Meine Freundin hat Borderline. Was tun?

Lieber Candide,

vielen Dank für die Aufklärung!

Natürlich lässt sich seine Aufführung nicht einfach
verallgemeinern in dem Sinne, dass auf jeden Betroffenen all
diese Punkte zutreffen (müssen).

Ja, das war ja auch meine Vermutung.

Zum zweiten ist es wohl unstrittig, dass man BPS in
verschiedene klinische Subgruppen unterscheiden muss bzw. in
verschiedene Symptomtypen, so dass man die Gruppe der
‚Borderliner‘ in sich sicherlich für nicht wenig heterogen
halten muss.

Aha, das habe ich mir schon gedacht.

Sehr viel strittiger ist (war?) es, ob diese einzelnen Gruppen
überhaupt allzuviel Gemeinsames haben (Impusivität/Soziale
Unsicherheit/Ängste? Strukturniveau?), was dann die
übergeordnete Diagnose „BPS“ erst rechtfertigen würde.

Aha, o.k.!

Weißt Du, bei meiner Fragestellung hatte ich z. B. auch daran gedacht, dass man ja auch nicht alle Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, einfach in eine Schublade stecken und abstempeln würde, oder?! Diese sind doch wie Borderliner auch alle ganz unterschiedliche Individuen mit einer jeweils ganz eigenen Persönlichkeit.

Unstrittig wiederum ist es, dass es definitiv -neben den
Symptomtypen- auch noch recht unterschiedliche Schweregrade
der BPS gibt, so dass auch schon deshalb nicht alles
verallgemeinert werden kann.

O.k., gut zu wissen! Das war wohl das, was ich auf meine Frage hin als Antwort hören bzw. lesen wollte ;o)

Also muss ich in meinem Fall damit rechnen, dass das auch irgendwann mal auf mich zutreffen wird?

Nein, das musst du nicht.

Danke, dann bin ich ja beruhigt.

Ich würde mich ohnehin nicht zu sehr mit dieser Diagnose
identifizieren.

Ja, da hast Du Recht und das tue ich ja auch nicht. Aber alphas Behauptung hat mir natürlich schon zu Denken gegeben.

Danke für Deine Antwort!

Liebe Grüße!

hi,

danke und ein sternchen, besser hätte ich es nicht ausdifferenzieren können.

erklär mal deine
Intervention…

Interventionen erklärt man nicht.
Ein Zauberer erklärt ja auch nicht seine Zaubertricks.

Ist ja interessant.
Im Unterschied zum Therapeuten heißt der Zauberer Zauberer, weil er sein Geld durch „Austricksen“ der Zuschauer verdient. Da wissen die Zuschauer, worauf sie sich einlassen.

Mir war noch nicht bewusst, dass Therapeuten zaubern können. (Bzw. von anderer Seite betrachtet, dass sie es dürfen.)

Dennoch glauben das viele, auch Ärzte, anscheinend selbst.

Es klingt, als wolle jemand seine Vorgehensweise verbergen.

Als erkaufe man sich mit seinem Abschluss ein Patent, das nicht mehr gerechtfertigt werden muss.

Warum soll man seine Interventionen nicht erklären? Wenn man gute Arbeit macht, wird es einem nicht schaden.

Grüße Anwärter

Erklärung des Nichterklärbaren
Hi

Im Unterschied zum Therapeuten heißt der Zauberer Zauberer,
weil er sein Geld durch „Austricksen“ der Zuschauer verdient.
Da wissen die Zuschauer, worauf sie sich einlassen.

Ja, wenn wir jetzt also ganz doll ernst sein müssen und alle Ironie zur Seite schaufeln, dann versuch e ich also auch mal total solide darauf zu antworten:
Obwohl die Patienten bei einer Psychotherapie in der Regel auch k a u m wissen, worauf sie sich da einlassen, verwenden die analytischzen Therapeuten eigentlich selten Tricks. Ich selber habe mich auch schon öfters gegen diesen Wunsch nach „Tipps und Tricks“ gewendet, auch hier im www wohl sc hon. Viele Leute meinen, dass sie mit „Tipps und Tricks“ ihre Probleme in den „Griff“ bekommen - weit gefehlt.
Du siehst, ich stehe im Grunde den Tricks (und den Tipps!) auch eher ablehnend gegenüber.

Mir war noch nicht bewusst, dass Therapeuten zaubern können.

Manchmal aber schon… manchmal müssen sie es fast schon :wink:

(Bzw. von anderer Seite betrachtet, dass sie es dürfen.)

Das ist wieder eine zweite Frage.

Dennoch glauben das viele, auch Ärzte, anscheinend selbst.

Wir Therapeuten stdellen ja innerhalb der Ärzteschaft einen gewissen Spezialfall dar. Ich erlebe das immer wieder, wenn neue ärztliche Kollegen aus anderen Fächern in meine Balint-Gruppe kommen. Die können sich anfangs oft überhaupt nicht in Patienten hinein versetzen. Das ist kurios - wo doch jeder Arzt selbst schnell einmal zum Patienten werden kann.

Es klingt, als wolle jemand seine Vorgehensweise verbergen.

Nein, der Hintergrund war ein anderer. Ich bezog mich da eher auf die sogenannten paradoxen Interventionen, die ja am ehesten Tricks gleichkommen.

Als erkaufe man sich mit seinem Abschluss ein Patent, das
nicht mehr gerechtfertigt werden muss.

Das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Warum soll man seine Interventionen nicht erklären? Wenn man
gute Arbeit macht, wird es einem nicht schaden.

Ich merk schon, du kennst dich da (noch) nicht so aus. Paradoxe Interventionen würden sofort unwirksam sein, wenn man sie erklärte.
Gruß,
Branden

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Hallo

Ironie

zum Glück

Dennoch glauben das viele, auch Ärzte, anscheinend selbst.
Wir Therapeuten stellen ja innerhalb der Ärzteschaft einen
gewissen Spezialfall dar. Ich erlebe das immer wieder, wenn
neue ärztliche Kollegen aus anderen Fächern in meine
Balint-Gruppe kommen. Die können sich anfangs oft überhaupt
nicht in Patienten hinein versetzen. Das ist kurios - wo doch
jeder Arzt selbst schnell einmal zum Patienten werden kann.

Ärzte sollen halt Zauberer sein- Götter in weiß. Die wrden nicht krank.

Als erkaufe man sich mit seinem Abschluss ein Patent, das
nicht mehr gerechtfertigt werden muss.

Das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Diejenigen, die sich in Balintguppen auseinandersetzen, fallen nicht darunter. Aber es gibt bestimmt viele andere (?) Als Psychotherapeut ist man ja machtlos.

Ich merk schon, du kennst dich da (noch) nicht so aus.
Paradoxe Interventionen würden sofort unwirksam sein, wenn man
sie erklärte.

Ja, kenne ich nicht (jetzt ja). Aber die Erklärung fehlte in der vorigen mail (Aussage?). Daher die Nachfrage.

Gruß Anwärter

Guten Tag,

Hi Tom,
ich muss dir ganz ehrlich sagen, ich verstehe wie es dir geht. Ich selbst leide auch unter dieser Krankheit und mein Freund war ebenfalls nicht wirklich glücklich darüber. Aber ich habe ihm gesagt, das er keine Bedenken haben muss, das ich mehrere Beziehungen führe. Aufgrund seiner Hintergedanken, hatte er mir das leider nicht ganz geglaubt. Und so habe ich es ihm bewiesen, indem ich alle männlichen Kontakte aus meinem Handy abgeschrieben habe und ihm gegeben habe bzw. ich habe ihm auch mein handy gegeben, sodass er selbst nachsehen konnte das ich ihm nicht fremd gehe.
Also daher…nun ja, aber was ich dir jetzt in diesem Fall raten kann…weiß ich nicht genau. Würde es nach mir gehen (wäre ich in deiner Situation) dann würde ich dir raten ine Art Treuetest durchzuführen. Aber letzten Endes, wenn man am Borderlinesyndrom leidet, kann man selbst nichts dafür, das ist leider die gemeine Wahrheit.