Hallo…
Meine Freundin ist stark depressiv, worunter unsere Beziehung leider teilweise stark leidet.
Ich habe auch schon versucht, sie zu überreden, zu einem Facharzt zu gehen.
Ihre Eltern wissen nichts von ihrer Krankheit und sind auch sehr schlecht auf das Thema Therapie zu sprechen.
Da sie über ihre Eltern versichert ist, hat sie Angst, das sie dadurch von einer Therapie erfahren.
Stimmt das?
Und wie kann ich sie davon überzeugen eine Fachärztliche Behandlung wahrzunehmen?
wenn Deine Freundin nicht zu einem Facharzt gehen mag, kommt als „niedrigschwelliges“ Angebot der Psychosoziale Dienst oder eine geeignete Beratungsstelle in Frage. Auch wenn dort keine Psychotherapie durchgeführt werden kann, findet man dort in der Regel ausgebildete PsychotherapeutInnen, die in der Lage sind, eine behandlungsbedürftige depressive Episode zu erkennen (wenn bei Deiner Freundin denn tatsächlich eine solche vorliegen sollte). Einen ersten Beratungstermin bekommt man bei Stellen dieser Art meist einigermaßen rasch.
Wenn du das Ding meinst, was man früher beim Arzt vorlegen musste: Das gibt es seit Einführung der Versichertenkarte nicht mehr.
Für minderjährige gesetzlich Versicherte (wir wissen übrigens nicht, ob die Person, um die es geht, überhaupt minderjährig ist!) ist es daher ein Leichtes, einen Arzt aufzusuchen, ohne dass die Eltern davon etwas mitbekommen müssen. Gleiches gilt für einen Psychotherapeuten, zu dem ja nicht einmal eine Überweisung erforderlich ist.
Beratungsstellen rechnen nicht mit der Krankenversicherung ab. Wenn die zu einem freien Träger gehören, dann freuen die sich über eine Spende. Die ist aber keine Bedingung dafür, die Leistungen in Anspruch nehmen zu können.
Hallo, sie hat ja wohl eine eigene Kassenkarte, oder?
Damit geht Sie zum Arzt ihres Vertrauens (HAusarzt oder bereits Psychiater) und liefert die ab. Der rechnet mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) ab, und die gesammelt mit den Krankenkassen. dh nicht einmal die Krankenkasse erfährt bei welchem Arzt sie war, ausser sie gibt einen gelben Schein (die Kassenhälfte der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung/Krankmeldung) dort ab.
Doch wenn das ganze beim Hausarzt war, dann muss man schon die Nummern auf dem gelben Schein auseinanderdröseln und evtl schreibt der bei „Sowas“ ja auch irgendetwas harmloses oder mehrdeutiges (also etwas was sich körperlich anhört aber psychisch auch sein kann, zB. kommt Depri auch bei Schilddrüsenunterfunktion vor) rein.
Gruß B