was sollen denn das für politische Entwicklungsprogramme sein
in China? Da hat es doch im ganzen Land noch nie
Meinungsfreiheit gegeben. Insofern wäre das nun echt keine
Besodnerheit des Tibet sondern einfach typisch für ganz China.
Das kann ich ja so vertreten vor den Experten.
Es geht nur darum seine Thesen zu belegen oder zu sagen, dass es so nicht stimmt. Natürlich mit einer logischen Erklärung.
Das kann ich beides nicht nachvollziehen. Die Chinesen
betrachten einfach Tibet als legitimen Teil ihres Landes - das
ist alles.
Na ja, es geht halt darum, dass die Chinesen in Tibet einfach alles zerstört haben, was sie vorgefunden haben. Die ganze Kultur, einfach alles was die Tibeter über Jahrhunderte hinweg aufgebaut haben.
Denn wirtschaftlich ist Tibet kaum erschlossen und schon durch
seine geografischen Besonderheiten verkehrsmäßig eine
Katastrophe- wahrscheinlich haben die Chinesen da echt mehr
reingesteckt als rausgeholt, nur um das gebiet überhaupt
verwalten zu können.
Dann frage ich mich doch glatt, warum sie es doch einnehmen oder übernehmen? Die chinesische Regierung wird doch all ihre Strategien aufs Letzte überprüfen, oder?
Uns militärstrategisch ist es der Hintern der Welt. Eigentlich
ist kaum vorstellbar, daß über die Gebirgsketten irgendeine
größere offensive Militäroperation überhaupt möglich wäre.
Abgesehen davon ist so toll das, was drumherumliegt, nun auch
wieder nicht.
Na ja, Bodenoffensiven sind sowieso sehr unwahrscheinlich heutzutage. Aber kann man wunderbare Flugbasen einrichten und immerhin grenzt Tibet an Bhutan, Nepal, Birma, Jammu und Kashmir, Himachal Pradesh, Uttaranchal und an Sikkim und Assam. Ich denke zwar nicht, dass die Chinesen einfach plötzlich angreifen werden, mir gings nur darum eine Möglichkeit der politischen Absichten der Chinesen aufzuzeigen.
Viel gebessert hat sich da eigentlich nicht. Gut, das
Lebensniveau ist wohl etwas gestiegen im Laufe der Zeit und
die neue Bahnlinie in den Tibet bringt die Möglichlkeit
wirtschaftlicher Entwicklung. Aber gleichzeitig besteht auch
die Gefahr, daß durch die verstärkte Ansiedlung von Chinesen
die nationalen und kulturellen besonderheiten der Tibeter
immer mehr verloren gehen - und das ist zweifellos von Peking
gewollt.
Ja, genau. Dahinter steckt eine Strategie. Auch gibt es eine Theorie, die besagt, dass die Chinesen darauf warten bis der Dalai Lama stirbt und dann den Tibetern keine Möglichkeit mehr geben ein neues Oberhaupt aufzurufen, weil der Dalai Lama dann in ihrem eigenen Staatsgebiet geboren wurde.
Eine letzte Frage: Woher beziehst du deine Informationen? 
MfG
Tobias