Meine kinder anworten auf französisch

Frage:

Meine Kinder 9,11 Jahre haben ab ca. dem 6. Lebensjahr und im eintritt der Grundschule (ich wohne in Frankreich) so langsam ihr „deutsch“
abgelegt bzw. haben immer mehr französisch geredet.
Ich spreche mit ihnen deutsch.

Wenn ich in Deutschland bin, reden sie das nötigste auf deutsch.

Ich kann sie nicht zwingen…meine tochter meint: ich bin französisch…also liebe Zweisprachig-aufziehende Mütter und Väter…
könnt ihr mir einen goldenen Tip geben…

Natürlich wäre „deutschlandaufenthalt“ ohne mich am besten, aber meine Verwandschaft nimmt die kinder nicht alleine auf.

Mein sohn hat jetzt „Deutsch“ in 6. Klasse, und oh schreck, er redet
fast nichts (lehrerin) und dann kommen wörter in dialekt (meine Familien in Baden-Württemberg hör ich da raus…)

danke für heisse tips oder links…oder rechts.

carpe diem
gruss aus dem croissantLand

Hallo piaco,

Meine Kinder 9,11 Jahre haben ab ca. dem 6. Lebensjahr und im
eintritt der Grundschule (ich wohne in Frankreich) so langsam
ihr „deutsch“
abgelegt bzw. haben immer mehr französisch geredet.
Ich spreche mit ihnen deutsch.

das ist doch völlig okay so …
mein Vater ist als Deutscher vor dem Krieg in den Niederlanden aufgewachsen. Zuhause sprach er Deutsch, auf der Straße Holländisch.

Wenn ich in Deutschland bin, reden sie das nötigste auf
deutsch.

Ich kann sie nicht zwingen…meine tochter meint: ich bin
französisch…also liebe Zweisprachig-aufziehende Mütter und
Väter…
könnt ihr mir einen goldenen Tip geben…

nimm den Stress aus der Sache.
Ich kenne mittlerweile einige zweisprachige Eltern und Kinder. Fast überall passiert ungefähr in dem Alter Deiner Kinder das, was Du schilderst. Das ist ein Machtspielchen. Beachte es nicht.

Natürlich wäre „deutschlandaufenthalt“ ohne mich am besten,
aber meine Verwandschaft nimmt die kinder nicht alleine auf.

sie werden wissen warum.

Mein sohn hat jetzt „Deutsch“ in 6. Klasse, und oh schreck, er
redet
fast nichts (lehrerin) und dann kommen wörter in dialekt
(meine Familien in Baden-Württemberg hör ich da raus…)

meine Freundin Mirjam, Tochter einer französisch sprechenden Schweizerin, bekam im Studium der Französischen Sprache (in D, durch eine Französin) Schwierigkeiten mit ihrem spezifisch Schweizerischen Französisch-Wortschatz.

Umgekehrt - wer, außer vielleicht den Einwohnern bestimmter Stadtteile von Hannover - spricht ein reines Deutsch? Schwäbeln, sächseln, kölsch ist völlig okay. Wer Nachrichtensprecher werden will, kriegt Sprecherziehung.

btw - Muttersprachler tun sich oft hart mit Fremdsprachenunterricht in ihrer Muttersprache. Dein Sohn spricht Deutsch instinktiv, von Dir übernommen. Jetzt muss das arme Kind Regeln lernen. Das nervt ihn sicher extrem; noch dazu hat seine Lehrerin wahscheinlich einen Akzent. Dein Sohn kennt aber seine von Dir angewöhnte Lautung - und welche ist jetzt die richtige? Blamieren will es sich bestimmt nicht. Also hält er lieber so gut es geht den Mund.

Lass Deine Kinder einfach älter werden. Sie werden eines Tages, oder auch nur phasenweise, selbst entscheiden, was sie tun oder lassen wollen. Natürlich kannst Du versuchen darauf zu bestehen, dass sie halbwegs gute Schulnoten bringen. Aber erzwingen kann das niemand.

viele grüße
Geli

viele grüße
Geli
… die sich heute noch manchmal ärgert, dass ihr Vater mit ihr als Kind nicht niederländisch gesprochen hat.

Hallo,
Leider kann ich aus deinem Beitrag nicht erkennen, wer bei euch der deutsch Elternteil ist und wer der französische. Meine Frau ist Französin und wir haben, seit die Kinder drei und ein Jahr alt sind in D gelebt. Die Töchter sind heute erwachsen und sprechen ordentlich aber nicht perfekt Französisch.

Bei allem, was dir aus Erfahrung von anderen Eltern zum Thema zweisprachiges Aufwachsen gesagt wird, möchte ich zu bedenken geben, dass es immer ganz entscheidend auf das einzelne Kind ankommt. Nicht jedes Kind hat dieselbe Veranlagung zum Erlernen einer Sprache. So wie es bei den einsprachig aufwachsenden Kindern welche gibt, denen Fremdsprachen in der Schule mühelos zufliessen, und andere, die trotz Fleiß und Mühe nie über ein Grundniveau hinaus kommen, so ist es auch bei den zweisprachig aufwachsenden Kindern. Nur weil ein Elternteil anderssprachig ist, müssen die Kinder nicht automatisch Sprachgenies sein. Ergo gibt es den goldenen Tipp nicht.

Trotzdem gibt es ein paar praktische Tipps. Man sollte die Nicht-Landessprache, also Deutsch in eurem Fall, frühzeitig intensiv fördern, z.B. in Form von privat organisierten Lerngruppen im Vor-und Grundschulalter.

Der „fremdsprachige“ Elternteil sollte immer in seiner Muttersprache mit den Kindern sprechen, ausser natürlich in Anwesenheit von anderen Menschen, die die Sprache nicht beherrschen. Ob die Kinder dann in deiner Sprache antworten oder nicht, musst du ihnen überlassen. Zwang kann auch kontraproduktiv sein und Abneigung gegen die Sprache erzeugen.

Aufenthalte im andern Land sind natürlich immer gut. Sie fördern nicht nur die Sprache sondern vor allem auch die kulturelle Verbundenheit.

Überhaupt halte ich für wichtiger als die Beherrschung der Sprache, bei den Kindern die Verbundenheit mit dem Heimatland des „fremdsprachigen“ Elternteils zu fördern. Wenn das gelingt, dann kommt das mit der Sprache von alleine.

Grüße
Rainer

Hallo,

meine Kinder sind englisch/deutsch erzogen.
Nicht ganz die gleiche Situation, wir lebten im englischsprachigen Umfeld, aber wir Eltern sind beide deutschsprachig.

Was machst du außer mit deinen Kindern deutsch zu sprechen?
Wir haben uns immer deutsche Videos von Kindersendungen schicken lassen, wenn vorgelesen wurde, dann deutsche Bücher. Mit anderen Worten: wir haben versucht, ihnen die deutsche Sprache schmackhaft zu machen.
Liest du selbst deutsche Bücher/Zeitungen? Das kann ein gutes Vorbild sein. Vom Alter her würde ich nämlich jetzt das ganz ohne Druck machen, nur mit vorleben und wie gesagt, mehr mit Karotten. Wenn sie z.B. Harry Potter gerne lesen (mir fällt jetzt kein anderes Beispiel ein), dann habt ihr das Buch halt nur auf Deutsch zuhause (weil von Verwandten geschenkt?). Übersetzung ist Übersetzung.

Wegen der Schule, da verstehe ich das Problem durchaus - meine Jungs hatten das gleiche Problem, als wir zurückkamen nach D. und sie plötzlich Englischunterricht à la Deutschland über sich ergehen lassen mussten. Ob ihnen der Deutschunterricht in der Schule Spaß macht, hängt viel von den Lehrern ab.

Erzwingen kannst du nichts, das hast du schon selbst geschrieben, bleibt nur deine Vorbildfunktion und Gelassenheit.

Gruß
Elke

Hi Piaco,
Mein sohn ist zweisprachig. Mit mir redet er (egal wo wir sind) IMMER Spanisch und er tut ganz klar und deutlich kund, daß er nicht möchte, daß ich mit ihm Deutsch rede. Das finde ich sehr gut und fördere so gut ich kann. Wenn es mal ein wort kommt, daß er auf Spanisch nicht kann (und umgekehrt, wenn wir mit seinem Papa in Spanien sind), dann sage ich es ihm und ich lasse ihn das ein paarmal hintereinander wiederholen. Und das klappt sehr schön und ist weder lästig, noch anstrengend, noch sonst was (weder für ihn, noch für mich). Bis jetzt machten wir das als Spiel. Jetzt ist es irgendwie selbstverständlichkeit geworden und macht es einfach gerne.

Was für mehreren (mich angeschlossen) eine Auenweide ist, ist zu sehen wie er sich mühelos von einer Sprache in die andere wechselt und so weiter redet als ob das das natürlichste auf die Welt wäre.

Sorry für dieses recht lange Vorwort. Aber so kennst Du wie bei uns die Lage ist.

Meine Kinder haben (ich wohne in Frankreich) so langsam
ihr „deutsch“
abgelegt bzw. haben immer mehr französisch geredet.

Dazu kann ich nichts sagen. Mein Sohn geht in die zweite Klasse und nicht nur legt sein Spanisch ab, sondern hat er andere Kinder dazu beigebracht, daß sie ein paar Wörter auf Spanisch lernen! ;o))

Ich spreche mit ihnen deutsch.

Das muß Du IMO unbedingt weiter machen.

Wenn ich in Deutschland bin, reden sie das nötigste auf
deutsch.

Aber dann sind sie irgendwie „gezwungen“ das zu tun. OB sie das wollen oder nicht. Es bleibt denen nichts anders übrig.

Ich kann sie nicht zwingen…

Nein, das nicht. Da gebe ich dir recht.

meine tochter meint: ich bin
französisch…also liebe Zweisprachig-aufziehende Mütter und
Väter…
könnt ihr mir einen goldenen Tip geben…

Keine Ahnung wie Du mit Deinen Kindern redest und vorallem worüber Du alles redest. Aber ich bin fest der Meinung, einen guten Tipp wäre, daß du die Kultur Deines Landes sie irgendwie näherbringst und sie, das Gefühl von Liebe zum Land bringst. ich weiß nciht so recht wie ich das sonst beschreiben soll, aber ein paar Beispiele:

  • Deine Tochter liebt Harry Potter? - Dann die Bücher, sobald sie auf dem Markt sind, auf Deutsch kaufen.
  • Sie mag George Clooney? Dann DVD auf Deustsch angucken lassen
  • Du kennst Deine Töchtern am besten. Dann erzähle sie Geschichten (nicht nur aus Deiner Familie, sondern ruhig auch aus den Büchern) über denen man stolz sein kann, Deutscher zu sein. z.B. Kleine Anekdoten aus dem Leben Bachs; oder die Bedeutung von den Leistungen Guttenbergs. Natürlich muß man das alles auf Deutsch erzählen und Geschichten bzw. Anekdoten sein, die sie gerne hören und mögen. Gerne auch lustige, heiter oder die einen tollen Gefühl vermitteln.
  • Ich weiß ja nicht welche Hobbies sie haben, aber all diese eben auf Deutsch und immer im Bezug auf Deutschland kaufen.

Kurz: ich glaube das allerwichtigsten ist denen die Liebe zu vermitteln, die man selbst zum eigenen Land spürt.

Natürlich wäre „deutschlandaufenthalt“ ohne mich am besten,
aber meine Verwandschaft nimmt die kinder nicht alleine auf.

Warum ohne Dich? Wenn Du Deutsch mit Ihnen redest, was spricht denn dagegen, daß du mitfährst?

Mein sohn hat jetzt „Deutsch“ in 6. Klasse, und oh schreck, er
redet fast nichts (lehrerin)

Das muß aber nicht zwangsläufig mit seinen Kenntnissen zu tun haben…

und dann kommen wörter in dialekt
(meine Familien in Baden-Württemberg hör ich da raus…)

Und was ist schlimm daran?

danke für heisse tips oder links…oder rechts.

Ich hoffe das war eins.

carpe diem gruss aus dem croissantLand

Grüße aus der Würstchen- und Lebkuchenstadt! ;o))
Helena

Hallo Rainer,
bis auf ein paar Kleinigkeiten, bin ich mit Dir derselben Meinung. :o))

Die Töchter sind heute
erwachsen und sprechen ordentlich aber nicht perfekt
Französisch.

Es fragt sich, wer überhaupt (Französisch, Spanisch, Englisch, Italienisch,…) überhaupt perfekt spricht… Bestimmt nur die allerwenigsten!

dass es immer ganz entscheidend auf das einzelne Kind ankommt.

Da könnte ich mit Dir nicht mehr einverstanden sein, als ich es ohnehin bin. Allerdings fördern kann man das Kind immer…

Nicht jedes Kind hat dieselbe Veranlagung zum Erlernen einer
Sprache.

In der Tat!

Ergo gibt es den goldenen Tipp nicht.

Der Meinung bin ich nicht unbedingt. Man kann immer fördern. Egal wie leicht sich das Kind mit einer Sprache tut, fördern kann man immer.

Trotzdem gibt es ein paar praktische Tipps. Man sollte die
Nicht-Landessprache, also Deutsch in eurem Fall, frühzeitig
intensiv fördern, z.B. in Form von privat organisierten
Lerngruppen im Vor-und Grundschulalter.

Genau. Das ist eine Art der Förderung. Aber bitte ohne Zwänge.

Der „fremdsprachige“ Elternteil sollte immer in seiner
Muttersprache mit den Kindern sprechen,

Genau.
Und wenn man „immer“ sagt, muß man das auch konsequent tun. Immer ist immer.

ausser natürlich in
Anwesenheit von anderen Menschen, die die Sprache nicht
beherrschen.

Nein. Da bin ich anderer Meinung. Wenn zu uns jemand kommt, der Spanisch nicht spricht oder dessen nicht mächtig ist, dann übersetze ich es gerne dann extra für sie. Aber mit meinem Sohn rede ich NUR Spanisch. Es tut mir leid.

Ob die Kinder dann in deiner Sprache antworten
oder nicht, musst du ihnen überlassen. Zwang kann auch
kontraproduktiv sein und Abneigung gegen die Sprache erzeugen.

Das stimme ich auch zu.

Aufenthalte im andern Land sind natürlich immer gut. Sie
fördern nicht nur die Sprache sondern vor allem auch die
kulturelle Verbundenheit.

Ja. Genau. Aber nicht wie damals eine Freundin von mir: wir lernten uns kennen, als wir beide anfingen, Deutsch zu lernen. Nach 1 Jahr ging sie als Au-Pair nach Deutschland. Meeeeeeeeei! War sie glücklich! (Spanien war noch nie in die EU) Als sie zurückkam, fragte ich sie, natürlich, wie es war und sie antwortete etwas seltsam so in der Richtung: „Naaaaaaaa jaaaaaaaa. Es ging“. Des Rätsels Lösung: Sie war eindeutig in Deutschland, sogar in einer Landeshauptstadt. Aber die Familie war französisch, ihre Freunde ebenfalls. Die Nachbarn sprachen alle Französisch. Und da meine Freundin auch Französisch konnte, sprach sie also munter Französisch. Ergebnis: Sie hatte kaum Deutsch gesprochen, geschweige denn gelernt, als sie wieder in Barcelona war. Aber ihr Deutschland-Aufenthalt war ihrem Französisch sehr förderlich gewesen! ;o)) Als Scherz sagte ich dann zu ihr: „Geh dann jetzt nach Lyon, um Deusch zu lernen!“ ;o))

Überhaupt halte ich für wichtiger als die Beherrschung der
Sprache, bei den Kindern die Verbundenheit mit dem Heimatland
des „fremdsprachigen“ Elternteils zu fördern.

Mitdem Satz könnte ich nicht mehr einverstanden sein. Das ist für mich DAS grundlegendsten schlechthin!.

Wenn das gelingt, dann kommt das mit der Sprache von alleine.

Stimmt.

Schöne Grüße,
Helena

deine Kinder sind 9 und 11 jahre alt, und bsetimmt nicht blöd. natürlich ist es wichtig, ihnen die sprache schmackhaft zu machen, aber versuch sie nicht zu manipulieren damit sie mit dir deutsch sprechen. wenn es dich sehr traurig macht, dass sie nur noch französisch sprechen, sag ihnen das ruhig auch, (natürlich ohne so zu versuchen ihn ein schlechtes Gewissen zu machen). Sag ihnen doch wie sehr du dich darüber freuen würdest (und warum) wenn sie dir in der Sprache antworten, in der du mit ihnen sprichts, ohne daraus eine große sache zu machen.
Ich denke, dass die ganzen hier genannten tips echt nicht schlecht sind, schon um sie in der Sprache sicher zu machen.
Aber wenn sie sich absolut nicht ködern lassen, würde ich ihnen einfach sagen wie du darüber empfindest.
Hoffe es klappt, denn zeisprachigkeit ist was tolles und kann deinen kindern viele Vorteile bringen.

Viel erfolg!

Hallo,

vielleicht noch eine andere Sicht, von jemandem, die zweisprachig aufwuchs:

Meine Kinder 9,11 Jahre haben ab ca. dem 6. Lebensjahr und im
eintritt der Grundschule (ich wohne in Frankreich) so langsam
ihr „deutsch“
abgelegt bzw. haben immer mehr französisch geredet.
Ich spreche mit ihnen deutsch.

Eltern deutsch - aus Köln! Sie bemühten sich Hochdeutsch mit mir zu sprechen, soweit möglich?!?!? Zuhause sprachen wir deutsch, draußen und Schule alles spanisch. Das ist natürlich leichter als bei zwei Herkunftssprachen bei den Eltern. Das habe ich auch erlebt, jeder sprach mit den Kindern in der Muttersprache, draußen die dritte Sprache. Wenn die Kinder anders antworteten als sie angesprochen wurden, blieb der Elternteil zwar bei seiner Sprache, akzeptierte aber die andere Antwort anstandslos. Es war allenfalls ein Spiel, wer sich zuerst verhedderte und die Sprache wechselte!

Wenn ich in Deutschland bin, reden sie das nötigste auf deutsch.

Wenn sie länger in Deutschland sind, ändert sich das sehr schnell, man paßt sich an.

Mit 16 war ich erstmals in Deutschland, Ort Bonn - innerhalb 3 Wochen war meine Aussprache „perfekt bönnisch!“ Doch Dialektworte kenne ich bis heute nicht.

Ich kann sie nicht zwingen…meine tochter meint: ich bin
französisch…also liebe Zweisprachig-aufziehende Mütter und
Väter… könnt ihr mir einen goldenen Tip geben…

Gezwungen wurde ich nie zu nix was Sprache anging. Aber alle Kinder- und Jugendbücher, die ich geschenkt bekam oder mit meinem Taschengeld kaufte waren in deutsch. In der Schule hatte ich bis zur 4. Klasse 2x die Woche Deutsch- und Englischunterricht. Der Wechsel mit 16 auf eine deutsche Schule war völlig problemlos - ob deutsch oder spanisch war egal.

Mein sohn hat jetzt „Deutsch“ in 6. Klasse, und oh schreck, er
redet fast nichts (lehrerin) und dann kommen wörter in dialekt
(meine Familien in Baden-Württemberg hör ich da raus…)

Prima, dann sind die Kinder zuhause keine Außenseiter, die „geschraubt“ reden. Die Probleme werden sich legen, wenn der Unterricht wirklich interessant wird, natürlich auch von der Lehrkraft abhängig. Meine frühen Deutschstunden waren nicht schön - Lehrerin ein Drachen à la anno 1900, hätte am liebsten noch Prügelstrafe eingeführt!

Hier wird oft gesagt, es sei wichtig die Verbindung zum deutschen Land zu stärken. Versuchen kann man das zwar, doch sehr erfolgreich wird man damit nicht sein. Wer insbesondere seine Kindheit und Jugend in einem anderen Land verbracht hat, wird sich immer mehr mit diesem Land identifizieren als mit Deutschland, wenn man dort erst später hinkommt.

Wer so aufwächst ist einerseits internationaler eingestellt, andererseits hat man aber auch Schwierigkeiten sich als Deutscher zu fühlen, eine Art Zwiespalt, Fremdheit wird bleiben. Das braucht aber nicht nachteilig zu sein, das Gegenteil ist der Fall, man ist einfach immer dort zuhause, wo man gerade ist, auch in einem dritten oder vierten Land. Man paßt sich unterschiedlichen Kulturen leichter an.

Grüße,
Cantate